NABU: Sperling wieder auf Platz eins

NABU: Sperling wieder auf Platz eins

Der NABU und sein bayerischer Partner LBV freuen sich über eine gute Beteiligung bei der 14. Stunde der Gartenvögel, die in diesem Jahr von Vatertag bis Muttertag stattfand. Über 56 000 Teilnehmer haben aus rund 37 000 Gärten Beobachtungen gemeldet. Der Haussperling bleibt mit 4,9 erfassten Individuen pro Meldung häufigster Gartenvogel, gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Star und Feldsperling.

»Die gute Beteiligung zeigt, dass viele Menschen ein großes Interesse an der Natur haben und bereit sind, sich für den Erhalt der Artenvielfalt zu engagieren«, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. »Das lässt auch darauf hoffen, dass immer mehr Hobbygärtner darauf achten, ihren Garten besonders vogel- und naturfreundlich gestalten.«

 

Junger Star | Bild: Andy Holmes

Junger Star | Bild: Andy Holmes

 

Vogelzahl leicht rückgängig:

Insgesamt wurden bei der Stunde der Gartenvögel 33,8 Vögel pro Garten gesichtet. Damit liegt das Endergebnis 3,1 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt von 34,9 Vögeln pro Garten. »Sieben der 15 häufigsten Gartenvogelarten weisen in diesem Jahr den niedrigsten jemals pro Garten gemessenen Wert auf. Nur vier Arten wurden in den üblichen Mengen gesichtet«, sagt Miller.

Leicht positive Nachrichten gibt es vom Vogel des Jahres 2018, dem Star. »Er wurde mit im Schnitt 2,1 Vögeln pro Garten gemeldet«, so Miller. »Das ist nur leicht unter dem Durchschnitt von 2,35 Staren, der seit 2006 gemessen wurde. Vor Beginn der Stunde der Gartenvögel, insbesondere zwischen 2002 und 2006, hatte der Star deutschlandweit dramatisch um über ein Drittel abgenommen. Seitdem hält sich der Bestand fast stabil, von den Beständen, die es bis zur Jahrtausendwende gab, sind die Stare jedoch weit entfernt.«

Bei Amsel und Grünfink haben sich die vermutlich krankheitsbedingten Rückgänge fortgesetzt. Die Amsel leidet unter dem Usutu-Virus. Bereits im vergangenen Jahr konnten NABU-Experten gemeinsam mit dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin nachweisen, dass der Rückgang der Amsel vor allem im Verbreitungsgebiet des Virus stattfindet. Beim Grünfink zeigen sich seit 2013 deutliche Rückgänge im Bestand, die vermutlich auf das Grünfinkensterben aufgrund von Trichomonaden-Infektionen zurückzuführen sind.

 

Amseln haben es heuer nicht leicht | Bild: Gio Diani

Amseln haben es heuer nicht leicht | Bild: Gio Diani

 

Insektenfressende Vögel auf dem Rückmarsch:

Besonders Arten wie Meisen, die ausschließlich Insekten fressen oder zumindest ihre Jungen mit Insekten füttern, wurden in diesem Jahr deutlich weniger gezählt. »Das passt zum generellen Trend der besonders starken Abnahme insektenfressender Vogelarten und muss weiter beobachtet werden«, so Miller. »Wer diesen Vögeln helfen will, sollte seinen Garten naturnah mit heimischen Büschen und Bäumen bepflanzen.« Wie es um die Nahrung vieler Vögel – die Insekten – in Deutschland bestellt ist, darum geht es bei der neuen Citizen-Science-Aktion → »Insektensommer«, dessen erste Phase noch bis zum 10. Juni läuft. Miller: »Wem das Schicksal unserer Gartenvögel am Herzen liegt, der sollte auch bei unserer → Insektenzählung mitmachen.«

 

Auch in unserem Garten lassen sich immer weniger Meisen blicken | Bild: Sean McGee

Auch in unserem Garten lassen sich immer weniger Meisen blicken | Bild: Sean McGee

 

Das sagt der Schokoschnegel:

Wo sich früher vor allem Kohl- und Blaumeisen ein fröhliches Stelldichein gaben, hüpfen heute auch bei uns vor allem Sperlinge durch die Hecken. Sicher, noch sind die Meisen nicht verschwunden, aber es sind deutlich weniger geworden. Das macht insbesondere Sissi traurig, denn sie hat die lustigen und frechen Meisen sehr ins Herz geschlossen. Ansonsten konnten wir während der 14. Stunde der Gartenvögel hauptsächlich Amseln in unserem Garten beobachten. Direkt vor dem Garten nistet ein Wildtaubenpärchen, in der Nachbarschaft leben zudem einige Elstern. Ansonsten herrscht Schweigen. Die beiden Rotkehlchen, die uns im Winter die Ehre gaben, sind zu unserem großen Bedauern verschwunden.

Wenn wir andere »typische Gartenvögel« beobachten möchten, müssen wir uns in die freie Natur begeben. Am Ufer unserer geliebten Würm finden wir wesentlich mehr Vogelarten als in unserem Garten. Vom Gänsesäger bis zum Eisvogel lässt sich eine reiche Artenvielfalt beobachten und bewundern. Das ist schön, denn auch die Natur längs der Würm wird immer wieder von Eingriffen durch die menschliche Hand bedroht. Doch wir tun unser Möglichstes, um diesen Schatz zu bewahren und die Menschen in unserer Umgebung darüber zu informieren, wie wichtig Umwelt- und Vogelschutz sind. Und natürlich nehmen wir auch an der Aktion »Insektensommer« teil. Du hoffentlich auch …

Vermisst du ebenfalls einige Lieblingsvögel in deinem Garten? Und was tust du, um »deinen« Gartenvögeln zu helfen? Ich freue mich über deinen Kommentar!

XOXO

Markus

[Quelle: → Naturschutzbund Deutschland e. V. // Artikelbild: Franck V.]

 

Comments
3 Responses to “NABU: Sperling wieder auf Platz eins”
  1. Leane sagt:

    Hallo Markus,

    hier gibt es auch einige Vögel und ab und an sehen wir auf unserem Grundstück einen wundervollen Rotmilan kreisen und die Spatzen sind hier immer zu Gast. Was uns aufgefallen ist, ist dass die Stare noch nicht in unserem Kirschbaum waren.

    Liebe Grüße

    Leane

  2. Hallo Markus,

    das kann ich bestätigen 😉 so viele wie hier herumfliegen 😀 … Ich finde dennoch, dass einige Vögel immer weniger werden und das ist schade!

    VG und Danke für den tollen Artikel!

    Katrin

  3. Sassy sagt:

    >> Insgesamt 33,8 Vögel pro Garten gesichtet.

    Wow, das ist ne Menge.

    Ich hab dieses Jahr auch wieder mitgemacht und ich glaub es waren knapp 20 in unserem Garten. Erfreulicherweise hab ich auch zum ersten Mal dieses Jahr einen Star in unserem Garten gesehen. 🙂 So schöne Tiere. Spatzen sind bei uns aber auch die Platzhirsche.

Leave A Comment

ARCHIV

Juni 2018
M D M D F S S
« Mai    
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
252627282930  

WER SCHREIBT HIER?

Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

Ihr zur Seite steht ein erfahrenes Team von Autoren, die sich im Blog ebenfalls regelmäßig zu Wort melden. Schau am besten öfter mal bei uns vorbei!