Mit eat-the-world durch Eppendorf

Mit eat-the-world durch Eppendorf

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Das wusste schon der deutsche Dichter Matthias Claudius. Doch während das Reisen zu seinen Lebzeiten (1740 bis 1815) noch beschwerlich, voller Gefahren und meist nur den Reichen und Privilegierten vorbehalten war, müssen wir uns heute schon ein bisserl anstrengen, um echte Abenteuer zu erleben. Die Welt ist zum globalen Dorf geworden. In Tokio bekomme ich dasselbe Essen aufgetischt wie in Amsterdam, Kairo oder München. Irgendwie langweilig, oder? Das fand auch Elke Freimuth und gründete im April 2008 in Berlin eat-the-world, um Besuchern und Einheimischen den Weg zu leckerem Essen und kulturellen Einblicken fernab ausgetretener Touristenpfade aufzuzeigen. Vier Jahre später gesellte sich Katrin Buck dazu. Mittlerweile bietet eat-the-world 80 kulinarisch-kulturelle Stadtführungen in 35 Städten an.

Mit den → #blogladiesontour2017 durfte ich im Oktober an der Tour durch den eleganten Hamburger Stadtteil Eppendorf teilnehmen. Bei prasselndem Regen erlebten wir die Großstadtschönheit im Wandel der Zeit. Dabei waren die Schilderungen unserer Stadtführerin Michaela Mumm so spannend, dass uns das Schmuddelwetter gar nicht viel ausmachte. Und ich konnte gleich meinen neuen Taschenschirm von Knirps zum Einsatz bringen. Zwischen dörflicher Idylle und Großstadtatmosphäre gewährte uns Eppendorf ungewohnte Einblicke in kleine Hinterhöfe und malerische Parks. Aus dem einstigen Künstler- und Studentenviertel ist ein angesagter Stadtteil für Akademiker und gut situierte Familien geworden. Während des dreistündigen Spaziergangs erfuhren wir viel über die Geschichte, Stadtentwicklung sowie das kulturelle Angebot Eppendorfs. Zwischendurch machten wir an sieben ausgewählten Cafés, Bistros und Traditionsgeschäften Station und genossen leckere Kostproben.

 

»Uns liegt die authentische Vielfalt am Herzen und dieses möchten wir mit einem umfassenden Blick in das jeweilige Viertel vermitteln: Wer hat dort früher gelebt, wie hat sich die Nachbarschaft entwickelt, was isst man dort, wo geht man hin, wie lebt man? Wir machen fremden Alltag interessant.« (eat-the-world)

 

Unsere Genussstationen auf der Hamburg-Eppendorf-Tour:

Alle Namen der von uns besuchten Lokalitäten werde ich dir nicht verraten, damit du den Überraschungseffekt selbst genießen kannst. Überdies können die Stationen und Kostproben auch von Tour zu Tour variieren. Wir jedenfalls durften köstliche Spezialitäten genießen von:

  • einem mexikanisch-karibischen Restaurant
  • einem französischen Bistro
  • einem britischen Conceptstore
  • einer zuckersüßen Keksmanufaktur
  • einem traditionellen indischen Restaurant
  • einer Schokoladenmanufaktur
  • einem gemütlichem Café

 

Meine kulinarischen Highlights:

Von den sieben Stationen haben mir das Restaurant »La Quesadilla« mit seiner mexikanisch-karibischen Küche und der Conceptstore »KITTEL’S – FINE BRITISH GOODS« besonders gut gefallen. So gut, dass ich beiden jeweils einen eigenen Artikel widmen werde. Vielleicht gönne ich mir beim Schreiben ja sogar ein Gläschen Earl Grey Gin und knabbere dazu eine Weizentortilla? Sei gespannt!

 

Im »La Quesadilla« spielt La Catrina eine wichtige Rolle

Im »La Quesadilla« spielt La Catrina eine wichtige Rolle

 

Honey, I feel so British today ...

Honey, I feel so British today …

 

Mein kulturelles Highlight:

Als kleinem Revoluzzer gefiel mir das großbürgerliche Haus in der Haynstraße 1 am besten. Schon seit den »Wilden Siebzigern« schaffen es die Bewohner, sich erfolgreich gegen Räumungsklagen der Vermieter zu wehren. Die → MIETERGRUPPE HAYN-/HEGESTRASSE gestaltet gemeinsam das Leben im Haus und nimmt Einfluss auf das politische und kulturelle Leben im Stadtteil. Derzeit gehören 43 Erwachsene und Kinder zur Gruppe, die in 22 Wohnungen leben. Außerdem gibt es im Haus fünf Hunde und zwei Vögel. Die Geschichte der wohl ältesten Hausgemeinschaft Hamburgs finde ich so interessant, dass ich dem Kulturdenkmal bei Gelegenheit einen eigenen Artikel widmen werde.

 

Durch Transparente äußern die Bewohner des Hauses Haynstr.1-3/Hegestr. 41 ihre Meinung

Durch Transparente äußern die Bewohner des Hauses Haynstr.1-3/Hegestr. 41 ihre Meinung

 

Wo findest du eat-the-world und was kostet der Spaß?

Aktuell bietet eat-the-world seine kulinarisch-kulturellen Stadtführungen in Augsburg, Bamberg, Berlin, Bochum, Bonn, Braunschweig, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Erfurt, Essen, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Kiel, Köln, Leipzig, Lübeck, Lüneburg, Mainz, Mülheim a. d. Ruhr, München, Münster, Nürnberg, Oldenburg, Potsdam, Regensburg, Rostock, Saarbrücken, Stuttgart, Wiesbaden, Wuppertal und Würzburg an. Weitere Touren in Deutschland und Europa sind in Planung. Das Konzept von eat-the-world ist einzigartig. Es gibt kulinarische Führungen sowie Tapas-Touren. Meistens jedoch handelt es sich um komplette Menüs in drei bis fünf verschiedenen Restaurants. Die Idee mit den kleinen Kostproben ist neu.

Das Motto: »Lern’ die Region über das Essen und die Menschen kennen«. Mit dieser Idee überzeugte eat-the-world auch den Verband Internet Reisevertrieb (VIR) und gewann den Innovations-Wettbewerb »Sprungbrett 2009«. Ein Jahr später gewann eat-the-world darüber hinaus beim Geschäftsideenwettbewerb »Kreuzberg handelt« in der Kategorie »Unternehmer«.

Alle kulinarisch-kulturellen Touren mit maximal 16 Teilnehmern dauern drei Stunden. Während der Stadtführung erfährst du allerlei Wissenswertes über die Geschichte und Architektur sowie die Menschen und Geschäfte im Stadtteil. Im Preis von 33 Euro für Erwachsene (Kinder bis zu zwölf Jahren zahlen 16,50 Euro) enthalten sind auch eine gedruckte Broschüre mit Informationen zur Tour und den kulinarischen Partnern sowie sieben leckere Kostproben. Na dann: Guten Appetit!

 

eat-the-world (Logo)

 

Bananenschneckerls Resümee:

Unsere kulinarisch-kulturelle Stadtführung im Hamburger Stadtteil Eppendorf hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Ich habe viel gelernt, eine Menge Neues erlebt, tolle Menschen getroffen und dabei ungeahnte Köstlichkeiten genossen. Unter anderem einen Schokokuss mit Marzipanboden – sooo lecker! Wenn du nicht gerade hungrig wie ein Bär nach dem Winterschlaf bist, reichen die Kostproben völlig aus, um dich satt zu futtern. Falls du Vegetarier oder Diabetiker bist, kannst du das bei der Anmeldung angeben, sodass dein Guide dies berücksichtigt. Für Veganer, Menschen mit Laktose- oder Glutenintoleranz oder Nussallergie sind die Touren allerdings nicht geeignet. Leider. Aber ich denke, das ändert sich in Zukunft bestimmt noch.

Für meinen nächsten Besuch in Hamburg Ende Januar habe ich mir schon die St.-Pauli-Tour und die Schanzen-Tour ausgeguckt. Schließlich ist bald Weihnachten. Und da meine Lieben oft nicht wissen, womit sie mich glücklich machen können, setze ich beide Touren auf meinen Wunschzettel. Vielleicht ist das ja auch eine tolle Geschenkidee für dich? Gutscheine kannst du ganz einfach per E-Mail oder Post bestellen. Sehr praktisch. Und auch in München gibt es vier kulinarische Sightseeing-Touren, die mich reizen. Das Konzept von eat-the-world gibt dem Ausdruck »essen gehen« nämlich eine völlig neue Bedeutung. Ich bin hellauf begeistert und werde sicher noch ganz oft mit eat-the-world essen gehen.

Warst du auch schon mal mit eat-the-world unterwegs? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

[Transparenz: Wir haben die Eppendorf-Tour auf Einladung von → eat-the-world genossen, was meine Meinung beim Verfassen dieses Artikels nicht beeinflusst hat. // Artikelbild: Hamish Evans]

Comments
2 Responses to “Mit eat-the-world durch Eppendorf”
  1. Hallo Sissi,

    das hört sich gut an, aber leider nicht in Heidelberg 😉 Stuttgart und Co. sind dafür zu weit weg, aber ein toller, informativer Bericht – Danke, toller Tipp!

    LG

    Katrin

  2. Anna Möller sagt:

    Hey Sissi,

    die beiden von Dir genannten Geschäfte haben mir auch besonders gut gefallen und ich werde sie mir auf jeden Fall merken 🙂

    Schöner Artikel!

    LG Anna

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Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

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