Smart Home - Die Zukunft ist jetzt

Smart Home – Die Zukunft ist jetzt

Als kleines Mädchen habe ich voller Begeisterung Science-Fiction-Bücher verschlungen. Die Protagonisten dieser Romane leben meist in fantastischen Welten mit ebenso fantastischen, intelligenten Häusern. Der Begriff »Smart Home« war noch nicht erfunden, sehr wohl aber die dahinter stehende Technologie. Zumindest in den Köpfen der SF-Autoren existierte bereits damals allerlei Trickreiches, um die Wohn- und Lebensqualität der Menschen zu erhöhen. Ach, wie sehr habe ich davon geträumt, in solch einer clever vernetzten Welt mit all ihren technologischen Wundern zu leben! Male dir bitte einmal das folgende Szenario aus:

 

6:25 Uhr:

Die achtjährige Sissi schläft. Murmelnd dreht sie sich auf die Seite und kuschelt sich in ihr Kissen, während sich die Wand neben ihrem Bett verwandelt. Die lustigen Kindermotive machen einem tropischen Regenwald Platz. Nebelfelder über dem Unterholz lösen sich rasch auf, während die Sonne den Urwald – und Sissi – weckt. Allerlei Getier flattert, kriecht, hüpft, fliegt oder schlängelt sich durch das Gewirr der Schlingpflanzen. Papageien fliegen über die Kronen der Urwaldriesen und Affen schwingen kreischend an den Lianen.

 

6:30 Uhr:

Wie jeden Morgen betrachtet Sissi eine Weile staunend das lebendige Bild, gähnt und schält sich dann langsam aus ihrer Bettdecke. Auf bloßen Füßen tapst sie ins Badezimmer. Die Fliesen unter ihren Füßen erwärmen sich auf ihrem Weg automatisch, das Licht springt an und das Haus wünscht einen guten Morgen. »Was möchtest du zum Frühstück, Sissi?«, fragt eine wohlklingende Stimme, die der von Tante Wally ähnelt.

 

6:40 Uhr:

Sissi spuckt die Zahnpasta ins Becken, das sich sofort selbst reinigt. »Nichts, ich habe heute keinen Hunger. Ich möchte nur einen Kakao.«
– »Dein Kakao steht in der Küche, sobald du fertig angezogen bist.«
– »Danke!«, sagt Sissi und springt unter die Dusche. Heute wählt sie Taste Nummer 8, die Rainbow-Taste. Angenehm temperiertes, aromatisch duftendes Wasser in allen Farben des Regenbogens rieselt ihr über Kopf, Nacken und Schultern. Als Sissi auf den Knopf für das kombinierte Duschgel+Shampoo drückt, schaltet sich das Wasser ab und nach exakt 90 Sekunden wieder ein. So, wie Mama es im Hauscomputer programmiert hat. Sissi verzieht murrrend das Gesicht: Zwei Minuten Einschäumzeit wären ihr lieber gewesen. Sie hasst es, sich beim Duschen beeilen zu müssen. Aber wenn es um Umweltschutz und Energieeffizienz geht, kennen Mama und Papa kein Pardon.

 

6:50 Uhr:

Kurz stellt Sissi sich noch unter den solarbetriebenen Körperföhn, bevor sie zurück ins Kinderzimmer geht. Der Körperföhn spart Handtücher und damit Wasser und Waschmittel. Die Wand neben ihrem Bett zeigt inzwischen einen exotischen Strand. Doch Sissi lässt sich davon nicht ablenken. Mit schief gelegtem Kopf begutachtet sie die Garderobe, die ihr der Kleiderschrank passend zur sommerlichen Außentemperatur präsentiert. Nach kurzem Überlegen wählt sie kurze Jeans, ein rotes T-Shirt und farblich dazu passende Sneakers und geht in die Küche. Dort liefert der Heißgetränkeautomat gerade mit einem letzten Blubbern den gewünschten Kakao, perfekt abgestimmt auf Sissis persönliche Vorlieben: nicht zuviel Mandeldrink, aber auch nicht zu wenig Kakao, kein Zucker und genau die richtige Menge Schaum. Hmmm … Lecker!

 

7:00 Uhr:

Der Kommunikator an Sissis Handgelenk piepst und erinnert sie daran, dass es Zeit für die Schule wird. Hastig stürzt sie den Rest Kakao hinunter, stellt ihren Becher in die Spülmaschine und eilt in den Flur. Der Bewegungssensor wird aktiv und informiert die Haustür, die sich nun öffnet. Gleichzeitig fahren an allen Fenstern die Rollos hinunter, um die angenehme Morgenkühle im Haus zu bewahren. Mist! Sissi fasst sich mit der Hand an die Stirn. In der Eile hat sie vergessen, die Spülmaschine zu aktivieren. Nun ist es zu spät, der Schulbus wartet. Dann muss sie das eben mit dem Kommunikator vom Bus aus nachholen! Schnell greift sie nach ihrem Hover-Rucksack und sprintet zur Straßenecke. Hinter ihr verriegelt sich die Haustür und teilt dem privaten Sicherheitsdienst mit, dass nun alle Bewohner das Haus verlassen haben.

 

17:30 Uhr:

Sissi kommt aus der Schule. Heute hat sie im Fach »eHome« gelernt, wie sie die Katzenklappe an der Terrassentür so programmieren kann, dass keine fremden Freigänger mehr ins Haus kommen. Mama und Papa finden das nämlich überhaupt nicht lustig. Aber die Katzenklappe ist ein Schulprojekt und solche Projekte sind nicht immer ohne Risiko. Ganz anders als Sissis Zuhause. Als sie sich dem Haus nähert, öffnet sich die Haustür und das Haus heißt sie willkommen. Ein Blick auf den Monitor im Flur informiert Sissi darüber, dass Mama schon daheim ist und im Garten den neuen Waschroboter beim Aufhängen der Wäsche steuert. Klasse! Das wird sicher lustig. Während Sissi und ihre Mutter den neuen Haushaltshelfer ausprobieren, schaltet sich der Backofen mit dem vorbereiteten Haselnussbraten ein. Jetzt fehlt nur noch Papa. Sissis Magen knurrt. Zum Glück sagt sein Auto, dass Papa in achteinhalb Minuten da ist. Prima! Dann können bald alle gemeinsam am selbstdeckenden Tisch essen.

 

Welcome Home! | Foto: Bence Boros

Welcome Home! | Foto: Bence Boros

 

Smart Home – Science-Fiction oder Wirklichkeit?

Was in meiner Kindheit noch Science-Fiction war, ist heute aufgrund des rasanten technologischen Fortschrittes und einer zunehmenden Digitalisierung unseres Alltags längst Realität. Und so beschäftigen sich immer mehr Menschen mit dem Thema Smart Home. Gar zu verlockend ist der Gedanke an ein »intelligentes Zuhause«, in dem Haustechnik und Haushaltsgeräte ebenso vernetzt sind wie die Unterhaltungselektronik. Wer wünscht sich schließlich nicht eine Steigerung seiner Wohn- und Lebensqualität? Außerdem hat es etwas Magisches, Technik durch Sprachbefehle oder eine App so zu steuern, dass sie die eigene Arbeit erledigt oder zumindest erleichtert. Fast ein bisserl so, als habe man die berühmten Kölner Heinzelmännchen zu Gast. Heinzelmännchen 2.0, sozusagen … Doch es geht nicht nur um mehr Komfort! Auch eine erhöhte Sicherheit sowie eine effizientere Energienutzung sind für viele Menschen von Bedeutung.

Doch was ist das überhaupt, ein »intelligentes Zuhause«? Für den einen zählen Haushaltsgeräte wie Kaffeeautomat, Waschmaschine oder Lampen dazu, die sich via Zeitsteuerung kontrollieren lassen. Für andere wiederum geht es darum, mithilfe von vernetzten Thermostaten Energie und damit Geld zu sparen. Und wieder andere wünschen sich einen besseren Einbruchschutz. Der Möglichkeiten gibt es viele und es ist nicht so einfach, sich hier als Einsteiger einen Überblick zu verschaffen. Eines ist allen Smart Homes gemeinsam: Das »Gehirn« jedes »intelligenten Zuhauses« ist das Hub oder Gateway, wo verschiedene smarte Komponenten vernetzt sind und mittels Computer, Tablet oder Smartphone gesteuert werden können. Dabei erfolgt die Kommunikation zwischen Mensch und Technik über gängige Funkstandards wie WLAN oder Bluetooth.

 

Dein Weg zum Smart Home:

Alles schön und gut, wirst du jetzt vielleicht sagen. Aber ist diese Technik nicht furchtbar kompliziert und teuer? Mei, die Antwort auf diese Frage ist wie alles im Leben relativ. Zuallererst solltest du überlegen, ob du dein Zuhause überhaupt in ein Smart Home verwandeln möchtest. Wenn dies der Fall ist, ermittelst du am besten im nächsten Schritt, welche Komponenten du in deinen vier Wänden installieren willst: Elektrogeräte, Licht, Rollläden, Türschlösser, Heizung, Entertainment? Manch einem genügt es, wenn morgens beim Betreten der Küche der Kaffee auf ihn wartet, während andere es schick finden, wenn während ihrer Arbeitszeit im Büro daheim ein Staubsaugerroboter das Parkett auf Hochglanz bringt. Mir persönlich ist beides nicht wichtig, da ich sowohl Kaffeekochen als auch Staubsaugen als meditativ empfinde. Aber jede Jeck is anders!

Nachdem du weißt, ob und in welchem – inhaltlichem, technischem und finanziellem – Umfang du dein Zuhause automatisieren möchtest, solltest du klären, ob du die Umsetzung allein oder mithilfe eines Profis realisieren kannst. Ich zum Beispiel möchte meine vier Wände lediglich mit einer intelligenten Lichtanlage und einem Multiroom-Entertainment-System aufpeppen. Das kann ich durchaus allein bewältigen. Bei der kompletten Ausstattung eines Hauses mit Smart-Home-Technik stößt du als Laie allerdings sehr schnell an deine Grenzen. Gerade in Bereichen wie Elektrizität und Wasser muss unbedingt ein Profi Hand anlegen – nicht zuletzt schon aus Sicherheits- und Versicherungsschutzgründen!

 

Buchtipp: »Smart Home – Bausteine für Ihr intelligentes Zuhause«:

Beliebig erweiterbare Einsteigerpakete rund um Themen wie Entertainment, Beleuchtung oder Sicherheit bekommst du bereits ab 150 Euro. Danach kann ein Smart Home vor allem für Bauherren richtig ins Geld gehen. Damit dieses gut angelegt ist, solltest du dich vorab schlau machen, damit du verstehst, was der Markt aktuell bietet und was davon für deine Familie und dich geeignet ist. Ein Buch, das bei Freunden, die gerade bauen, stets griffbereit auf dem Kaffeetisch liegt, ist das Fachbuch → »Smart Home – Bausteine für Ihr intelligentes Zuhause« von Frank Völkel und Ingrid Lorbach aus dem Verlag Haufe Lexware.

 

Smart Home - Bausteine für Ihr intelligentes Zuhause (Cover)

Smart Home – Bausteine für Ihr intelligentes Zuhause | Cover: → Haufe Shop

 

Klappentext:

Der Letzte verlässt morgens das Haus: Alle Lichter schalten automatisch ab, die Heizung fährt herunter und warmes Wasser wird erst kurz vor der Heimkehr seiner Bewohner wieder bereitgestellt. Ein Haus, das mitdenkt, ist kein Traum mehr, sondern Realität. Die notwendige Technologie steht bereits heute zur Verfügung. Die Autoren zeigen umsetzungsfähige Lösungen für geringeren Energieverbrauch und mehr Lebensqualität. Mit vielen Fotos und leicht verständlichen Abbildungen hilft das Buch auch technischen Laien bei der Planung eines Neubaus oder der Modernisierung.

 

Inhalte:
  • Leicht verständlich erklärt: das intelligente Haus gewerkeübergreifend planen.
  • Smart durch vernetzte Steuerung: mehr Funktionalität und Sicherheit für Ihr intelligentes Zuhause.
  • Ein angenehmes Raumklima mit energieeffizienten Heiz- und Lüftungssystemen schaffen.
  • Durch intelligente Beleuchtung die passenden Lichtverhältnisse für jeden Raum schaffen.
  • Mit regenerativer Energie selbst Strom und Wärme erzeugen.
  • Gemeinsame Mediennutzung für alle: das Smart Home als Entertainment Center.

 

Buchinformationen:

Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 224 Seiten
Verlag: Haufe Lexware
Erscheinungsdatum: 21. Oktober 2015 (2. Auflage 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3648049003
ISBN-13: 978-3648049006
Preis: 29,95 Euro

 

Bananenschneckerls Resümee:

Manches, von dem ich als Kind geträumt habe, ist Wirklichkeit geworden. So beispielsweise Kommunikatoren aka Smartphones, »mitdenkende« Haustechnik oder »intelligente« Kaffeemaschinen. Ebenso wie praktische Haushaltsroboter und automatische Katzenklappen. Oder Multimedia-Wände, die uns auf Knopfdruck fremde Welten zeigen. Anderes existiert bislang nur als Prototyp und ist für Otto Normalverbraucher wohl auch in Zukunft unerreichbar – das »Tischlein deck dich«, etwa, das auf Zuruf nicht nur den Tisch deckt und die Mahlzeiten serviert, sondern nach dem Genuss auch alles wieder abräumt und gleich im Anschluss den Abwasch erledigt. Doch wer weiß? Vielleicht wird ein pfiffiger Kopf auch dieses Tischlein irgendwann für uns erfinden und in ein Smart-Home-System integrieren. Die Zukunft ist jetzt. Und die Zukunft bleibt spannend.

Ist dein Zuhause schon ein Smart Home? Welche Smart-Home-Technologien hast du bereits installiert oder wirst du in Kürze installieren? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

[Artikelbild: Naomi Hébert]

 

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Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

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