Generator Hostel Hamburg

Generator Hostel Hamburg

Wer die Hansestadt Hamburg besucht, möchte natürlich trotz des bunten Treibens auf der Reeperbahn und im Schanzenviertel, der Sehenswürdigkeiten der Speicherstadt und all der anderen wundervollen Verlockungen, die Deutschlands zweitgrößte Stadt zu bieten hat, zwischendurch verschnaufen und nachts zumindest ein paar Stündchen schlafen. Doch leider, leider verlangen die meisten Hamburger Hotels exorbitante Preise für ihre Zimmer. Wo gibt es eine annehmbare Alternative? Gesucht und gefunden haben wir → #blogladiesontour2017 diese im Generator Hostel Hamburg. Ein Designhostel im Stadtzentrum, genau zwischen dem Hauptbahnhof und dem ZOB gelegen, und sensationell günstig! Ab 16 Euro pro Nacht und Nase findest du dort ein bequemes Bett. Da kann man nicht meckern. Oder vielleicht doch?

Das hohe Backsteingebäude verbindet alte Industriearchitektur gekonnt mit innovativem, schicken Design. In vergangenen Zeiten haben die Beatles hier ein Stück Musikgeschichte geschrieben und Studioaufnahmen gemacht. Heute hat sich das das Haus in ein modernes Hostel mit Bar und Café verwandelt. Darüber hinaus ist das Generator Hostel Hamburg ein beliebter Nachbarschaftstreff und dient auch als Kunsthaus – unter anderem für die Kreationen des kongenialen Hamburger Künstlers → Till Kiefer. Sobald du die großzügig geschnittene, helle Lounge des Designhostels betrittst, fühlst du dich gleich wie »dahoam«. Dazu tragen unter anderem die bodentiefen Glasfronten bei, durch die du prima das multikulturelle Getümmel auf der Straße beobachten kannst. Auf den gemütlichen Sitzbänken und Hockern der Lounge lässt es sich herrlich bequem lümmeln. Alle paar Meter sorgen überdies Steckdosen unter den Bänken dafür, dass du den Kontakt mit der übrigen Welt nicht verlierst und Handy, Laptop und Co. aufladen kannst. Und auch sonst hat das Generator Hostel Hamburg allerlei pfiffige Extras zu bieten. Schauen wir uns das Hostel doch mal näher an!

 

Die helle und freundliche Lounge des Hostels

Die helle und freundliche Lounge des Hostels (Bild: Generator Hamburg)

 

Blick auf die Helter Skelter Bar am Ende der Lounge

Blick auf die Helter Skelter Bar am Ende der Lounge

 

Der Chill-out-Bereich der Lounge

Der Chill-out-Bereich der Lounge (Bild: Generator Hamburg)

 

In den großzügig geschnittenen Räumlichkeiten des Hostels ist sogar Platz für einen Spagat

In den großzügig geschnittenen Räumlichkeiten der Lounge ist sogar Platz für Silvias Spagat

 

Sicherheit:

Fangen wir mit einem der wichtigsten Punkte an: Sicherheit. Zwar gilt Hamburg inzwischen nicht mehr als Hauptstadt des Verbrechens. Dennoch ist die Kriminalitätsrate in der Hansestadt nach wie vor hoch. Da möchte ich mich als Besucher an meiner Schlafstätte sicher fühlen. Das Generator Hostel Hamburg sorgt auf verschiedenen Wegen für deine Sicherheit. Zum einem kannst du es nur betreten, wenn du klingelst oder im Besitz einer Schlüsselkarte bist. Ungebetene Gäste haben also keinen Zutritt – sehr löblich! Apropos Schlüsselkarte: Jede von uns bekam ihre eigene! Ich habe schon in hochpreisigen Hotels gewohnt, in denen wir uns zu zweit eine Karte teilen mussten. Nicht so im Generator Hostel Hamburg!

Zum anderen gibt es Security-Menschen, die auf dich achten. Keine tumben Muskelmänner, sondern höfliche, wortgewandte und sehr, sehr sympathische Leute. So wie »Mr. Jamaica«, der in unserer zweiten Nacht hervorragend auf uns aufpasste und dem wir versprechen mussten, Annas »klön un kieken 2020« nach Hamburg, Berlin und München im schönen Inselstaat Jamaica abzuhalten. Mal gucken, ob das klappt!

Von Schließfächern und Schlössern …

Nicht zuletzt spielen Schließfächer und Schlösser eine große Rolle im Generator Hostel Hamburg. Hinter der Lounge gibt es ein großes Areal mit Schließfächern, in denen du dein Gepäck vor oder nach deinem Aufenthalt verstauen kannst. Sechs Stunden kosten zwei Euro, zwölf Stunden vier Euro. Absolut akzeptabel! Schade finde ich nur, dass »Koffermenschen« wie ich ihre großen Koffer dort nicht verstauen können. Hierüber sollte vielleicht noch mal nachgedacht werden. Es gibt nun einmal Menschen, die mit mehr als einem Rucksack oder einer kleinen Reisetasche unterwegs sind und das auch gar nicht anders haben wollen.

Dasselbe Problem hatte ich übrigens auch in unserem Zimmer. Unter jedem Doppelstockbett stehen zwei große Metallkisten zum Einschließen der Wertsachen. Das Schloss kannst du selbst mitbringen oder vor Ort für drei Euro erwerben. Bedauerlicherweise erwiesen sich auch diese Kisten als zu klein für meinen Koffer. Und angesichts der Ereignisse in der zweiten und letzten Nacht im Hostel erwies sich meine Sorge um mein Gepäck ja auch nicht als ganz unbegründet. Langer Rede, kurzer Sinn: Mein Koffer war kostbarer als sein Inhalt und ich hätte ihn gern sicherer aufgehoben. Tja, wie das Leben so spielt …

 

Schließfächer

Schließfächer

 

Mitarbeiter:

Sämtliche Mitarbeiter im Generator Hostel Hamburg haben mir gut gefallen. Immer entspannt, freundlich und fröhlich, stets hilfsbereit und sogar in »seltsamen« Situationen nicht aus der Rolle fallend. Am besten wurde uns das demonstriert, als wir mitten in der zweiten Nacht von einem unerklärlichen Tumult durch eine Art »Poltergeist« geweckt wurden und im Anschluss mysteriöse Flecken auf Bettwäsche, Wänden und Gepäck entdeckten. Auch auf meinem Koffer … Wir haben diesen Vorfall selbstverständlich umgehend gemeldet. Und wurden überrascht: Anstatt uns Vorwürfe zu machen, sah sich der zuständige Mitarbeiter die Sache nur gelassen an und machte uns sogar das Angebot, in ein anderes Zimmer umzuziehen. Fabulös, oder? Und das Ganze nachts um vier Uhr! Vorbildlich. Da können andere Hostels und Hotels noch eine Menge lernen.

 

Zimmer:

Im Generator Hostel Hamburg hast du die Wahl zwischen verschiedenen Zimmermodellen. Vom Mehrbettzimmer mit Stockbetten und bis zu acht Schlafplätzen über Mehrbettzimmer exklusiv für Frauen und bis zu sechs Betten sowie Drei- und Vierbettzimmern bis hin zu privaten Einzel- oder Doppelzimmern findest du alles, was du dir nur wünschen kannst. Mit sieben Frauen war unsere Gruppe in einem Achtbettzimmer untergebracht. Schade, ich hätte mir gern das Mehrbettzimmer für Mädels mit Föhns, großem Spiegel und beleuchtetem Schminkspiegel angesehen. Doch auch unser großes, helles Zimmer mit Blick auf den Hamburger Hauptbahnhof fand ich ziemlich cool.

Alle Etagenbetten sind mit einem Sichtschutz versehen, sodass ich auch dann noch lesen konnte, als die anderen längst geschlummert (und geschnarcht) haben. Diese Form von Privatsphäre schätze ich sehr! Außerdem hatten wir ein eigenes Minibad und ein WC im Zimmer und konnten überdies das große Gemeinschaftsbad im Flur nutzen. Ausgesprochen praktisch fand ich die zahlreichen Steckdosen und USB-Anschlüsse im Zimmer. So etwas habe ich bislang nicht einmal im Vier-Sterne-Hotel gesehen! Ein bisserl blöde finde ich, dass Handtücher im Preis nicht inbegriffen sind. Ich Depperl hatte meine Handtücher nämlich prompt vergessen. Zum Glück konnte ich Anna, die in Hamburg lebt, rechtzeitig benachrichtigen. Und so musste auch ich nicht »trockenduschen«. Lieben Dank dafür, Anna!

 

Die Mehrbettzimmer sind funktional eingerichtet

Die Mehrbettzimmer sind funktional eingerichtet (Bild: Generator Hamburg)

 

Ausstattung:

Abgesehen von der Technik (Nachttischlampen, Steckdosen, USB-Anschlüsse sowie Föhn im Bad) war unser Zimmer einfach, aber zweckmäßig ausgestattet. Über die Sauberkeit könnte man allerdings diskutieren. Die anderen Mädels fanden es sauber. Meine Mama jedoch hätte die Hände über den Kopf zusammengeschlagen und erst einmal ihren Essigreiniger und zwei, drei Putzschwämme aus der Tasche gekramt. Wie immer im Leben, ist alles relativ. Als Tochter meiner Mutter empfand ich gewisse Ecken in den Bädern und WCs als grenzwertig. Hier hatte definitiv niemand vor unserem Einzug den Putzlappen geschwungen! Hostel hin, Hostel her – hier wurde einfach übelst geschlampt. Und der in den Ecken klebende Dreck war auch eindeutig mehr als drei Tage alt. Öhm … ja … Da ich jedoch schon mit galoppierender Cholera in marokkanischen Zügen gereist bin, kann mich auch so etwas kaum mehr erschüttern. Wie gesagt: Alles ist relativ.

Ganz nach meinem Geschmack hingegen war die Bücherwand im Eingangsbereich. Dort konnte sich jeder Gast kostenlos Bücher herausnehmen und seine ausgelesenen literarischen Schätze hineinstellen. Als Bücherwurm habe ich das natürlich gern in Anspruch genommen und bin so in den Genuss von Gisa Paulys »Vogelkoje« gekommen. Vielen Dank, unbekannter Spender! Ich habe beim Schmökern in dem wunderbaren Sylt-Krimi Tränen gelacht. Selbstverständlich habe ich im Austausch dafür auch ein Buch dagelassen: Jean-Luc Bannalecs »Bretonisches Leuchten«. Sicher findet sich dafür ein interessierter Leser.

Alle Generator Hostels verfügen über:
  • kostenloses Wi-Fi
  • 24-Stunden-Rezeption
  • Zimmer nur für Frauen
  • Travelshop
  • Bar
  • Café
Das Generator Hostel Hamburg punktet zusätzlich mit:
  • Chill-out-Bereichen
  • Fahrradvermietung
  • Waschküche
  • Gepäckzimmer
  • Veranstaltungsraum
  • Terrasse (nicht gefunden)

 

Frühstück:

»More is more«, könnte ich jetzt sagen. Das Frühstück war ein Trauerspiel. Lassen wir einmal beiseite, dass wir als Blogger eingeladen waren und ich weiß, wie lange ich schon an diesem Text sitze … Lassen wir ebenfalls außer acht, dass Manu ursprünglich einen Preis von 4,90 Euro ausgehandelt hatte und wir vor Ort plötzlich 5,90 Euro zahlen sollten, weil angeblich das System just an diesem Wochenende umgestellt worden ist und »sich da nichts mehr machen lässt«. (Hallo? Vereinbarungen sollten eingehalten werden!) Gezahlt habe ich schlussendlich 5,50 Euro für ein Frühstück, das jeder Beschreibung spottet. Nicht nur, dass die angebotenen Naturalien nicht regelmäßig aufgefüllt wurden. So habe ich beispielsweise in 35 Minuten nur eine Tasse Kaffee bekommen! Mehr war schlicht nicht da. Orangensaft? Fehlanzeige! Brot gab es für mich keines. Die Brötchen waren hart und trocken – fast so miserables Backwerk wie die Münchner Semmeln. Wurgs!

Die Auswahl an Brotbelägen war traurig, trist und lieblos. Andere Worte fallen mir leider nicht ein. Und die Frühstückseier waren dermaßen flüssig, dass sie mir die Tasche und die Klamotten versaut haben. Ich habe eine ganze Woche gebraucht, um den Gestank halbwegs wieder loszuwerden. Geht’s noch? Selbst wenn es einen Personalengpass gegeben haben sollte, hätte man dies durch ein Schild oder dergleichen kommunizieren können – und müssen. So aber kann ich jedem Genießer nur raten, auf ein Frühstück im Generator Hostel Hamburg lieber zu verzichten. Für aktuell 5,90 Euro bekommst du bei jedem Bäcker »an der Ecke« etwas Besseres und Nahrhafteres. Oder du gehst ins zehn Fußminuten entfernte Café VIVET.

 

Bananenschneckerls Resümee:

Trotz meiner berechtigten Kritik ist das Generator Hostel Hamburg ein heißer Tipp, wenn es ums Übernachten in Hamburg geht. Die Betten sind äußerst bequem, die Zimmer ruhig und das Ambiente in der Lounge ist formidabel. Nur frühstücken solltest du unbedingt woanders. Aufpassen solltest du ebenfalls, wenn du an Diabetes leidest, eine bestimmte Diät einhalten musst oder Kinder dabei hast. Denn es ist absolut verboten, Getränke und Speisen mit ins Hostel zu bringen! Völliger Quatsch, wenn du mich fragst … Zwar kann ich verstehen, dass die Betreiber des Hostels keine Lust auf dreckige Dönerspuren im Fahrstuhl haben. Andererseits sehe ich nicht ein, dass es so etwas Übergriffiges wie Taschenkontrollen gibt. Ich bin meine eigene Frau! Und wenn ich am Sonntag abreise, kaufe ich am Samstag zu normalen Preisen meinen Reiseproviant ein. Nicht am Sonntag am Hauptbahnhof, zum dreifachen Preis.

Diese Nummer mit der Taschenkontrolle liegt mir echt schwer im Magen. Am letzten Abend haben Anna und ich zwei äußerst sympathische Familien im Fahrstuhl getroffen. Anna selbst hat eine süße Tochter im Vorschulalter. Was ist, wenn dein Kind nachts plötzlich Hunger oder Durst bekommt? Willst du deinem Kind dann wirklich erklären, dass es leider bis zum nächsten Morgen warten muss? Wohl kaum. Abgesehen davon aber hat mir der Aufenthalt im Generator Hostel Hamburg gut gefallen, sodass ich mir vorstellen kann, auch in einem der 14 anderen Generator Hostels weltweit abzusteigen. In Rom zum Beispiel.

Wo übernachtest du, wenn du in Hamburg bist? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

[Transparenz: Wir haben das → Generator Hostel Hamburg auf Einladung der Generator Hostels LTD besucht, was meine Meinung beim Verfassen dieses Artikels nicht beeinflusst hat. // Artikelbild: Generator Hostel Hamburg. Auch einige andere Fotos stammen vom Hostel und sind entsprechend gekennzeichnet.]

Comments
One Response to “Generator Hostel Hamburg”
  1. Anna Möller sagt:

    Hey Sissi,

    die Bücherecke hatte ich ja gar nicht gesehen, da hätte ich ja auch gerne kurz gestöbert … Schöner ausführlicher Bericht mit berechtigter Kritik 🙂

    Liebe Grüße

    Anna

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Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

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