Sind Detox-Tees Humbug? – Bild: Sissi St. Croix

Ayurvedischer Detox-Tee

Fühlst du dich nach den Feiertagen müde, schlapp und ausgelaugt? Kein Wunder: Das ganze süße, kalorienreiche Zuckerzeug, fette Festtagsgerichte und Alkohol machen unsere Körper ebenso fertig wie Schlafmangel und Stress. Höchste Zeit also, uns etwas Gutes zu tun! Entgiftungskuren liegen aktuell schwer im Trend. Pfiffige Hersteller bieten teure Wundermittelchen an, die uns beim Entschlacken – oder neudeutsch: »Detox« – helfen sollen.

Ob »Tea Delight Detox Tea« vom Münchner Anbieter Detox Delight (100 g: 16,50 € zzgl. Versand), »MYBT Detox Tee« von Mybodytea (MYBody 28 Tage Teatox, 300 g: 42,95 € zzgl. Versand), »Skinny Detox Tee« von TEATOX (28-Tage-Kur, 200 g: 39,90 € zzgl. Versand) oder eine der unzähligen anderen in Supermärkten, Drogerien und Versandhäusern angebotenen Sorten – sie alle versprechen uns eine schnelle Entgiftung, die Ankurbelung unseres Stoffwechsels, einen tollen Teint und eine Stärkung unseres Immunsystems.

Ganz nebenbei sollen auch noch die Kilos purzeln. Und wer würde sich beim Anblick des eigenen Winterspecks und der weihnachtlichen »Stollenrollen« nicht über eine Gewichtsabnahme freuen? Der nächste Sommer kommt bestimmt – da wäre eine schöne Bikinifigur schon schick! Doch angesichts der horrenden Preise für die entgiftenden Teemischungen kann ich nur heftig mit den Ohren schlackern. Einer nimmt mithilfe dieser Detox-Tees auf jeden Fall ab: mein Geldbeutel.

 

Bauernfängerei?

Dabei sind sich die Ernährungswissenschaftler bislang nicht einmal einig, ob die Tees überhaupt wirken! Die einen schwören darauf, raten sogar zu ergänzenden mehrwöchigen Entgiftungskuren, bei denen nach einer Darmentleerung mit Bittersalz oder einer Darmspülung und zwei Entlastungstagen mit Obst und Gemüse für eine Weile komplett auf übersäuernde Lebensmittel wie Fleisch, Milchprodukte, Weißmehl, Süßigkeiten, Alkohol, Kaffee und Schwarztee sowie auf Nikotin verzichtet wird.

Andere, wie z. B. Professor Simon Brookes vom Institut für Humanphysiologie der Flinders University im australischen Adelaide, → betrachten den Detox-Trend skeptisch, bezeichnen ihn sogar als Müll (»rubbish«) und behaupten, dass sich in unseren Körpern keine Schlacken und Giftstoffe ansammeln können. Die gemeinnützige Stiftung Sense About Science hat 15 moderne Detox-Produkte → untersucht und in ihrem → Detox Dossier vom Januar 2009 als wirkungslos eingestuft. Also alles nur Bauernfängerei?

 

Entgiftung schadet nicht

Wer hat nun Recht? Nun, ich bin kein Arzt. Auch kein Heilpraktiker. Doch mir ist nur allzu bewusst, dass wir alle tagtäglich – hauptsächlich über unsere Ernährung – eine Vielzahl unterschiedlicher → Giftstoffe aufnehmen. Normalerweise sind unsere Nieren, die Leber und der Magen-Darm-Trakt durchaus in der Lage, sämtliche dieser Giftstoffe innerhalb von wenigen Stunden zu entfernen oder zu neutralisieren. Aber was ist schon »normal« in unser von Bewegungsarmut, Stress und Fast Food geprägten Welt? Eben, denk mal darüber nach!

Nicht umsonst sind Störungen des Fettstoffwechsels, Hand in Hand mit Diabetes und Fettleibigkeit, die dritthäufigste Volkskrankheit in Deutschland: Rund 60 Prozent der Deutschen sind nach Angaben des Europäischen Statistikamtes Eurostat übergewichtig. Auf Platz 1 und 2 liegen übrigens Bluthochdruck (25,7 Prozent der Deutschen) und Rückenleiden (24,1 Prozent der Deutschen) – nicht selten ebenfalls Folgen eines gestörten Stoffwechsels und eines insgesamt gesundheitsschädlichen Lebenswandels.

Hinzu gesellen sich Schwermetalle und andere Umweltgifte, auf deren Abbau unsere Körper evolutionär gar nicht eingerichtet sind. Fakt ist: Gifte und Schlackenstoffe, die der Körper nicht ausscheiden kann, werden eingelagert, was unter anderem zu Entzündungen und Versteifungen führen kann. Betroffen davon sind z. B. die Leber, der Darm, die Gelenke, die Muskeln sowie die Haut. Es kann also nicht schaden, regelmäßig zu entschlacken, um unsere Organe bei ihren Entgiftungs- und Ausleitungsfunktion zu unterstützen.

 

Detox – ein jahrtausendealter Ayurveda-Trend

Im → Ayurveda, der traditionellen indischen Heilkunst, ist von alters her bekannt, dass der erste Schritt zu mehr Vitalität und Lebensenergie die ganzheitliche Reinigung ist. So wird empfohlen, durch regelmäßige Entgiftung tiefliegende Blockaden zu lösen, zur Regeneration der Zellen beizutragen und auf diesem Wege eine ganze Reihe von Beschwerden oder chronischen Leiden zu lindern. Im Mittelpunkt stehen dabei verschiedene Kräutertees oder eben auch spezielle Detox-Teemischungen.

Ich selbst habe seit meiner Teenie-Zeit im Frühjahr stets über mehrere Wochen hinweg Brenneselblättertee getrunken und mich dabei sehr wohlgefühlt. Der Tee fördert die Blutbildung, regt den Stoffwechsel an und besitzt eine blutreinigende und entgiftende Wirkung – ein wahres Wundermittel gegen unreine Haut! Im letzten Jahr habe ich stattdessen erstmals eine Kräuterteemischung aus Guduchi, Tulsi, Ingwer und Triphala ausprobiert, die meine Lebenskräfte – und mein Verdauungsfeuer (Agni) neu geweckt hat. Yay, lecker und gesund!

In diesem Jahr gehe ich einen Schritt weiter und wage mich eigenhändig an die Mischung eines ayurvedischen Detox-Tees. Das Rezept habe ich bei → Doctor Oz entdeckt. Der Tee enthält eine Kombination aus Inhaltsstoffen, die zur Verbesserung der Verdauung beitragen, Fettzellen »aufbrechen« und dabei helfen, Toxine (Ama) aus dem Körper zu spülen. Und das Tollste: Der Tee kostet für vier Wochen keine fünf Euro, schmeckt lecker und ist blitzschnell zubereitet! Hier kommt das Rezept:

 

Ayurvedischer Detox-Tee im Topf  - Bild: Sissi St. Croix

Ayurvedischer Detox-Tee im Topf

 

Ayurvedischer Detox-Tee

Zutaten für eine Kanne ayurvedischen Detox-Tee:
– 1/2 TL Fenchelsamen
– 1/2 TL Koriandersamen
– 1/2 TL Kümmelsamen
– 1 l Wasser

Zubereitung des Detox-Tees:
Das Wasser aufkochen lassen, die Samen hinzufügen und bei geschlossenem Deckel fünf Minuten lang sanft köcheln lassen. Abseihen und in eine saubere Thermoskanne füllen. Den ayurvedischen Detox-Tee über den Tag verteilt in kleinen Schlucken genießen.

Wichtig: Der Trick dabei ist, diesen Detox-Tee jeden Morgen frisch aufzubrühen und in kleinen Schlucken zu trinken. Und natürlich kann auch dieser Tee keine Wunder wirken, wenn du dich ansonsten mit Fast Food vollstopfst, an den Wochenenden »über den Durst trinkst« und/oder täglich eine Schachtel Zigaretten qualmst …

Wie sieht es bei dir aus? Detoxt du schon? Oder ist das für dich ein unsinniger Trend? Ich freue mich wie immer über deine Rückmeldungen und Kommentare!

XOXO

Sissi

 

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Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

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