Obazda

Obazda

Und weiter geht’s mit einem Schmankerl, das bei keiner Brotzeit im Biergarten fehlen darf: Obazda. Die bayerische Käsecreme ist nicht nur als deftige Zwischenmahlzeit äußerst beliebt, sondern eignet sich auch als leckere Beilage für allerlei Grillgut. Im Picknickkorb macht sie ebenfalls eine gute Figur. Apropos Figur: Kalorienarm ist diese Spezialität zwar nun nicht gerade … Dafür punktet sie aber mit großen Mengen Eiweiß und Calcium. Wenn du Kalorientierchen sparen möchtest, kannst du einen Teil der im Rezept verwendeten Butter durch Frischkäse ersetzen. Das muss aber nicht sein, finde ich: Solange du nicht jeden Tag Obazda futterst und dazu eine Maß Bier genießt, darfst du die Kalorien getrost vergessen.

Wusstest du übrigens, dass Obazda der Legende nach entstanden ist, als die Wirtin Katharina Eisenreich überreifen Camembert übrig hatte, der ihren Gästen zu »rass« (kräftig) schmeckte? Pfiffig vermischte sie ihn mit Butter und Gewürzen und schuf so den Obazda, den wir heute kennen und lieben. Ihre Gäste waren begeistert und ich hoffe, du bist es auch. Ich wünsche dir viel Spaß beim Nachwerkeln!

 

Das Rezept für Obazden:

Zutaten für sechs Portionen:
– 200 Gramm reifer Weihenstephan Camembert oder Happy White von Happy Cheeze
– 1 mittelgroße Zwiebel
– 125 Gramm weiche Weihenstephan »Die Streichzarte« gesalzen oder ALSAN-S plus Salz
– selbst gemachtes Chilisalz oder Kräutersalz
– frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
– edelsüßes Paprikapulver
– Kümmel

 

Zubereitung des Obazdas:

1. Schneide zuerst den Camembert in grobe Würfel. Schäle dann die Zwiebel und schneide eine Hälfte in Ringe und die andere in feine Würfel. Rühre anschließend »Die Streichzarte« oder eine entsprechende Menge ALSAN-S plus einem gestrichenen Teelöffel Salz mit einem Handrührgerät cremig.

2. Mische nun den Camembert und die Zwiebelwürfel unter die Käsemasse und schmecke nach Gusto mit Chilisalz oder Kräutersalz, Pfeffer, Paprika und Kümmel ab. Richte den Obazda in einem hübschen Schälchen an und stelle ihn für rund eine Stunde kalt.

3. Nimm den Obazda aus dem Kühlschrank und garniere ihn vor dem Servieren liebevoll mit den Zwiebelscheiben, ein wenig Paprikapulver und Kümmel.

Tipp:
Dazu schmecken frische Laugenbrezen, mein → Bauernbrot oder → bayerischer Brezensalat.

 

Obazda (»Angebatzter«) ist auch auf Parties ein beliebtes Magentratzerl

Obazda (»Angebatzter«) ist auch auf Parties ein beliebtes Magentratzerl

 

Bananenschneckerls Resümee:

Unglaublich, aber wahr: Der beste Ehemann von allen mag keinen Obazda. Nicht einmal in der veganen Variante, ohne den von ihm verabscheuten Camembert. Und dabei ist er ein echtes Münchner Kindl! Ich hingegen liebe ihn, seitdem ich ihn als kleines Mädchen während eines Verwandtenbesuches in München zum ersten Mal gegessen habe. So hält wenigstens einer von uns im Schneckenhaus die bayerische Fahne hoch.

Sehr lecker finde ich auch die folgende fruchtige Variante: Hierfür einfach eine Handvoll Haselnuss- oder Walnusskerne in einer Pfanne ohne Fett rösten, herausnehmen, abkühlen lassen und grob hacken. Dann mit den Blättchen von vier Stängeln Thymian und einem fein gewürfelten Apfel mischen und alles unter den Obazda heben. Ich bin gespannt, welche Version dir besser schmeckt!

Recht lustig finde ich, dass du »offiziell« nur dann einen echten »Obazda« bzw. »Obatzter« zubereiten kannst, solange du dich innerhalb der bayerischen Landesgrenzen aufhältst. Beide Bezeichnungen für die bayerische Spezialität sind nämlich seit 2015 durch EU-Recht geschützt. Falls du also in Berlin, Hamburg oder anderswo außerhalb des Freistaates lebst, bekommst du mit meinen Rezeptideen keinen Obazden, sondern lediglich einen »ogmachten Kas«, also einen angemachten Käse. Schmecken tut die Leckerei aber so oder so.

Wie gefällt dir das Rezept für hausgemachten Obazden? Und hast du Lust auf weitere Klassiker der alpenländischen Küche? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

[Quelle Rezept – sanft variiert – und Fotos: → Molkerei Weihenstephan]

 

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WER SCHREIBT HIER?

→ Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen Green Living, gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

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