Schillers »Räuber« in Mundart

Schillers »Räuber« in Mundart

Nächste Woche wartet ein besonderes Schmankerl auf theaterverliebte Münchner: »Die Räuber« von Friedrich von Schiller als mundartliche Machtmenschen. Schillers frühes Drama »Die Räuber« schildert die tödliche Auseinandersetzung mit der Ordnung der Väter, die ihnen Obdach und Liebe versagt und keine Zukunft mehr bieten kann.

Karl ist eigentlich Everybody‘s Darling, dem die Ordnung zu eng und bieder geworden ist. Teils aufgrund eigener Überschätzung und idealistischem Radikalismus, teils durch die Intrige des Bruders ist er verstoßen aus der Sphäre des Vaters und der Gesellschaft. Jetzt will er Vergeltung. Der Kraftmensch Karl schwingt sich zum Hauptmann einer Räuberbande auf, die gewaltsam und brutal die Gesetze bricht. Idealistischer Widerstandsgeist schlägt in Anarchie um, Empörung gegen das System in erbarmungslose Gewalt.

Franz ist niemandes Liebling. Fehlende Vaterliebe und die Ungerechtigkeiten der Natur lassen den Zweitgeborenen zum rationellen Materialisten und Intriganten werden, der sich seinen selbstgeschaffenen Platz in der Welt erzwingen will. Machtmenschen sind sie beide. In »Die Räuber« inszeniert das Theaterensemble → südsehen in bayerischer Mundartsprache den Konflikt zwischen Gesetz und individueller Freiheit in einer gesellschaftlichen Ordnung, die sich überlebt hat. In Zeiten von digitalem und demografischem und politischem Wandel womöglich moderner denn je. Regie führt Robert Ludewig, Dramaturgin ist Nikolai Steinhart, Ausstatterin Aylin Kaip. Es spielen: Stefanie Mendoni, Joachim Assfalg, Dieter Fernengel, Ruben Hagspiel und Thomas Trüschler.

 

Über südsehen:

Mit seinen mundartlichen Produktionen will südsehen auch die Rolle des Dialekts kritisch hinterfragen und andererseits den Dialekt bewahren, ihm Geltung verschaffen als etwas Wertvollem, Gleichberechtigtem und Identitätsstiftendem, jenseits von folkloristischen Bauernstücken oder nostalgischen Komödien.

 

Alle Infos im Überblick:

Datum: 7. und 8. Februar 2018
Beginn: 19:30 Uhr
Ort: Einstein Kultur Gewölbe 1
Eintritt: 17,00 Euro, ermäßigt 12,00 Euro
Reservierung: → Einstein Kultur
Anfahrt: U4/U5 Max-Weber-Platz; Tram 15, 16, 19, 25; Bus 190, 191

 

Bananenschneckerls Resümee:

»Die Räuber« ist eines meiner absoluten Lieblingstheaterstücke. Nicht nur von Schiller, sondern überhaupt. Und die Idee, das Stück in bayerischer Mundart zu inszenieren, finde ich überaus gelungen. Allerdings befürchte ich, dass mein »Boarisch« nicht ausreichen wird, um den Schauspielern auf der Bühne zu folgen. Auch, wenn ich es eigentlich auswendig kenne … Vermutlich ist es daher besser, wenn sich der Schokoschnegel das Stück ansieht. Mal gucken, was er dazu sagt.

Wie gefällt dir die Idee, klassische Theaterstücke in heimischer Mundart auf die Bühne zu bringen? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

[Quelle: → Einstein Kultur]

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Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

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