Bienenigel statt Bienentränke

Bienenigel statt Bienentränke

Der Frühling ist da – juchhu! Also heißt es für alle Gartenfreunde: Ab nach draußen! Und damit nicht nur du, sondern auch Bienen und andere fleißige Nektarsammler gut in die neue Saison starten können, haben wir allerlei Nützliches und Schönes für deinen Garten und Balkon vorbereitet. Den Anfang macht dabei eine Bienentränke der etwas anderen Art – mein frisch bepflanzter Bienenigel. Anleitungen für selbst gebaute Bienentränken gibt es im Internet zuhauf. Die einen sind eher dekorativ und wenig zweckdienlich (machen sich aber toll auf Instagram …), die anderen sind zwar bienenfreundlich, aber wenig schön anzusehen. Ich wollte etwas im Garten aufstellen, was sowohl Bienen und Schmetterlinge als auch mich glücklich macht. Und so habe ich vor ein paar Tagen spontan den Bienenigel erfunden.

Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge im letzten Sommer sehr gern die moosigen Stellen in meinem kleinen Garten aufgesucht haben, um ihre Rüssel tief im sattgrünen, feuchten Laub zu versenken. Das fand ich sehr spannend! Rücksprachen mit befreundeten Münchner Stadtimkern ergaben, dass dieses Verhalten keine Seltenheit ist: Die Insekten lieben es, im Moos zu trinken. Doch die Bienen trinken das Wasser auf dem Moos nicht nur, sie benötigen es auch dringend zur Wärme- und Luftfeuchtigkeitsregulierung ihres Bienenstocks sowie zur Pflege und Ernährung ihrer Larven. Erfahrene Imker glauben, dass ein mittelstarkes Bienenvolk bis zu 200 Gramm Wasser am Tag benötigt. Das ist ganz schön viel für so kleine Hautflügler! Umso besser, wenn die Wasserquelle dann nicht allzu weit entfernt vom Stock liegt, denn auch Bienen verbrauchen bei jedem Flug viel Energie.

Es lohnt sich daher, durchdachte Wasserquellen im eigenen Garten oder auf dem Balkon anzubieten und dabei zugleich in den Genuss zu kommen, die emsigen Tierchen bei ihrem Tun zu beobachten. Ich wünsche dir beim Nachwerkeln meines Bienenigels viel Spaß!

 

Je urtümlicher dein Bienenigel aussieht, desto besser kommt er bei den Bienen an

Je urtümlicher dein Bienenigel aussieht, desto besser kommt er bei den Bienen an

 

Mein Bienenigel zum Nachwerkeln:

Material für einen Bienenigel:
– 1 Kresseigel aus Naturton (z. B. von RÖMERTOPF©)
– Moos aus dem eigenen Garten (alternativ: Bio-Moos aus dem Gartencenter)
– zum Besprühen: Regenwasser

Anleitung für deinen eigenen Bienenigel:
Wässere deinen Kresseigel zuerst über Nacht in einer sauberen Schüssel oder Schale. Grabe dann mit einem scharfen Spaten oder einer Schaufel die benötigte Moosmenge flach aus. Alternativ kannst du auch den Pfannenwender aus deiner Küche verwenden. Wichtig dabei ist, dass du deine »Mooskolonie« so wenig wie möglich beschädigst, damit sich diese schnell wieder von diesem Eingriff erholen kann. Moose sind nämlich nicht nur hübsch anzusehen, sondern helfen auch, die Luft zu reinigen. Du solltest Moos daher immer mit liebevollem Respekt behandeln. Setze das Moos nun passgenau in deinen Kresseigel ein und drücke es behutsam an. Es macht nichts, wenn sich die »Igelstacheln« aus einzelnen Moosballen zusammensetzen. Im Gegenteil: Das betont den natürlichen Look! Besprühe zum Schluss deinen Bienenigel mit Wasser und stelle ihn an einen sonnigen bis halbschattigen Ort in deinen Garten oder auf deinem Balkon.

Pflege:
Moos ist nahezu unverwüstlich. Es wächst an Bäumen, auf Steinen und selbst an Betonwänden. Du findest es nicht nur in Europa, sondern auch in den Tropen und sogar in der unwirtlichen Antarktis, wo sonst fast nichts wächst. Und so wundert es dich vermutlich nicht, wenn ich dir jetzt verrate, dass moosartige Pflanzen die ersten Gewächse waren, die vor rund 450 Millionen Jahren das Land eroberten. Dennoch benötigt auch Moos ein bisserl Pflege – tägliches morgendliches Sprühen genügt allerdings. Düngen ist nicht erforderlich.

Hinweis:
Einige Moose stehen unter Artenschutz und dürfen in der freien Natur nicht gesammelt werden. Bitte halte dich daran und verwende nur Moos aus dem eigenen Garten oder Bio-Moos aus dem Gartencenter.

 

Kleine »Löcher« im Moosbett füllen sich nach und nach von allein

Kleine »Löcher« im Moosbett füllen sich nach und nach von allein

 

Der Kresseigel von RÖMERTOPF©:

In unseren Gärten ist der Igel ein gern gesehener, nützlicher Gast. Wenn das possierliche, rundliche Tierchen mit seinen schwarzen Knopfaugen und zahlreichen Stacheln meistens nachts unterwegs ist, frisst es nur allzu gern Insekten. Der Igel verhindert damit, dass die krabbelnden Plagegeister schlimme Schäden an Zier- und Nutzpflanzen anrichten. Ebenso nützlich, wenn auch auf andere Art, ist der Kresseigel von RÖMERTOPF©: Er besteht aus Ton und ist ebenso praktisch wie dekorativ. Statt unzähliger spitzer Stacheln wie bei seinem lebenden Vorbild, krönt dessen Rücken ein »Pelz« aus frischer Kresse. Oder wie in meinem Fall: aus Moos.

Kresse zählt zu den ältesten Gewürz- und Salatpflanzen und wurde bereits 365 vor Christus von dem griechischen Historiker Xenephon als besonders nährstoffreich und schmackhaft gepriesen. Das Aroma der Kresse ist pikant und frisch. Sie ist reich an Mineralien wie Eisen, Jod und Phosphor und enthält vergleichsweise große Mengen an Vitamin A und C. Zum Verfeinern von Salaten, Suppen oder auch von herzhaften Butterbroten erfreut sich die Kresse großer Beliebtheit.

Im Kresseigel lässt sich das Gewürzkraut zu jeder Jahreszeit besonders einfach und ganz ohne Erde zu Hause züchten. Dazu lässt man das Keramikgefäß gut durchfeuchten und verteilt danach Kressesamen gleichmäßig über den Rücken des Igels. Nun fünf Tage regelmäßig Wasser hinzugeben und schon kann die erste selbst gezogene Kresse geerntet werden. Der Kresseigel von RÖMERTOPF© wird zusammen mit einer Tüte Kressesamen geliefert und kostet um die 14,95 Euro (UVP).

 

Bananenschneckerls Resümee:

In meinem Fall hat der Kresseigel als Kräuterlieferant nicht funktioniert. Das liegt aber nicht am Produkt, sondern an meiner Wohnsituation: Ich habe nur eine einzige Fensterbank (alle anderen Fenster sind bodentief) und die guckt nach Süden. Die zarten Keimlinge sind bei jedem Ansatz in der Sonne vertrocknet. Bei meinen Freundinnen hingegen, denen ich den Kresseigel zu Weihnachten geschenkt habe, sprießen die Kressekeimlinge nach Herzenslust. So sehr ich mich für meine Mädels gefreut habe, so frustriert war ich auch. Bis ich dann vor einigen Tagen auf die Idee mit dem Bienenigel gekommen bin.

Der Bienenigel wird nicht nur von Bienen und Hummeln, sondern auch von den ersten Schmetterlingen sehr gut angenommen. Da er direkt neben meiner Sonnenliege steht, kann ich die kleinen summenden und schwirrenden Flieger nun hautnah beobachten. Ein tolles Erlebnis! Und für mich ein schönes Beispiel, wie aus Frust Lust entstehen kann – die Lust auf das Leben in all seiner bunten, krabbelnden, sirrenden und summenden Vielfalt. Oft muss man (Mensch) einfach nur mal um die Ecke denken und kommt dann auf schöne, kostengünstige Ideen, über Natur- und Artenschutz nicht nur klug daherzureden, sondern auch aktiv etwas für unsere Tierwelt zu tun.

Wie gefällt dir mein Bienenigel als Bienentränke der besonderen Art? Was tust du, um unsere Blütenbestäuber zu unterstützen? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

[Transparenz: Der Kresseigel wurde uns kosten- und bedingungslos von → RÖMERTOPF© zur Verfügung gestellt. Außerdem danke ich den Münchner Stadtimkern für ihre tolle Beratung!]

Comments
8 Responses to “Bienenigel statt Bienentränke”
  1. Drella sagt:

    Was für eine süße Idee! Ich habe auch noch einen Kresseigel im Küchenschrank, den ich lange nicht mehr benutzt habe, weil ich auf einen Sprossenturm umgestiegen bin. Nun weiß ich endlich, wie ich den süßen Tonigel noch sinnvoll verwenden kann. Danke!!!

    Liebste Grüße

    Drella

  2. Anna Möller sagt:

    Sehr kreativ, meine Liebe! 🙂 Eine schöne Idee zum Nachbasteln.

  3. Heike sagt:

    So eine süße Idee, die werde ich glatt nachbauen, habe zwar keinen Igel, aber da findet sich bestimmt was anderes.

    LG Heike

  4. Leane sagt:

    Das ist eine wundervolle Idee mit deinem Bienenigel, wir werden wieder eine kleine Blumenwiese für die Bienen anlegen, wünsche dir einen schönen Start in die neue Woche!

    Liebe Grüße

    Leane

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Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

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