Gärtnern mit quadratischen Beeten: Leicht anzulegen und einfach zu pflegen

Gärtnern mit quadratischen Beeten

Obwohl mein kleiner Stadtgarten eher dreieckig ist, habe ich in diesem Jahr erstmals im Quadrat gegärtnert. Diese besondere Form des »flachen Hochbeetes« blickt auf eine lange Tradition zurück und fasziniert mich, seitdem ich erstmals von ihr gehört habe. Umso glücklicher war ich, als ich das bereits im April 2012 im Basserman Verlag erschienene Buch »Gärtnern mit quadratischen Beeten: Leicht anzulegen und einfach zu pflegen« (Originaltitel: Creéz vos carrés potagers) des französischen Gartenbauers Hubert Fontaine entdeckte.

Der reich bebilderte Ratgeber versprach eine leicht verständliche Anleitung für das Anlegen quadratischer Beete, abwechslungsreiche Pflanzpläne und Tipps für die moderne Mischkultur auch auf kleinstem Raum. Das liebevoll gestaltete Cover gefiel mir ebenfalls gut und so habe ich beim Verlag ein Rezensionsexemplar erbeten. Wenige Tage später trudelte es auch schon bei mir ein und am Wochenende darauf begann ich erwartungsvoll mit der Umgestaltung meines Gärtchens. Was dabei herausgekommen ist, erzähle ich dir im Herbst in einem eigenen Artikel. Sehen wir uns zuerst das Buch näher an!

 

»Es gibt nur ein Gesetz: Sie müssen die Fruchtfolge beachten; dann fahren Sie die Ernte Ihrer Arbeit ein. Sonst gilt – wie bei den großen Modeschöpfern – nur eine Regel: Eine Regel gibt es nicht.«

(Hubert Fontaine)

 

Klappentext:

»Ernten im Quadrat. Quadratische Beete haben viele Vorteile: Man kann eine beliebige Anzahl davon anlegen, abhängig von der Größe Ihres Gartens und der Zeit, die zur Verfügung steht. Sie sind einfach zu bearbeiten und zu pflegen und anbauen lassen sich die verschiedensten Gemüsesorten. In diesem Buch werden 12 unterschiedliche Beete vorgestellt, teils mit mehreren Fruchtfolgen pro Jahr.«

 

Der Autor:

Nach einer Karriere im Gartenbau arbeitet Hubert Fontaine für den Rundfunk und teilt seine Erfahrung beim Gärtnern, getragen vom Respekt für die Umwelt, mit den Lesern seiner Artikel in diversen Zeitungen und Zeitschriften.

 

Was darfst du vom Buch erwarten?

In der Einleitung erzählt Hubert Fontaine von seiner Ausbildung an einer Gartenbauschule sowie seinen späteren Jahren als Inspektor in einem Gartenbauunternehmen und als Leiter eines Gartenfachmarktes. Interessant daran ist, dass er offen zugibt, in dieser Zeit allerlei »Pflanzenschutzprodukte« aka Insektizide, Akarizide, Fungizide und Herbizide in rauen Mengen benutzt zu haben. Heute bereut er diesen Missbrauch von Mutter Natur und versucht – nicht zuletzt mithilfe seines Ratgebers »Gärtnern mit quadratischen Beeten« – den Menschen einen Pflanzenanbau ohne chemische Mittel ans Herz zu legen.

Der Leser erfährt, dass eine ausgeklügelte Fruchtfolge das A und O für eine reiche Ernte und den realistischen Verzicht auf Pflanzenschutzmittel ist. So weit, so gut. Diese Erkenntnis ist nicht wirklich neu – war es auch im Jahre 2012 nicht. Bauern besitzen dieses Wissen seit Jahrhunderten. Aktuell lässt sich nach langen Jahren der Monokultur sogar wieder ein Trend zurück zur Mischkultur und einer den Jahreszeiten angepassten Fruchtfolge beobachten – und zwar nicht nur auf Bio-Bauernhöfen. Und was im Großen funktioniert, funktioniert auch bei uns im Kleinen, im städtischen Garten. Doch bevor du eine reiche Ernte einfahren kannst, musst du dein erstes Quadratbeet anlegen. Ein zweites. Und ein drittes …

In den Folgekapiteln stellt Hubert Fontaine zwölf verschiedene Quadratbeete und deren Bepflanzung vor. Abgerundet wird das Buch durch mehr oder minder sinnvolle Pflanzensteckbriefe mit Tipps zu Pflanzzeiten, Standorten, Pflege, Vermehrung und Ernte sowie ein übersichtliches Register.

 

Quadratische Beete können ganz schön ins Geld gehen!

Leider sind die Ideen zur Fertigung von Quadratbeeten zwar abwechslungsreich, kratzen inhaltlich und handwerklich-technisch aber nur an der Oberfläche. Hier wären mehr Details wünschenswert gewesen. Auch finde ich angesichts der von Hubert Fontaine vorgeschlagenen Materialien keineswegs, dass ein Quadratbeet »gar nicht teuer« ist. Erst recht nicht, wenn du deinen ganzen Garten damit gestalten willst und alle zwölf Beete anlegen möchtest! Von den Dutzenden Säcken mit Erde einmal ganz zu schweigen. An dieser Stelle hätte mir übrigens auch eine Hilfe zur Berechnung der benötigten Gartenerde gefallen.

Bei der Bepflanzung hast du die Qual der Wahl zwischen Kräuterquadrat, Erdbeerquadrat, Erbsenquadrat, Kohlquadrat, Mangoldquadrat, Artischocken- und Saatgutquadrat, Melonenquadrat, Tomatenquadrat, Gurkenquadrat, Stecklingsquadrat und Taschengartenquadrat. Ein Wasserquadrat als Regenwasserreservoir rundet die Quadratbeete gelungen ab. Doch auch hier muss ich den Autor kritisieren: 1. ist nicht in jedem Garten ausreichend Platz für alle zwölf Beete, womit eine Umsetzung der von ihm angedachten Fruchtfolge nicht machbar ist. 2. wird nicht intensiv genug darauf eingegangen, für welches Beet sich Menschen mit nur wenig Platz (Balkon, Terrasse, Minigarten) entscheiden sollten, wenn sie nicht in jedem Frühjahr den Boden komplett austauschen möchten. Gerade Gartenanfänger dürften nicht wissen, dass der Anbau von Tomaten im Tomatenbeet im Jahr darauf eine andere Pflanzenart verlangt. Um nur ein Beispiel zu nennen.

 

Was soll ich nur pflanzen?

Die Pflanzpläne selbst sind sehr schön und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Du findest für alle zwölf Quadratbeete sowohl mehrere Pflanzschemata als auch ausgesprochen hübsche Illustrationen vom »fertigen« Beet. So siehst du gleich, welche Pflanze du an welche Stelle setzen musst. Das Problem dabei: Viele der von Hubert Fontaine angegeben Sorten bekommst du in Deutschland nicht oder nur online. Damit aber steigt der Preis für Saatgut, Setzlinge und vorgezogene Pflanzen ins Unermessliche! Wer jetzt denkt, er könne die eine Sorte Buschbohnen ganz einfach durch eine andere Sorte ersetzen, kann böse auf die Nase fallen! Jede Bohnenart hat ihren eigenen Charakter, ihren eigenen Rhythmus beim Wachsen. So kann es dir passieren, dass sich eine Buschbohne nicht »strauchig«, sondern eher wie eine Stangenbohne verhält und sich in Ermangelung einer Stange mitleidslos über deinen Mais hermacht.

Auch ist nicht jede Pflanzensorte zum gewünschten Zeitpunkt zu bekommen, sodass die Fruchtfolge nicht gewährleistet werden kann. Die Jahreszeiten halten sich nun einmal an keinen Pflanzplan – das wurde gerade in diesem seltsamen Sommer aus sich mit Gluthitze abwechselnden wasserfallartigen Regengüssen mehr als deutlich. Setzlinge vorzuziehen ist ebenfalls keine Alternative, wenn du nicht online bestellen möchtest und/oder jede Menge Platz für Anzuchtkästen hast. Die Pflanzensteckbriefe selbst sind auch keine große Hilfe: Viele widerholen sich immer wieder im Buch – Wort für Wort. Welchen Nutzen soll das haben? Ich kann nur vermuten, dass hier im Lektorat massiv geschlafen wurde. Schade.

 

Gärtnern mit quadratischen Beeten: Leicht anzulegen und einfach zu pflegen von Hubert Fontaine - Bild: Bassermann Verlag

 

Buchinformationen:

Gebundenes Buch: 112 Seiten
Verlag: Bassermann Verlag
Erscheinungsdatum: 9. April 2012
Sprache: Deutsch
Format: 17,7 x 1,5 x 25,4 Zentimeter
ISBN-10: 3809429627
ISBN-13: 978-3809429623
Preis: EUR 9,99 [D] | EUR 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

 

Bananenschneckerls Resümee:

War ich anfänglich hellauf begeistert vom Ratgeber → »Gärtnern mit quadratischen Beeten: Leicht anzulegen und einfach zu pflegen« (Affiliate Link) von Hubert Fontaine, so kühlte sich meine Begeisterung nach und nach merklich ab. Insbesondere die Pflanzensteckbriefe spotten jeder Beschreibung. Meine übrige Kritik habe ich weiter oben bereits genannt. Rundum gelungen jedoch finde ich nach wie vor das grundsätzliche Konzept der Quadratbeete. Ebenso wie die durchaus inspirierenden Pflanzpläne. Es macht mir auch jetzt noch, Monate nach Erhalt des Buches, ungemein viel Spaß in dem kompakten Gartenbuch zu blättern und Pläne für das kommende Frühjahr zu schmieden. Zwar haben meine eigenen Erfahrungen mit dem von mir ausgesuchten Taschengartenquadrat in einer botanischen Katastrophe geendet (mein armer Mais!), doch davon werde ich mich nicht ins Bockshorn jagen lassen!

Ja, dann hat es eben mit der fünffachen Fruchtfolge in diesem Jahr nicht geklappt. So ist das zuweilen eben beim Gärtnern. Immerhin ist bei diesem Projekt eine schön schräge → Kurzgeschichte für die fünfte Clue Writing Challenge herausgesprungen. Auch eine Form von Ernte, oder? Im nächsten Jahr werde ich mich mit neuem Mut an das Kräuterquadrat wagen – mit hoffentlich besseren Ergebnissen. Empfehlen kann ich das Buch trotz einiger Vorbehalte allen Hobbygärtnern, die entweder viel Platz in ihrem Garten haben oder Menschen mit Balkon, Terrasse oder Minigarten, die sich ihr »Lieblingsquadrat« herauspicken möchten. Sehr schön finde ich auch, wenn du aus einem der Quadratbeete ein »Kinderquadrat« machst – ein Erdbeerquadrat mit schnellwüchsigen Salaten und bunten Blumen zum Beispiel kommt bei deinem Nachwuchs sicher gut an.

Gärtnerst du ebenfalls schon im Quadrat? Was gefällt dir daran besonders gut? Was magst du daran überhaupt nicht? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

[Transparenz: Das Buch »Gärtnern mit quadratischen Beeten: Leicht anzulegen und einfach zu pflegen« von Hubert Fontaine wurde uns als kostenloses Rezensionsexemplar vom → Bassermann Verlag zur Verfügung gestellt.]

Comments
One Response to “Gärtnern mit quadratischen Beeten”
  1. Silke sagt:

    Vor ein paar Wochen habe ich noch überlegt, dass so ein Hochbeet oder überhaupt ein Beet mit Gemüse eine tolle Sache wäre, nachdem die Kinder in verschiedenen Projekten selbst Kartoffeln gepflanzt und später geerntet haben. Sie haben wirklich unvergleich geschmeckt. Danke für den Tipp!

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