Halloween #19 - Hamburg Dungeon (Folterkammer)

Halloween #19 – Hamburg Dungeon

Geschichtsbücher waren gestern! Wer heute etwas über Geschichte lernen will, besucht einen der Dungeons in Deutschland, im Vereinigten Königreich, in den Niederlanden oder in den USA. So wie das Hamburg Dungeon, das die dunkle Vergangenheit der Hansestadt wieder aufleben lässt – hautnah, schaurig schön und grauenhafter als jeder Horrorfilm. Während unserer 90-minütigen Zeitreise durch 600 Jahre düsterer Hamburger Geschichte erlebte ich gemeinsam mit den anderen → #blogladiesontour2017 in elf Liveshows mit echten Darstellern, wie beim Großen Brand von 1842 die Flammen über der Speicherstadt loderten, entkam nur knapp einer Anklage durch einen bösartigen Kardinal der Heiligen Inquisition, heuerte als Matrose in Klaus Störtebekers Mannschaft an und vieles mehr.

 

dungeon [ˈdʌndʒən] = Verlies, Kerker

 

Einige der gruseligen Gestalten, denen wir auf unserer Reise im Hamburg Dungeon begegnet sind

Einige der gruseligen Gestalten, denen wir auf unserer Reise im Hamburg Dungeon begegnet sind

 

Unser Besuch im Hamburg Dungeon:

Das Schönste an dem Spektakel: Alle Shows basieren auf der wahren Geschichte der Hansestadt und werden von hervorragenden Schauspielern in einer authentischen Kulisse lebendig dargestellt. So viel Spaß hatte ich noch in keinem Museum! Schon beim Betreten der Katakomben in Hamburgs Speicherstadt wurden wir an den Pranger gestellt und hätten beinah unseren Kopf verloren. Danach empfing uns Berta im Gängeviertel und klärte uns darüber auf, welche Hafenarbeiter, Halunken und Halsabschneider sich in unserer Gruppe tummelten. Durch enge Gassen ging es dann in die Folterkammer (siehe Artikelbild), wo uns ein Folterknecht mit Haken, Kieferbrecher, Zungenzange, Daumenschrauben und Kastrator empfing. Autsch!

Kaum hatten wir uns von diesen Schrecken erholt, stieg uns der Geruch von verbranntem Holz in die Nase. Die Deichstraße stand in Flammen. Panische Schreie der in ihren Häusern Eingeschlossenen gellten in unseren Ohren. Der Große Brand von Hamburg tobte durch die Speicherstadt, zum Glück konnten wir fliehen. Doch nur, um uns kurz darauf vor dem Gericht der Inquisition wiederzufinden. Blöderweise wurden wir zusammen mit anderen Hexen für schuldig befunden und in ein Spiegellabyrinth verbannt. Als wir endlich wieder aus dem Labyrinth herausfanden, landeten wir im Pestkrankenhaus.

Am Ende wartete der Henker mit dem Sturz in die Hölle …

Nach einer ebenso lehrreichen wie vergnüglichen Anatomiestunde wies uns der Pestarzt den Weg zum Hafen, wo wir in einer Piratencrew anheuerten, um Klaus Störtebeker zu retten. Tapfer trotzten wir den stürmischen Wogen und segelten zum Grasbrook. Doch wir kamen zu spät! Hilflos mussten wir Klaus‘ Hinrichtung durch die Hanse zusehen. Nicht ganz so kopflos wie der berühmte Pirat flüchteten wir uns schließlich in eine Hamburger Wohnung. Anstatt der erhofften Erholung oder gar einem Mietvertrag warteten dort jedoch neue Gräuel auf uns. Die Vermieterin der Wohnung erzählte uns die schaurige Geschichte der Axtmörderin Maria Katharina Wächtler, einem der aufsehenerregendsten Kriminalfälle des 18. Jahrhunderts. Sie soll ihren Mann getötet und zerstückelt haben, wurde monatelang gefoltert, öffentlich gedemütigt und hingerichtet. Die Rache der Gequälten war furchtbar …

Kein Wunder also, dass wir verwirrt genug waren, um bei einer Hafen-Gang anzuheuern und gestohlene Ware durch den Hamburger Hafen zu schmuggeln. Keine ungefährliche Angelegenheit, denn wir wurden von allen Seiten beschossen. Am Ende einer rasanten und ziemlich nassen Bootsfahrt landeten wir dann doch im Zuchthaus an der Alster. Dumm gelaufen, oder? Umso dümmer, als Terror, Prügel und Folter den Alltag der im finsteren Kellergewölbe eingesperrten, verlorenen Seelen prägten und viele wahnsinnig wurden. Einer dieser Wahnsinnigen brach auch prompt aus und machte sich über uns her. Nichts für schwache Nerven! Zum Schluss unserer Zeitreise musste ich im Freifallturm »Drop Dead« beim Sturz in die Hölle noch einmal all meinen Mut zusammennehmen. In absoluter Finsternis stürzte ich aus acht Metern Höhe blitzschnell in die Tiefe! Aber auch das habe ich geschafft und bin darauf nicht wenig stolz.

 

Ausgewählte Charaktäre aus dem Hamburg Dungeon:

Folterknecht

Folterknecht

 

Brandstifterin aus dem Jahre 1842

Brandstifterin aus dem Jahre 1842

 

Willkürlich Recht sprechender Kardinal

Willkürlich Recht sprechender Kardinal

 

Klaus Störtebeker

Klaus Störtebeker

 

Preise:

– Erwachsene: 25,50 Euro
– Kinder: 20,50 Euro (zehn bis 14 Jahre)
– Familienticket: 69,00 Euro (zwei Erwachsene und zwei Kinder)
– Gruppen- & Schultickets: ab 13,50 Euro pro Person (ab acht Personen)
– Halloween Event: 49,95 Euro

 

Die Heilige Inquisition kannte keine Gnade

Die Heilige Inquisition kannte keine Gnade

 

Eine Bootsfahrt, die ist lustig ...

Eine Bootsfahrt, die ist lustig …

 

Gut zu wissen:

Das Hamburg Dungeon besitzt einen rollstuhlgerechten Zugang (bis 220 Kilo) zu allen Attraktionen, sodass auch Rollifahrer mit Ausnahme der Fahrattraktionen ihren Besuch genießen können. Kindern bis einschließlich 14 Jahren wird der Zutritt nur in Begleitung eines volljährigen Erwachsenen gewährt. Unter zehn Jahren wird Kindern der Besuch des Dungeons nicht empfohlen und nur gestattet, wenn die schriftliche Erlaubnis der Eltern vorliegt. Damit die Ratten sie nicht für ein Leckerli halten, ist überdies Kindern unter acht Jahren der Zutritt zum Dungeon verboten. Schreckhafte Menschen und Angsthasen sollten vielleicht ebenfalls besser daheim bleiben. Starke Nerven sind im Hamburg Dungeon unabdingbar! Vor Antritt der Zeitreise sowie am Ende der Tour machen die Dungeon Keeper einen Schnappschuss, sodass du eine Erinnerung an deinen Besuch im Hamburg Dungeon hast. Darüber hinaus findest du viele lustige und gruselige Souvenirs im Shop.

 

Im Pestkrankenhaus brauchten wir einen starken Magen

Im Pestkrankenhaus brauchten wir einen starken Magen

 

Bananenschneckerls Resümee:

Das Hamburg Dungeon ist ein Muss für jeden Gast der Hansestadt – und viel unterhaltsamer als ein Museum oder Gruselkabinett! Während des Rundganges werden die Besucher von den professionellen Schauspielern in filmreifen Kulissen aktiv in die Handlung einbezogen und so Teil der Geschichte(n). Mit herrlich schrägem schwarzen Humor sorgen die Darsteller zwischendurch immer wieder dafür, dass sich die Spannung in Gelächter löst – eine tolle Mischung! Gruselige Spezial-, Licht- und Soundeffekte tun ein Übriges, um die Geschichte Hamburgs zum Leben zu erwecken. Kurz: ich würde das Hamburg Dungeon jederzeit erneut besuchen und bedauere es sehr, dass ich nicht am → Halloween Event teilnehmen kann. Aber vielleicht klappt es terminlich ja im nächsten Jahr. Wenn du nun auf den Geschmack gekommen bist und selbst ein bisserl Hamburger Geschichte »atmen« möchtest, kannst du dein Ticket online und telefonisch buchen oder spontan an der Tageskasse kaufen. Tipp: Bei Online-Buchungen sparst du bis zu 30 Prozent!

Warst du ebenfalls schon mal im Hamburg Dungeon in der Hamburger Speicherstadt? Wie hat es dir gefallen? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

[Transparenz: Wir haben das → Hamburg Dungeon auf Einladung der Dungeon Deutschland GmbH besucht, was meine Meinung beim Verfassen dieses Artikels nicht beeinflusst hat. Auch die Fotos hat uns freundlicherweise das Hamburg Dungeon zur Verfügung gestellt.]

Comments
2 Responses to “Halloween #19 – Hamburg Dungeon”
  1. Perdita sagt:

    Jetzt weiß ich was ich bei meinem nächsten Hamburg-Besuch machen muß! Vielen Dank für den tollen Bericht und liebe Grüße

    Perdita

  2. Liebe Sissi!

    Wow, obwohl ich nicht dabei war, bin ich gerade mittendrin. Das klingt ja mega spannend und total aufregend, das wäre absolut etwas für mich gewesen. Wer weiß, vielleicht ergibt sich ja mal die Gelegenheit.

    Vielen Dank für Deinen lebhaften Bericht.

    Herzliche Grüße,

    Natascha

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