Grille to go? SNACK-INSECTS!

Grille to go? SNACK-INSECTS!

Warum essen indigene Völker Insekten und Spinnen, die meisten Europäer jedoch nicht? Eine gute Frage, wie ich finde. Und eine Frage, der ich heute auf den Grund gehen möchte. Denn wir erleben auf der westlichen Halbkugel ohnehin eine seltsam anmutende Trennung zwischen den einzelnen »Tierklassen«. So gehören Hunde und Katzen nicht nur in Deutschland der obersten Schicht an, während Hasen, Kaninchen und Geflügel zur mittleren Schicht und Schweine und Rinder zur untersten Schicht zählen. Schlangen, Würmer und Grillen gelten gar als Parias, als Ausgestoßene auf dem deutschen Durchschnittsteller. Warum werden Mitglieder der obersten und der untersten Tierschichten nicht gegessen? Wer hat das entschieden? Ist das nicht eine Form von Diskriminierung? Ich denke: ja. Macht das Sinn? Nein.

Wie du weißt, lebe ich selbst vegan orientiert. Viele Chinesen würden darüber lachen, wenn sie auf dem Markt Hunde, Katzen oder Schildkröten für das nächste Familienmahl kaufen. Mir dreht sich allein beim Gedanken daran der Magen um. Auch bei Pferden scheiden sich die Geister. Sogar bei uns in Deutschland. Viele Reiter würden sich eher selbst opfern, als freiwillig Pferdefleisch zu essen. Ich erinnere mich aber auch noch daran, wie mein Vater in meiner Kindheit immer von den Pferderouladen seiner Mutter geschwärmt hat. Wurgs! Tauben, heute beileibe kein Standardgericht mehr auf dem deutschen Speisezettel, landeten in den Siebzigerjahren regelmäßig auf dem Teller – frisch geschlachtet aus dem »Rennstall« meines Großvaters. Und übrigens auch typische Bestandteile von Harira und Bastilla, zwei Klassikern der marokkanischen Küche während des Ramadan. Du siehst: Über Geschmack lässt sich vorzüglich streiten.

 

Insekten als Nahrungsquelle:

Bei aller Toleranz gegenüber Andersessenden haut es vielen Allesessern, Flexitariern, Vegetariern und Veganern doch gleichermaßen den Schalter raus, wenn es um Insekten auf dem Speiseplan geht. Sei es, weil sie Insekten grundsätzlich eklig finden (wieso eigentlich?) oder sie so wie ich möglichst wenig Tierisches zu sich nehmen möchten. Gerade bei Carnivoren finde ich das ziemlich inkonsequent: Ist Tier denn nicht Tier? Zumal Heuschrecken, Grillen, Mehl- und Buffalowürmer, wie sie unter anderem der Insektenshop SNACK-INSECTS anbietet, ganz sicher nicht so leiden müssen wie Schweine, Rinder und Co. bei Aufzucht, Transsport und Schlachtung. Die Insekten werden nämlich in den Zuchtfarmen erst so weit heruntergekühlt, dass sie in die Winterstarre fallen, und dann gefriergetrocknet. Also absolut schmerzfrei. Kein Tierleid auf dem Teller.

Außerdem enthalten Insekten viel Eiweiß. Sie sind überdies fast frei von Kohlenhydraten (die Low-Carb-Gemeinde darf also jubeln!), äußerst fett- und somit cholesterinarm sowie reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Nicht zuletzt produziert ein Schwein zehn bis hundert Mal mehr Treibhausgase pro Kilogramm Wachstum als dieselbe Masse Mehlwürmer. Das alles sind für mich durchaus »Killerargumente«, um mich näher mit dem Thema Speiseinsekten zu beschäftigen. Sind Insekten vielleicht die klimaschonende Alternative zu herkömmlichen tierischen Nahrungsmitteln? Mit diesen Gedanken stehe ich nicht allein: Auch die Welternährungsorganisation FAO geht davon aus, dass die Menschheit in Zukunft ohne den Verzehr von Insekten nicht satt werden kann. Insekten aber gibt es genug – davon sind laut des FAO-Berichtes »Forest insects as food: humans bite back« vom Februar 2010 immerhin mehr als 1 400 Arten essbar. Konsumiert werden heute weltweit inzwischen sogar über 1 900 essbare Insektenspezies. Das gibt zu denken, oder?

 

Über SNACK-INSECTS:

Nachgedacht hat auch Folke Dammann, der Gründer von SNACK-INSECTS, als ihn im Herbst 2012 ein Bericht über Insekten als Eiweißlieferanten auf das Potenzial von Speiseinsekten neugierig machte. Mutig wagte er die ersten Selbstversuche mit Heuschrecken und Co. in der heimischen Küche. Offensichtlich schmeckte es ihm. Denn schon Anfang 2013 rief er den Onlineshop SNACK-INSECTS ins Leben. Nicht nur der Geschmack, sondern auch der Nachhaltigkeitsaspekt von Insekten als Nahrungsmittel überzeugten ihn und sein Team. Heute bietet SNACK-INSECTS im übersichtlichen Shop Heuschrecken, Grillen, Mehl- und Buffalowürmer in verschiedenen Aufbereitungsformen und Portionsgrößen an.

Mit seinem innovativen Angebot wendet sich Folke gleichermaßen an Privatkunden wie Wiederverkäufer und Gastronomen. Daneben veranstaltet er Verkostungsaktionen, gibt Insektenkochkurse und trägt durch informative Events zu einer besseren Aufklärung zum Thema Insektenverzehr bei. Zwei ausgesuchte Produkte von Folke sind im Schneckenhaus gelandet: der DSCHUNGELADE Schoko-Taler mit echten Snack-Würmern und der BUG-BREAK Insektenriegel. Sie steckten in einem von Katrins Überraschungspäckchen und ich kann mir gut vorstellen, wie sehr sie beim Einpacken gekichert hat.

 

Angstfaktor oder Delikatesse?

Bei vielen Menschen löst bereits der bloße Anblick von Insekten ein unangenehmes Kribbeln unter der Haut aus. Andere ekeln sich nicht nur vor ihnen, sondern entwickeln sogar regelrechte Phobien. Für mich ist das beim besten Willen nicht nachvollziehbar, auch wenn die Angst vor Insekten (Entomophobie) sicher eine entwicklungsgeschichtlich wichtige Emotion ist, die unsere Vorfahren vor giftigen Bissen oder Stichen beschützt hat. Gerade die kleinen Krabbler, die uns Menschen am wenigsten ähneln, nehmen wir unterbewusst als besonders große Gefahr wahr. In meinem Freundeskreis finden sich etliche Mädels (und auch zwei Männer), die bei einer an und für sich harmlosen Mensch-Insekt-Begegnung hysterische Schreie ausstoßen, die selbst Stephen King in Angst und Schrecken versetzen könnten.

Zugegeben, auch ich finde nicht jedes Insekt, nicht jede Spinne »schön«. Einige aber doch und so habe ich jahrelang Stabschrecken, Heuschrecken und Spinnen in artgerecht eingerichteten Terrarien gehalten. Um mich an ihrem Anblick und Wesen zu erfreuen, aber auch als Lebendfutter für meine Wasserschildkröte. Auf die Idee, diese selbst zu verkosten, wäre ich allerdings nicht gekommen. Davon ist auch abzuraten, denn die Tierchen, die ich von Züchtern erworben habe, sind keineswegs mit den eigens für den Verzehr gezüchteteten Speiseinsekten von SNACK-INSECTS zu vergleichen! Diese stammen nämlich aus speziellen europäischen Zuchtfarmen, in denen Haltung, Fütterung und Verarbeitung streng kontrolliert werden. Dazu gehört auch eine laufende mikrobiologische Analyse, um eine einwandfreie Lebensmittelqualität zu gewährleisten. Durch eine schonende Gefriertrocknung sind die Produkte von SNACK-INSECTS darüber hinaus auch ohne zusätzliche Konservierungsstoffe lange haltbar, können gut gelagert und zum Kochen einfach dosiert werden. Und wer nicht selbst mit Insekten kochen oder backen möchte, findet im Shop viele Naschereien wie die knackige DSCHUNGELADE oder den kernigen BUG-BREAK.

 

SNACK-INSECTS DSCHUNGELADE Schoko-Taler:

Beschreibung: Vollmilchschokolade mit gerösteten Mehlwürmern. In die noch flüssige Vollmilchschokolade werden knusprig geröstete Mehlwürmer gestreut, welche dem Taler eine leicht nussige Note und einen feinen Knuspereffekt geben. Ob Schokoladenspezi oder Dschungelfan, der DSCHUNGELADE Schoko-Taler überzeugt durch seinen tierischen Geschmack. Auch als 50-Gramm-Tafel und Edelbittervariante erhältlich.

Zutaten: Zucker, Kakaobutter, Vollmilchpulver, Kakaomasse, geröstete Mehlwürmer (2%), Emulgator Sojalecithin, Meersalz. Kakao: 42% mindestens.

Nährwerte pro 100 Gramm:
Energie: 595,08 Kcal/2489,81 KJ
Kohlenhydrate: 46,17 g (davon Zucker: 36,26 g)
Eiweiß: 7,76 g
Salz: 0,18 g
Fette: 39,94 g (davon gesättigte Fettsäuren: 21,74 g)

Allergiehinweis: Das Produkt kann Spuren von Nüssen und anderen Schalenfrüchten enthalten. Bei einer Allergie auf Krusten- und Schalentiere, Milben und Staub besteht auch die Möglichkeit auf eine Allergie auf Mehlwürmer und andere Speiseinsekten!

Preis: 2,95 Euro für zehn Gramm (100 Gramm: 29,50 Euro).

 

SNACK-INSECTS DSCHUNGELADE Schoko-Taler mit echten Snack-Würmern

 

SNACK-INSECTS BUG-BREAK Insektenriegel:

Beschreibung: Der Energieriegel wird durch die Zugabe von Buffalowürmern zu einem nachhaltigen Powerriegel, der nicht nur super schmeckt, sondern durch seinen zehnprozentigen Anteil an Buffalowürmern auch einen Proteingehalt von knapp 15 Protein aufweist. Die gefriergetrockneten Buffalowürmer werden zusammen mit Sesam und Mandeln vermischt und in einem knusprigen Karamellmantel aus Isomaltulose zu einem Riegel gebacken. Durch die Verwendung von Isomaltulose sind die Bug-Break-Riegel nicht zu süß und geben dem Körper über einen längeren Zeitraum Energie. Somit ist der Insektenriegel der ideale Begleiter für Sportbegeisterte, Outdoorfans und Fitnessfreaks.

Zutaten: Isomaltulose*, Sesam, Mandeln gewürfelt (12%), Buffalowürmer gefriergetrocknet (10%).

Nährwerte pro 100 Gramm:
Energie: 503 Kcal/2105 KJ
Ballaststoffe: 5,3 g
Kohlenhydrate: 39,5 g (davon Zucker: 38,5 g (98% Isomaltulose)
Eiweiß: 14,8 g
Salz: 0,1 g
Fette: 31 g (davon: gesättigt: 4,5 g/mehrfach ungesättigt: 11,6 g)

Allergiehinweis: Das Produkt kann Spuren von anderen Schalenfrüchten enthalten. Achtung: Bei einer Schalentierallergie besteht auch die Möglichkeit auf eine Allergie auf Buffalowürmer und andere Speiseinsekten!

Preis: 2,99 Euro für 35 Gramm (100 Gramm: 8,54 Euro).

 

SNACK-INSECTS BUG-BREAK Insektenriegel

 

Bananenschneckerls Resümee:

Vermutlich möchtest du nun wissen, ob ich die DSCHUNGELADE und den BUG-BREAK selbst gefuttert habe? Nein, habe ich nicht. Zwar sahen beide Leckereien äußerst appetitlich aus und dufteten auch verführerisch. Aber da ich tierische Produkte meide, habe ich sie an einen befreundeten Sportler weitergereicht. Ihm hat es gut geschmeckt. Den BUG-BREAK Insektenriegel hat er inzwischen sogar schon nachgekauft, da er nach dem Sport gern einen süßen, aber nicht zu süßen Riegel nascht, um neue Energie zu tanken. Klingt logisch, oder?

Und auch für mich steht fest, dass ich, würde ich auf einer einsamen Insel ausgesetzt, eher Insekten essen würde, als mich auf die Jagd nach Warmblütern zu begeben. Insekten waren seit jeher ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Ernährung. Der moderne Ekel vor ihnen ist gesellschaftlich anerzogen. In einigen Gesellschaften wie der unsrigen jedenfalls, denn in vielen Ländern wie Asien, Afrika und Lateinamerika gehört der Verzehr von Insekten zum Alltag. Insekten tragen weltweit zur Ernährung von rund zwei Milliarden Menschen bei. Und das nicht etwa bei Hungersnöten! Bestimmte Insektenarten wie die Mopanewürmer im südlichen Afrika oder die Eier der Weberameise in Südostasien werden als Delikatessen betrachtet und sind dementsprechend exklusiv. Ich bin gespannt, ob sich dieser gastronomische Geheimtipp in Deutschland durchsetzen wird. Und ob es dann eine neue Ernährungsgruppe gibt – die Insektarier?

Wenn du jetzt auf den Geschmack gekommen bist und auch einmal essbare Insekten und Insekten-Snacks probieren möchtest, findest du im Shop von → SNACK-INSECTS alles, was du dafür brauchst – von den Zutaten über Rezeptvideos bis hin zum Kochbuch. Und nun bin ich neugierig: Hast du schon mal Insekten gegessen? Wie hat es dir geschmeckt? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

[Transparenz: Der vorgestellte SNACK-INSECTS DSCHUNGELADE Schoko-Taler mit echten Snack-Würmern wurde uns ebenso wie der SNACK-INSECTS BUG-BREAK Insektenriegel von → Katrin zum Mittesten überlassen. // Produktfotos und -informationen: → SNACK-INSECTS]

Comments
3 Responses to “Grille to go? SNACK-INSECTS!”
  1. Julia sagt:

    Liebe Sissi,

    superspannendes Thema! Ich bin auch sehr interessiert an dieser neuen Proteinquelle, da ich Soja & Co. aus ernährungsphysiologischer Sicht auf Dauer nicht so viel abgewinnen kann. Gerade läuft auch von einem anderen Insekten-Riegel-Anbieter eine Crowdfunding-Kampagne, die ich unterstütze. Ende des Jahres gibt es dann die ersten Riegel – ich werde berichten. Da freue ich mich auf jeden Fall schon sehr drauf, denn was die Proteinquelle angeht, finde ich das schon mal sehr sinnvoll und auch die von dir angeführten ökologischen Argumente bringen hoffentlich den ein oder anderen dazu, mal einen Insekten-Snack in Erwägug zu ziehen. Klar, für Veganer ist das leider nichts, aber toll, dass du dich trotzdem mit dem Thema auseinandersetzt!

    Ganz liebe Grüße

    Julia

  2. Hallo Sissi,

    nichts für mich 🙁 solcher Krabbeltierchen will ich nicht in meinem Essen haben 😛
    Vielen Dank für den Test!

    LG Katrin

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Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

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