Aufräumen für Faule: #AFF 26 – Kleiderschrank entrümpeln

#AFF 26 – Kleiderschrank entrümpeln

In einer perfekten Welt leben wir alle in unserem Traumhaus, das natürlich auch mit einem begehbaren Kleiderschrank aufwarten kann. Nun leben wir aber in der Realität und diese sieht für die meisten von uns ein bisserl anders aus. Kein Grund zum Jammern! Sicher, ein begehbarer Kleiderschrank ist todschick und darüber hinaus auch praktisch. Vor allem, wenn es ein »Familienkleiderschrank« ist, lässt sich darin prima Ordnung halten und überdies Platz in anderen Räumen schaffen – zum Spielen zum Beispiel. Einige meiner Freunde haben in ihren Häusern solche begehbaren Kleiderschränke für die ganze Familie eingerichtet und ich bin bei jedem Besuch aufs Neue begeistert über diese großzügigen Ordnungshelfer der anderen Art. Alles findet dort seinen Platz: von Klamotten für Groß und Klein über → Accessoires und → Schuhe bis hin zu → Taschen und → Schmuck. Eine feine Sache!

Was aber macht der Rest von uns? Das Schneckenhaus ist viel zu klein für einen begehbaren Kleiderschrank. Inzwischen finde ich das sogar gut. Denn wenn ich einen begehbaren Kleiderschrank hätte, würde ich vermutlich viel zu viele Klamotten anhäufen. Das will ich aber gar nicht! Zwar liebe ich Mode und fände es großartig, jeden Tag ein komplett neues Outfit zu tragen. Auf der anderen Seite aber wäre das eine wahnwitzige Verschwendung. Und die mag ich nicht. Im letzten Jahr habe ich mich intensiv mit dem Thema Capsule Wardrobe beschäftigt. Dabei geht es darum, sich im Kleiderschrank auf das Wesentliche zu konzentrieren und so ein uns allen vertrautes Problem zu lösen: das Gefühl, vor einem Berg von Klamotten zu stehen und dennoch nichts anzuziehen zu haben. Das Ziel einer Capsule Wardrobe ist, nur noch gut miteinander kombinierbare Teile im Schrank zu haben, die man wirklich gern trägt. Erfahrene Stylisten schwören dabei auf die Zahl 37 – und zwar inklusive Schuhen, Ober- und Unterteilen sowie Jacken. Im Blog → Un-fancy der amerikanischen Stylistin Caroline Joy Rector findest du viele nützliche Tipps zur Einrichtung deiner eigenen Capsule Wardrobe und kannst dir sogar einen kostenlosen → Wardrobe Planner herunterladen.

Doch ganz gleich, ob du dir eine eigene Capsule Wardrobe schaffen möchtest oder dich einfach nur nach mehr Ordnung im Kleiderschrank sehnst: Am Anfang steht wie immer in unserer Serie »Aufräumen für Faule« (#AFF) das Ausmisten. Weniger ist mehr, auch im Kleiderschrank! Wie viele Teile du tatsächlich im Schrank haben solltest, variiert natürlich sehr und hängt von deinen individuellen Bedürfnissen ab. Wenn du im Büro förmlich angezogen sein musst, brauchst du sicherlich mehr Klamotten als jemand, der von daheim aus arbeitet. Eines noch vorab, bevor du loslegst: Das Ausmisten von Kleidung kann sehr persönlich, emotional und zuweilen sogar schmerzhaft sein. Nimm dir also bitte Zeit dafür und lass ruhig auch einmal das eine oder andere Tränchen kullern, wenn dir danach ist. Wichtig ist nur, dass du durchhältst, denn am Ende winkt die Belohnung in Form eines ordentlichen, übersichtlichen Kleiderschrankes, in dem nur noch Teile hängen, die du liebst. Glaube mir, die Entrümpelung deine Kleiderschrankes wirkt befreiend – du wirst dich danach glücklicher und zufriedener fühlen. Packen wir es an!

 

#AFF 26: Räume deinen Kleiderschrank komplett aus und lege alle Teile aufs Bett. Wische den Schrank feucht aus und gib frische Lavendelsäckchen hinein. Dann freuen sich deine Klamotten wieder auf ein sauberes, mottensicheres Zuhause! Nun geht es ans Aussortieren: Finde mindestens zehn Kleidungsstücke, von denen du dich leichten Herzens trennen kannst. Verstaue deine restliche Kleidung wieder ordentlich an ihrem Platz und sortiere dabei wie immer »Gleiches mit Gleichem«.

 

#AFF 26 – Kleiderschrank entrümpeln

Kleidung mag es luftig!

 

Das kann weg:
  • Alle Klamotten, die schon einmal bessere Tage gesehen haben …
  • Alle Klamotten, die beschädigt sind und sich nicht mehr reparieren lassen.
  • Alle Klamotten, die du nie trägst, weil du sie nicht (mehr) magst oder deinen Look verändert hast. Merke: Alles, was du im letzten Jahr oder länger kein einziges Mal getragen hast, kann getrost in den Altkleidersack wandern: Du wirst es auch in Zukunft nicht anziehen.
  • Alle Klamotten, die dir nicht passen und nie wieder passen werden.
  •  

    Das darf bleiben:
    • Alle schönen Klamotten, die du oft und gern trägst, weil du dich darin wohlfühlst.

     

    Ausnahmen:
    • Du bist gerade schwanger, dann brauchst du nach der Schwangerschaft natürlich Kleidung in deiner früheren Größe.
    • Du nimmst gerade gesund ab und hast vielleicht schon das eine oder andere »Motivationsstück« im Schrank. (Vorsicht: Nicht zu früh kaufen!)
    • Du kannst dich nicht von deinem Brautkleid oder einem anderen mit sentimentalen Erinnerungen verbundenen Teil trennen. Das ist in Ordnung. Allerdings solltest du dich hierbei auf maximal drei Kleidungsstücke beschränken.

     

    Tipps zum Klamottenkauf:

    Dein Kleiderschrank steht sauber und ordentlich vor dir. Prima, gut gemacht! Damit das auch so bleibt, verrate ich dir, welche Fragen ich mir bei jedem Shoppingtrip mit den Mädels stelle, um Fehlkäufe zu vermeiden:

    • Will ich dieses Kleidungsstück nur kaufen, weil es gerade trendy ist? Dann lasse ich es im Laden.
    • Will ich dieses Kleidungsstück kaufen, weil ich mich in es verliebt habe? Das passiert jedem, daher fahre ich sicherheitshalber mit den folgenden Fragen fort:
    • Ist das Kleidungsstück alltagstauglich? Wenn nicht, muss es leider im Laden bleiben.
    • Brauche ich dieses Kleidungsstück wirklich (z. B. spezifische Sportbekleidung)? Dann kaufe ich es.
    • Besitze ich ein ähnliches Kleidungsstück bereits? Dann kaufe ich es nur, wenn ich es brauche (eine zweite Jeans kann nicht schaden, eine dritte, vierte, fünfte … zwölfte schon).
    • Ist das neue Kleidungsstück hochwertiger oder schicker, als das, was ich bereits besitze? Dann kaufe ich es mir nur, wenn ich es mir auch leisten kann und verschenke das andere: »eins rein, eins raus«.
    • Habe ich für das Kleidungsstück überhaupt Platz im Schrank? Wenn nicht, bleibt es im Laden. Oder ich überlege mir, welches andere Teil ich dafür ausmustern könnte.

     

    Bananenschneckerls Resümee:

    Der Inhalt deines Kleiderschrankes sagt sehr viel über dich und deine Persönlichkeit aus. Daher ist es wichtig, dass du nur die Teile behältst, die dich glücklich machen und in denen du dich auch rundum wohlfühlst. Es macht überhaupt keinen Sinn, irgendeinem Trend hinterherzujagen, wenn dieser nicht zu deinem Stil passt. Außerdem sparst du Geld und schonst die Umwelt, wenn du weniger und bewusster Kleidung kaufst. Ich habe lieber ein gutes Stück mit dem Fair-Trade-Siegel im Schrank als zehn Billig-Klamotten. Gut, dann kann ich mir eben nicht so viele Sachen auf einmal leisten. Dafür sorgen weniger Kleidungsstücke im Schrank aber auch dafür, dass ich mir nicht lange den Kopf darüber zerbrechen muss, was ich anziehen soll. Ich verbringe weniger Zeit mit Shopping und habe stattdessen mehr Zeit für die – für mich – wirklich wichtigen Dinge im Leben.

    Noch ein Tipp zum Schluss: Verstaue alle aussortierten Kleidungsstücke, die du verschenken oder verkaufen möchtest, in einem Korb im Flur und bringe sie schnellstmöglich aus dem Haus. So gerätst du nicht in Versuchung, sie erneut in die Hand zu nehmen und vielleicht doch wieder in deinen Kleiderschrank zu räumen. Und nun bin ich neugierig, was du heute aussortiert hast. Teile doch deinen Aufräumerfolg unter dem Hashtag #AFF auf Instagram oder Twitter mit uns. Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

    XOXO

    Sissi

     

Comments
5 Responses to “#AFF 26 – Kleiderschrank entrümpeln”
  1. Sabrina sagt:

    Wieder sehr lesenswert! Vielen Dank auch für deine persönlichen Tipps zum Klamottenkauf! Ich gehöre leider auch zu den Leuten mit einem übelst vollen Kleiderschrank und ziehe davon nicht mal die Hälfte an, voll peinlich. Ich werde deine Worte beherzigen und mich sofort ans Ausmisten machen.

    LG

    Sabrina

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Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

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