Die Urlaubswelle rollt: Vorsicht bei grünen Urlaubsmitbringseln

Vorsicht bei grünen Urlaubsmitbringseln!

Die Urlaubswelle rollt und treibt viele Urlauber in nahe und ferne Länder. Und neben schönen Erinnerungen vom Ferienort bringen viele Menschen auch kleine Andenken mit nach Hause, um so das Urlaubsgefühl einfach noch ein wenig zu verlängern. Auch Pflanzen und Gehölze gehören als Urlaubsmitbringsel dazu. Und so, völlig unbemerkt, können auch Schadorganismen wie Insekten, Pilze und Bakterien, welche die Pflanzen und Gehölze bereits befallen haben, als blinde Passagiere im Gepäck mitreisen.

»Durch den Reiseverkehr in der Ferienzeit steigt auch das Risiko der Einschleppung von gefährlichen Schadorganismen, die, einmal hier angekommen, sich schnell ausbreiten und erhebliche Schäden in der Land- und Forstwirtschaft, im Hausgarten sowie dem öffentlichen Grün verursachen können«, warnt Helmut Selders, Präsident des Bundes deutscher Baumschulen (BdB).

 

Sie heißen Xylella fastidiosa, Anoplophora chinensis oder Aromia bungii:

Auch wenn diese Namen poetisch klingen, verbergen sich dahinter gefährliche Schadorganismen, die zwar oft mit dem Verpackungsholz von Lieferungen, gelegentlich jedoch auch mit infizierten Pflanzen oder über Insekten in Pflanzenlieferungen nach Europa eingeschleppt werden: das Feuerbakterium, der Citrusbockkäfer und der Asiatische Moschusbockkäfer.

Das aus Amerika stammende Feuerbakterium Xylella breitet sich schon seit Jahren in Europa, insbesondere im Mittelmeerraum, aus und befällt Laubbäume, Sträucher, Zierpflanzen und Wildkräuter. Betroffen sind Pflanzenarten wie Olive, Lavendel, Rosmarin, Kreuzblume, Kirsche, Pflaume, Pfirsich, Wein, Oleander, Zitrone oder Berg-Ahorn.

 

Beim Mitbringen von pflanzlichen Souvenirs ist Vorsicht geboten:

»Bei der Einfuhr gewisser Pflanzen gelten besondere Vorschriften oder gar Verbote oder es sind Einfuhrdokumente nötig. Ansonsten werden die Pflanzen bei der Einreise am Flughafen vom Zoll beschlagnahmt und anschließend vernichtet«, erklärt Alwin Bogan von der Generalzolldirektion in Bonn und empfiehlt: »Wenn Urlauber auf pflanzliche Souvenirs nicht verzichten können und verhindern wollen, dass die Pflanze bei der Einreise vom Zoll entsorgt wird, sollen sie sich vor Reiseantritt über die aktuellen gesetzlichen Bestimmungen unter → www.zoll.de informieren, die je nach Herkunftsland variieren können.«

Auch die kostenlose App »Zoll und Reise« für iOS und Android hilft Reisenden, schnell und einfach herauszufinden, was bei der Einreise nach Deutschland erlaubt ist und von welchen Waren sie lieber die Finger lassen sollten.

Der Zoll trägt mit seinen Kontrollen dazu bei, Verstöße gegen die Artenschutzbestimmungen aufzudecken und die Vielfalt der Natur zu bewahren. Die meisten Verstöße werden von Urlaubern begangen, die Präparate oder Teile geschützter Tier- und Pflanzenarten aus Unwissenheit oder fehlendem Unrechtsbewusstsein als Souvenirs mit nach Hause bringen. Sie tragen – wissentlich oder unwissentlich – dazu bei, dass der Handel mit geschützten Arten blüht und leisten damit dem Aussterben von Tieren und Pflanzen Vorschub.

 

Bananenschneckerls Resümee:

Manchmal frage ich mich wirklich, was in den Köpfen der Menschen vorgeht. Einmal abgesehen davon, dass es in den meisten Ländern ebenso wie bei uns verboten ist, der Natur »einfach mal eben so« Pflanzen oder Tiere zu entnehmen, scheinen sich nur die wenigsten Gedanken darüber zu machen, welche Konsequenzen solch ein Tun haben kann. Ich jedenfalls möchte mir keine schädlichen Bakterien, Insekten oder Pilze in meinen kleinen Garten schleppen. Und gegen irgendwelche Zollgesetze zu verstoßen, kommt natürlich erst recht nicht infrage.

Als ich früher noch in verschiedenen Pflanzen- und Insektenforen unterwegs war, musste ich jedoch leider viel zu oft beobachten, dass dort regelrechte »Tauschbörsen« gepflegt wurden, in denen man seltene Tier- und Pflanzenarten als zweifelhafte Urlaubsmitbringsel ergattern konnte. Für mich einer der Gründe, warum ich mich in solchen Foren nicht mehr engagiere. Pflanzen und Tiere sollen dort bleiben, wo sie hingehören: in der freien Natur. Für besondere Wünsche gibt es den Gärtner meines Vertrauens und seriöse Insektenzüchter.

Was hältst du von lebenden Urlaubsmitbringseln? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

[Quelle: → Bund deutscher Baumschulen und eigene Recherche]

 

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Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

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