Ohne Moorschutz kein Klimaschutz

Ohne Moorschutz kein Klimaschutz

Zum morgigen Welttag der Feuchtgebiete fordert der NABU die zukünftige Regierungskoalition zu einem verstärkten Schutz der Moore auf. Nur so könnten die nationalen und die von der EU gesteckten Klimaziele erreicht werden. »Moore speichern doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Erde zusammen. Doch nur noch fünf Prozent unserer deutschen Moore sind heute überhaupt noch in einem naturnahen Zustand«, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Werden Moore entwässert, emittieren sie große Mengen klimaschädlicher Treibhausgase. Mehr als ein Drittel der Emissionen aus der Landwirtschaft stammen aus der Nutzung unserer Moorböden. Nach den energiebedingten Emissionen sind Moore die zweitgrößte Quelle der Gesamtemissionen Deutschlands.

»Dabei ist ein engagierter Moorschutz im Vergleich zu anderen Klimaschutzmaßnahmen eines der kostengünstigsten und effizientesten Instrumente. Darüber hinaus bedeutet Moorschutz auch, bedrohte Arten und ihre Lebensräume zu schützen sowie die Schadstoffeinträge in Gewässer zu reduzieren. Der NABU fordert Union und SPD auf, sich konkrete Ziele zu setzen«, sagte Miller. »Bis 2030 muss insbesondere der Torfeinsatz im Gartenbau weitestgehend beendet und die auf eine Entwässerung ausgerichtete Landwirtschaft vollständig aufgegeben werden«, so Miller weiter. Zudem müssten bis 2050 bundesweit alle Moorflächen renaturiert oder in eine klimaneutrale Form der Nutzung überführt werden. Die Bundesrepublik stehe laut NABU in der Pflicht, hier die richtigen Förder- und ordnungsrechtlichen Instrumente zu schaffen. Ohne ein begrenztes Budget an Emissionen aus der Landwirtschaft seien die Klimaschutzziele unabhängig von den ebenfalls notwendigen Emissionsreduktionen im Energie-, Transport- und Industriesektor nicht erreichbar.

 

Ohne Moorschutz kein Klimaschutz - Die moderne Landwirtschaft verdrängt immer mehr Moorlandflächen

Die moderne Landwirtschaft verdrängt immer mehr Moorlandflächen

 

Hintergrund zum Internationalen Tag der Feuchtgebiete:

Mit dem Beginn der 60er Jahre wurden Feuchtgebiete radikal entwässert. Eine Folge war ein drastischer Rückgang der Wat- und Wasservögel. Aus diesen Gründen wurde am 2. Februar 1971 in der Stadt Ramsar im Iran ein internationales Abkommen zum Schutz dieser bedrohten Lebensräume beschlossen. Deutschland unterzeichnete den Vertragstext 1976 und hat sich damit verpflichtet, die nach der »Ramsar-Konvention« geschützten 34 Gebiete in Deutschland insbesondere als Lebensraum für die Vogelwelt zu erhalten. Zur Erinnerung an dieses Abkommen wird der von der UNESCO ausgerufene Welttag der Feuchtgebiete seit 1997 jährlich am 2. Februar begangen.

 

Ohne Moorschutz kein Klimaschutz - Gehören Bilder wie dieses bald zur Vergangenheit?

Gehören Bilder wie dieses bald zur Vergangenheit?

 

Das sagt der Schokoschnegel:

Moorlandschaften zählen mit ihrer einzigartigen Artenvielfalt zu den schönsten und faszinierendsten Ökosystemen der Welt. Daher sollte Moorschutz für uns alle selbstverständlich sein – auch und gerade für die »Damen und Herren Politiker«. Für mich ist daher unbegreiflich, wieso Entwässerung und Torfabbau im Jahre 2018 überhaupt noch ein Thema sind. Beides hätte längst abgeschafft gehört. Ehrensache, dass in unserem Garten kein Torf verwendet wird und wir nur mit umweltfreundlicher Pflanzenerde arbeiten. Als Torfersatz dienen uns zum Beispiel Kompost oder Rindenhumus sowie Holz- und Kokosfasern. Ebenfalls mehr als ärgerlich empfinde ich die überall erhältlichen »Luft- und WC-Erfrischer«, deren gefährliche Inhaltsstoffe unsere Gewässer und damit auch unsere Feuchtgebiete verschmutzen. Wenn wir weiterhin Schindluder mit der Natur betreiben, werden unsere Nachfahren Moore allenfalls noch auf alten Dokumentationen im Fernsehen bewundern können. Keine schöne Zukunftsperspektive, oder?

Machst du dir ebenfalls Gedanken über den Schutz unserer Feuchtgebiete? Und gibt es in deinem Gartencenter noch torfhaltige Substrate? Wenn ja: Was unternimmst du dagegen? Ich freue mich über deinen Kommentar!

XOXO

Markus

[Quelle: → Naturschutzbund Deutschland e. V. // Fotos: Joanna Kosinska]

Leave A Comment

ARCHIV

Februar 2018
M D M D F S S
« Jan    
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728  

WER SCHREIBT HIER?

Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

Ihr zur Seite steht ein erfahrenes Team von Autoren, die sich im Blog ebenfalls regelmäßig zu Wort melden. Schau am besten öfter mal bei uns vorbei!