Skull King

Auf Kaperfahrt mit dem Skull King

Rum, Radau und rasselnde Säbel sind im Schneckenhaus derzeit sehr en vogue. Denn seit Annas Bloggertreffen → »Zwischen Spree und Späti« spielen wir Skull King von Schmidt Spiele, begeben uns auf große Kaperfahrt und schnappen unseren Mitspielern heimtückisch die Schätze weg. Ehrensache, dass wir als anständige Piraten wissen, was sich gehört und beim abenteuerlichen Stichspiel lauthals »15 Mann auf des toten Manns Kiste« aus dem legendären ZDF-Vierteiler → »Die Schatzinsel« singen. Dass der Schokoschnegel dabei seine Augenklappe schwenkt, ist allerdings nur ein Gerücht. Oder vielleicht doch nicht?

Vielleicht erinnerst du dich noch: »Des toten Manns Kiste« ist eine Insel, die zwischen den Inseln Tortola und Fallen Jerusalem liegt und auf der 15 Meuterer mit nur einem Säbel und einer Flasche Rum ausgesetzt wurden. Was für ein Schicksal! Jeder kann sich vorstellen, was 15 Piraten auf einer abgelegenen Insel anstellen, wenn alle sowohl die Waffe als auch die Buddel voll Rum in ihre gierigen Griffel bekommen wollen. Tja … Dumm gelaufen, nennt man das wohl! Zu schade, dass die bösen Buben nicht auch das von Brent Beck entworfene Kartenspiel Skull King dabei hatten. Dann nämlich hätten sie friedlich um einen Schluck aus der Buddel spielen können und dabei sicher eine Menge Spaß gehabt. So wie wir.

 

15 Mann auf des toten Manns Kiste
Yo Ho Ho und ne Buddel voll Rum
Schnaps stand stets auf der Höllenfahrtsliste
Yo Ho Ho und ne Buddel voll Rum

 

Skull King (Packshot)

Skull King

 

Worum geht es bei Skull King?

Yo Ho Ho! Die Spieler machen sich auf zur großen Kaperfahrt und schnappen den Mitspielern die Schätze und die Stiche weg. Aber nur so viele, wie sie am Anfang der Runde angekündigt haben. Allerdings machen fiese Piraten, liebliche Meerjungfrauen und der mächtige Skull King einem oft einen Strich durch die Rechnung. Ein heiteres Spiel, bei dem es in Piratenmanier oft hoch hergeht.

 

Hintergrund:

Von wegen Seeschlachten mit Kanonendonner und Enterhaken! In Wirklichkeit war alles viel harmloser! Ehrwürdige Piraten trugen ihre Schlachten lieber in schäbigen Tavernen am Spieltisch mit Karten aus. Wer seinen Kontrahenten nicht nur die meisten Stiche abluchsen kann, sondern diese auch am genauesten vorhersagt, geht dabei erfolgreich aus dem Wettstreit hervor.

 

Spielziel:

Der Wettstreit der Piraten geht über zehn Durchgänge. In jedem Durchgang müssen die Spieler anzeigen, wie viele Stiche sie in diesem Durchgang gewinnen wollen. Und dann geht es darum, diese Ansage genau zu erfüllen … Wer seine Ankündigung nicht erfüllt, weil er zu viele oder zu wenige Stiche gewinnt, verliert an Ruhm und Ansehen. Keinen Stich anzusagen, kann sehr lukrativ sein. Allerdings ist es auch risikoreich … Während im ersten Durchgang jeder nur eine Karte zur Verfügung hat, steigt die Zahl der Karten von Durchgang zu Durchgang um je eine an. In jedem Durchgang versuchen die Spieler, möglichst viele Punkte zu erreichen. Wer nach zehn Durchgängen die meisten Punkte sammeln konnte, gewinnt.

 

Yo Ho Ho!

Alle Karten werden gut gemischt. Anschließend werden an jeden Spieler Karten verdeckt ausgeteilt. Die Anzahl der Karten ändert sich von Durchgang zu Durchgang. Im ersten Durchgang erhält jeder Spieler nur eine Karte, im zweiten zwei Karten usw., bis im zehnten und letzten Durchgang an jeden Spieler zehn Karten verteilt werden. Es werden pro Durchgang so viele Runden gespielt, wie die Spieler Karten auf der Hand haben. Pro Runde muss jeder Spieler nacheinander offen eine Karte ausspielen. Dies wird als »Stich« bezeichnet.

Jeder Spieler schaut sich nach dem Ausspielen seine Karte(n) an und überlegt, wie viele Stiche er mit dieser(n) Karte(n) gewinnen wird. Zur besseren Übersicht bitte die Augenklappen ablegen.

Zum Zeichen, dass sich ein Spieler für eine Stichzahl entschieden hat, streckt er eine Faust in die Tischmitte. Wenn alle Spieler ihre Faust in die Tischmitte halten, folgt der gemeinsame Piratenschlachtruf »Yo Ho Ho!«. Dabei heben alle Spieler ihre Faust in die Höhe und hauen sie mit jedem Wort des Piratenschlachtrufes auf den Tisch. Mit dem zweiten »Ho« öffnen alle Spieler gleichzeitig ihre Faust und strecken so viele Finger aus, wie sie in dieser Runde Stiche gewinnen wollen. Wer sich mehr als fünf Stiche zutraut, streckt zwar fünf Finger aus, nennt aber die Zahl gleichzeitig laut und deutlich. Die Stichansagen werden auf dem Block in der schmalen Spalte für jeden Spieler notiert.

 

Welche Karten gibt es und welche Karte gewinnt den Stich?

Den Stich gewinnt immer derjenige Spieler, der die höchste Karte gespielt hat. Grundsätzlich ist das die höchste Farb-Karte in der angespielten Farbe. Wurden andere Farb-Karten als die angespielte Farbe gelegt, weil der Spieler diese Farbe nicht hat, so ist deren Wert bedeutungslos. Ausnahme: Die Totenkopfflagge (Schwarz) ist die höchste Farbe und übertrumpft alle anderen Farben, unabhängig vom Zahlenwert. Alle übrigen Farben sind untereinander gleichrangig.

Spielbeispiel: Auf eine angespielte »gelbe 2« wird eine »gelbe 12« gelegt. Die nächsten beiden Spieler haben kein Gelb und spielen eine »blaue 13« und eine »schwarze 1«. Den Stich gewinnt die »schwarze 1«, da Schwarz immer die höchste Farbe ist. Ohne die schwarze Karte hätte die »gelbe 12“ den Stich gewonnen, da sie die höchste Karte in der angespielten Farbe (Gelb) war. Grundsätzlich muss ein Spieler die ausgespielte Farbe bedienen. Allerdings kann ein Spieler, auch wenn er die Farbe bedienen könnte, immer auch eine der Sonderkarten spielen.

 

Blick auf die liebevoll gestalteten Sonderkarten

Blick auf die liebevoll gestalteten Sonderkarten

 

Die Sonderkarten:

Escape: Diese Karte hat den Wert »Null« und ist immer die niedrigste Karte. Sie wird gespielt, um einen Stich nicht zu gewinnen. Spielen jedoch alle Spieler eine Escape-Karte, gewinnt derjenige den Stich, der die erste Escape-Karte gespielt hat.

Die Mermaid ist höher als alle Farb-Karten (auch höher als die Totenkopfflagge), wird aber von Piraten-Karten überstochen. Sie ist wiederum höher als der Skull King, denn dieser lässt sich von ihr betören: Befindet sich die Mermaid im selben Stich wie der Skull King, gewinnt die Mermaid immer den Stich – egal welche Karten sonst noch im Stich sind – und der Spieler erhält dafür einen zusätzlichen Bonus.

Piraten: Diese Karten sind höher als alle Farb-Karten – unabhängig von deren Farbe oder Wert – und die Mermaid. Es gibt nur drei Möglichkeiten, mit einer Piraten-Karte keinen Stich zu gewinnen:

  1. sie wird nach einer anderen Piraten-Karte gespielt,
  2. sie wird durch einen später ausgespielten Skull King überstochen oder nach dem
    Skull King gespielt oder
  3. sie wird von einer Mermaid überstochen, die im selben Stich wie der Skull King
    gespielt wird.

Die Scary Mary kann entweder als Piraten-Karte oder als Escape-Karte gespielt werden. Der Spieler, der diese Karte ausspielt, sagt beim Ausspielen an, in welcher Funktion er die Scary Mary einsetzen möchte.

Der Skull King kann nur von einer Mermaid geschlagen werden. Alle anderen Karten sind niedriger als der Skull King. Befindet sich im Stich, der mit dem Skull King gewonnen wird, eine Piraten-Karte (hierzu zählt auch die Scary Mary, egal wie sie eingesetzt wurde), erhält der Spieler einen Bonus.

 

Punktevergabe:

Für das richtige Ansagen seiner Stichanzahl erhält ein Spieler 20 Punkte pro gewonnenen Stich. Beispiel: Ein Spieler sagt drei Stiche an, die er auch schafft. Er erhält insgesamt 60 Punkte. Gewinnt ein Spieler mehr oder weniger Stiche als angekündigt, bekommt er keine Pluspunkte und kann auch keine Bonuspunkte erreichen. Er erhält zehn Minuspunkte für jeden Stich, der von seiner Ansage abweicht. Beispiel: Ein Spieler sagt fünf Stiche an, gewinnt aber nur einen Stich. Die Differenz beträgt vier Stiche. Er bekommt also 40 Minuspunkte.

Macht ein Spieler die Ansage »keinen Stich« und schafft auch keinen Stich, erhält er Punkte entsprechend der aktuellen Runde mal zehn. Gelingt einem Spieler dies aber nicht, und er muss einen oder mehrere Stiche nehmen, so erhält er die gleiche Anzahl Punkte als Minuspunkte notiert. Macht ein Spieler die Ansage »keinen Stich« und erweist sie sich als falsch, ist es somit egal, ob er dann einen oder beispielsweise drei Stiche bekommt. Die Ansage, keinen Stich erhalten zu wollen, ist also risikoreich! Damit kann ein Spieler viele Punkte gutmachen, aber auch viele Punkte verlieren.

 

Bonuspunkte:

Mit Karten, auf denen Goldmünzen in den Symbolen abgebildet sind, kann man Bonuspunkte erzielen. Allerdings kann ein Spieler diese Bonuspunkte nur erlangen, wenn er es schafft, genau so viele Stiche zu bekommen, wie er angesagt hat. Sollte ein Spieler das nicht schaffen, so kann er auch keine Bonuspunkte erlangen. Hat ein Spieler in einem Stich mit dem Skull King einen oder mehrere Piraten-Karten gefangen, so erhält der Spieler für jede Piraten-Karte im Stich einen Bonus von 30 Punkten. Die Scary Mary zählt dabei immer als Pirat, auch wenn sie als Escape gespielt wurde. Und hat ein Spieler in einem Stich mit seiner Mermaid den Skull King gefangen, so erhält der Spieler dafür einen Bonus von 50 Punkten.

 

Der Block:

Die jeweils angesagten Stiche und die dann erzielten Punkte werden auf dem Block notiert. Diese Aufgabe sollte möglichst ein Spieler ohne Hakenhand übernehmen. Nachdem ein Durchgang gespielt und notiert wurde, werden alle Karten wieder gemischt und neu für den nächsten Durchgang ausgeteilt. Von Durchgang zu Durchgang wächst die Anzahl der Karten jeweils um eine Karte. Übrigens kannst du dir auf der Website von Schmidt Spiele kostenlos neue Blockvorlagen herunterladen, wenn dein Block aufgebraucht ist.

 

Spielende:

Das Spiel endet nach zehn Durchgängen. Der Spieler mit den meisten Punkten hat schlau geboten, erfolgreich gestochen und die Schlacht für sich entschieden. Yo Ho Ho!

 

Produktinformationen:

– Spielalter: ab acht Jahren, dann natürlich ohne eine Buddel voll Rum an Bord …
– Spielerzahl: zwei bis sechs Spieler – je mehr, desto lustiger!
– Spieldauer: etwa 30 Minuten.
– Erhältlich seit: 2. Januar 2014.
– Verpackungsmaße: 9,50 x 12,20 x 2,50 Zentimeter.
– Gewicht: 220 Gramm.
– Preis: 8,29 Euro.
– Beste Buddel voll Rum zum Spiel: Dos Maderas Luxus 10+5 von den → Bodegas Williams & Humbert. Dieser edle Rum kostet zwar um die 50 Golddublonen, ist aber jede Dublone wert!
– Leckerste karibische Rezepte für die Spielpausen: Papayasalat mit Limetten-Vinaigrette, Feurige Bananensuppe, Kreolische Kartoffeln, Mahi Mahi mit Brotfruchtpommes, Scharfe Fischsuppe mit Süßkartoffeln, Gebratene Kokos-Bananen, Mangoeis mit Kokos, Kokoskuchen oder Karibische Würznüsse.

 

Bananenschneckerls Resümee:

Weder das Spiel selbst noch das Spielprinzip sind neu. Dennoch konnte uns Skull King rundum überzeugen. Und das liegt nicht nur an den äußerst liebevoll illustrierten 66 Karten, die angenehm griffig in der Hand liegen, sondern vor allem am Spieltempo. Bereits nach wenigen Spielminuten waren uns die Spielregeln und Kartenwerte vertraut. Dank des Blocks und eines Spielleiters ohne Hakenhand war auch der Überblick über die Punkte so angenehm wie das liebliche Gluckern der Wellen am Bug bei Südwestwind. Der Piratenschlachtruf »Yo Ho Ho! tut ein Übriges, um den Spielspaß zu erhöhen und bietet außerdem den perfekten Vorwand, sich zwischendurch ein Schlückchen Rum zu genehmigen. Hicks!

Das unterhaltsame Stichspiel lebt von seiner berechenbaren Unberechenbarkeit. Und so steigt von Runde zu Runde die Spannung: Hält man sich anfangs noch für einen gewieften Freibeuter, wird man schon im nächsten Moment von der Totenkopfflagge eingewickelt, von der Mermaid verführt, von Scary Mary in Angst und Schrecken versetzt, von Piraten gefangen oder gar vom Skull King persönlich kielgeholt. Da heißt es tief Luft holen, neue Kraft schöpfen und in der nächsten Kartenrunde seine Karten gut ausspielen. Ein bisserl Kartenglück kann dabei natürlich auch nicht schaden. Und wer weiß? Vielleicht kannst du die Meergottheiten ja mit einem Schlückchen Rum auf deine Seite bringen …

Wie gefällt dir das Kartenspiel Skull King? Hast du es vielleicht sogar schon selbst gespielt? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

[Transparenz: Das vorgestellte Kartenspiel Skull King wurde uns im Rahmen des Bloggertreffens »Zwischen Spree und Späti« als kosten- und bedingungsloses Testmuster von → Schmidt Spiele zur Verfügung gestellt. Auch die Produktinformationen und -fotos stammen von Schmidt Spiele.]

Comments
7 Responses to “Auf Kaperfahrt mit dem Skull King”
  1. Anna Möller sagt:

    Haha! Sehr unterhaltsam geschrieben und vor allem sehr ausführlich – da braucht man ja fast keine Anleitung mehr. 😉 Mein Artikel steht noch aus, aber ehrlich gesagt, konnte mich das Spiel im Zweierspieler-Modus noch nicht so ganz überzeugen, aber Recht hast Du: die Karten an sich sind echt hübsch!!!

    • Am meisten Spaß macht Skull King, wenn vier bis sechs Spieler mitspielen. Versuche es doch mal mit Will, deiner Mama, deinem Bruderherz und deiner Cousine – und vergiss den Rum nicht! 😉

      XOXO

      Sissi

  2. Leane sagt:

    Das ist bestimmt ein sehr unterhaltsames Spiel. Schönen Freitag wünsche ich dir!

    Liebe Grüße

    Leane

  3. Perdita sagt:

    Das Design der Karten ist absolut genial. Und ich hätte jetzt gern das Mangoeis mit Kokos. 🙂

    LG Perdita

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Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

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