MONOKULTUR MÜNCHEN - Autopsie einer Stadt

MONOKULTUR MÜNCHEN – Autopsie einer Stadt

Vor zwei Jahren hat die Initiative MONOKULTUR einen Diskurs gestartet, der den Verlust von Sub- und Gegenkulturen in der Stadt München kritisiert. Diese Diskussion bleibt heiß. Hat sich etwas verändert? Hat sich das Netzwerk Freie Szene schon wieder überlebt? Welche Eigenschaften sollte der neue Kulturreferent haben? Oder ist die Szene gar längst tot? MONOKULTUR veröffentlicht nun einen vorläufigen Autopsiebericht.

Obendrein verwandeln die Initiatoren von MONOKULTUR am 5. November 2018 die Favorit-Bar parallel zum Festival → Politik im Freien Theater in eine Sauna. In entspannter Atmosphäre geht es um das Klima im bayerischen Singapur, um die Psychopathologie der Stadt und die Kraft, die es kostet, die Enge ihres Ereignishorizonts zu überwinden. Es geht um Provinzialität als Fluch und Methode und um den zweifelhaften Status Münchens als Avantgarde des »kapitalistischen Surrealismus« (Markus Metz/Georg Seeßlen).

 

München, du bist seltsam …

»München, du bist seltsam. München, irgendetwas stimmt nicht mit dir. Du magst der perfekte Standort für ein Hightech-Unternehmen sein, aber nicht für Leute mit einem anderen Lebensentwurf. Komfortzone, Kurpark, bewohnt von Besserverdienern, Wohlstandsrentnern und Selbstoptimierern. → Botox-City. Es ist wie mit dem FC-Bayern: Man kommt nicht umhin, seine Perfektion, seine Erfolgsstrategien, sein Management zu bewundern, aber Sieger, die von vornherein feststehen, langweilen. Die Verbindung von Idyll und Neoliberalismus birgt eben wenig Inspiration. München, du bist schlecht belüftet. Homogen bis zum Ersticken. Einer nach dem anderen steht auf und geht.

In MONOKULTUR MÜNCHEN geht es um das Recht, in dieser Stadt anders zu leben als als Angestellter einer Werbeagentur. Es geht um Freiräume und konkrete Ermutigungen zum Anderssein. Um das Fehlen alles Roughen und Unfertigen. Es geht um das scheinbar unausweichliche Diktat des Ökonomischen und um den Kahlschlag, den ein technokratisches City-Marketing und eine um den Bedeutungsverlust fürchtende Kulturverwaltung anrichten. Es geht um den Wert von Kunst als Indikator für unser aller Freiheit und um ihre transformative Kraft. Und darum, was wir alle tun können, wenn wir nicht auch über kurz oder lang die Koffer packen wollen. Ein Aufruf zum Diskurs und zur Aktion. Nothing about us without us!«

(Quelle: → MONOKULTUR MÜNCHEN)

 

Die nächsten Termine:

5. November 2018, 19 bis 22 Uhr, anschließend Party: MONOKULTUR MÜNCHEN – Vom Blauen Reiter zum Roten Reiter. Performance mit BELP, Holger Dreissig, Matthias Hirth, Eckhard Höffner, Stephan Janitzky, Lennart Laule, Peter A. Pfaff und Daniela Stöppel.

3. Dezember 2018: MA-1. Mode und Uniform. Hans-Christian Dany über Bomberjacken und sein neues Buch.

 

Bananenschneckerls Resümee:

Die Veranstaltungsreihe zu Stadtklima und Kulturpolitik in München ist ein Aufruf zum Diskurs und zur Aktion. Damit spricht mir MONOKULTUR MÜNCHEN aus dem Herzen. Lange Jahre habe ich mich selbst in der gar nicht so freien »freien Kunst- und Kulturszene« der Isarstadt getummelt und mich oft darüber geärgert, wie die Dinge hier laufen. Viel zu oft, um genau zu sein. München, die Weltstadt mit Herz hat kein Herz für Tänzer, die aus der Reihe tanzen. Ebenso wenig für Maler, die ohne Pinsel und Farbe malen. Und schon gar nicht für Autoren, die ihre Worte in den Himmel schreiben. Aber das ist eine andere Geschichte und soll – vielleicht – ein andermal erzählt werden.

Was hältst du von MONOKULTUR MÜNCHEN? Gibt es einen ähnlichen Diskurs auch in deiner Stadt? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

[Artikelbild: Johannes Schaefers]

 

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Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

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