#AFF 6 – Bücher

#AFF 6 – Bücher

Wir Menschen sind Jäger und Sammler. Bei Bücherwürmern wie mir betrifft das leider auch Bücher. Leider? Ja! Denn ich kann an keinem Bücherflohmarkt vorbeigehen, ohne nicht wenigstens drei neue Leseschmankerl nach Hause zu tragen. Das traurige Ende vom Lied: Obwohl ich schon fünf Mal im Leben meine komplette Büchersammlung aufgelöst und verschenkt bzw. gespendet habe, ächzen meine Bücherregale unter ihrer Last. Und damit nicht genug! Im Keller fristen neun vollgestopfte Bücherkisten ein trostloses Leben in Vergessenheit. Abhilfe musste her, aber dringend. Und so habe ich mir zu Beginn des Jahres vorgenommen, mindestens 100 Bücher zu verschenken und/oder in einen öffentlichen Bücherschrank zu legen. Dieses Ziel konnte ich nicht nur erreichen, sondern sogar noch übertreffen: 232 Bücher haben inzwischen ein neues liebevolles Zuhause gefunden. Dabei war nicht nur der Pasinger Bücherschrank vor dem Pasinger Rathaus sehr hilfreich, sondern auch der Büchertisch in meinem Bio-Laden um die Ecke. Nun peile ich bis zum Jahresende vorsichtig die Zahl von 500 »auszuwildernden« Büchern an. Mal gucken, ob ich das schaffe.

Sich von Büchern zu trennen, fällt vielen von uns schwer. Dabei geht es weniger darum, dass sie Geld gekostet haben. Nein, wir hängen aus sentimentalen Gründen an ihnen. Einige wenige Bücher lesen wir immer wieder (so gehören zum Beispiel »Der kleine Hobbit« und »Krampus« für mich fest zur Vorweihnachtszeit), von anderen glauben wir nur, dass wir sie nochmals lesen werden. Bücher zu horten, hat viele Gründe. Doch meist stopfen wir sie nach dem Lesen nur irgendwo ins Bücherregal, um sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder hervorkramen zu können. Was wir dann im Regelfall doch nicht tun. Und so nehmen sie wertvollen Platz ein, entwickeln sich zu Staubfängern und können uns buchstäblich erdrücken. Verstehe mich bitte nicht falsch – Bücher sind vermutlich das Beste, was uns die Zivilisation je geschenkt hat. Doch sobald wir sie gelesen haben, führen sie ein Schattendasein in unseren Bücherregalen, anstelle anderen Menschen eine Freude zu bereiten. Heute ändern wir das! In der sechsten Tagesaufgabe unserer aktuellen Serie »Aufräumen für Faule« (#AFF) werfen wir gemeinsam einen Blick auf unsere Bücherregale und misten kräftig aus.

 

#AFF 6: Sichte deine Bücherregale und finde mindestens zehn Bücher, von denen du dich leichten Herzens trennen kannst.

 

Das kann weg:
  • Alle Bücher, die du gelesen hast und kein zweites Mal lesen wirst.
  • Alle Bücher, die du angelesen, aber nie zuende gelesen hast.
  • Alle Bücher, die schon seit Monaten oder gar Jahren ungelesen herumstehen.
  • Alle Bücher, die ein Hobby oder Interesse zum Inhalt haben, das du nicht mehr pflegst.
  • Alle Bücher aus deiner Schulzeit, deinem Studium oder deiner Ausbildung, die du nicht mehr brauchst.
  • Alle Kinderbücher, aus denen dein Nachwuchs herausgewachsen ist.

 

Das darf bleiben:
  • Ungelesene Bücher, von denen du sicher weißt, dass du sie in naher Zukunft lesen wirst.
  • Bücher, die Informationen enthalten, die du noch brauchst.
  • »Evergreens«, die du immer wieder liest.

 

Ein paar Extratipps für mehr Ordnung in deinen Bücherregalen:

Bücher sind etwas Wunderbares! Und gerade das ist der Grund, warum du sie nicht für dich behalten solltest, wenn du sie ohnehin nicht mehr liest. Gib sie an andere Menschen weiter und verbreite Lesefreude! Dafür gibt es viele verschiedene Möglichkeiten:

  • Verkaufe deine gelesenen Bücher auf dem Flohmarkt oder online. Amazon ist nur eine von vielen Möglichkeiten. Der (Online-)Verkauf hat allerdings den Nachteil, dass du die aussortierten Bücher weiterhin aufbewahren musst und meist nur wenig Geld für deine Buchschätze bekommst. Gleiches gilt für Tauschbörsen, bei denen Bücher oft monatelang online stehen, ohne einen Interessenten zu finden.
  • Wildere deine Bücher via → BookCrossing aus. BookCrossing ist eine Art weltweiter Bücherei mit Mitgliedern aus über 130 Ländern – von der Antarktis bis nach Simbabwe. BookCrossers registrieren ihre Bücher auf der Website, sodass jedes Buch eine eigene BCID (BookCrossingIDnumber) bekommt. Anhand dieser Nummer kann derjenige, der ein freigelassenes Buch findet, auf BookCrossing.com nachschauen, wer das Buch freigelassen hat und wo es schon überall gewesen ist. Selbst kann man auch noch einen Eintrag zu diesem Buch machen, sodass die anderen BookCrosser wissen, dass es dem Buch gut geht. Nachdem man es dann gelesen hat, lässt man das Buch wieder frei: in einer Kneipe, in der Bahn oder auf einer Parkbank, damit andere es finden können. Ein originelles Konzept. Früher habe ich viele Bücher freigelassen, heute ist mir angesichts der Flut an Büchern, die ich aussortiere, der Registrierungsaufwand zu hoch.
  • Lege deine Bücher kostenlos, anonym und ohne jegliche Formalitäten in einen der vielen → öffentlichen Bücherschränke. Du darfst dort jederzeit auch selbst Bücher entnehmen; ob du sie zurückbringst, behältst, tauschst oder nicht, entscheidest allein du. Wenn es in deiner Gemeinde keinen solchen Bücherschrank gibt, bieten vielleicht deine Bücherei, deine Kirche oder ein Geschäft einen öffentlichen Büchertisch an. Das Prinzip wird immer beliebter und ist derzeit mein Favorit.
  • Altenheime und Krankenhäuser freuen sich auch oft über neuen Lesestoff – frage einfach mal bei dir vor Ort nach, welche Möglichkeiten du hast.
  • Sichte deine Bücher in einem regelmäßigen Turnus. In den meisten Fällen genügt es, wenn du dies ein Mal im Jahr tust. Wenn du eine echte Leseratte bist, empfiehlt sich eine monatliche Bestandsaufnahme.
  • Gönne deinen drei (!) aktuellsten ungelesenen Büchern einen festen Platz im Wohnzimmer oder Schlafzimmer – am besten in dem Raum, in dem du am häufigsten ein Buch liest. Denn wenn du deine ungelesenen Bücher über die gesamte Wohnung verteilst oder im Bücherregal »versteckst«, sinkt die Chance, dass sie gelesen werden. Warum genau drei Bücher? Nun, das ist genau die Anzahl an Büchern, die auf dem Kaffeetisch oder Nachttisch noch ordentlich aussehen.
  • Entsorge jedes Buch umgehend über eine der oben genannten Möglichkeiten, sobald du es gelesen hast, und behalte nur Bücherschätze, die dir wirklich am Herzen liegen. So kann ein »Bücherstau« in deinen Regalen gar nicht erst entstehen.
  • Orientiere dich an der Regel »Eins rein, drei raus«. Das heißt, dass du erst dann ein neues Buch kaufst, wenn du mindestens drei andere Bücher ausgelesen und verschenkt oder verkauft hast.
  • E-Books sind eine tolle Möglichkeit, um Platz zu sparen. Ich weiß, bei dem Thema scheiden sich die Geister. Auch ich würde niemals meinen E-Book-Reader mit in die Badewanne nehmen. Ein Buch in der Hand zu halten macht mir nach wie vor mehr Spaß. Dennoch habe ich in den letzten Monaten einige meiner Lieblingbücher verschenkt und sie durch ihre E-Book-Ausgaben ersetzt.

 

Bananenschneckerls Resümee:

Ich hoffe, dass dir die Sichtung deiner Bücherbestände Spaß gemacht und Erinnerungen geweckt hat. Vielleicht hast du sogar Bücher entdeckt, die du lange vergessen hattest? Bücher sind wie alte Freunde … Und so habe ich beim Aussortieren viele Schätze aus meiner Vergangenheit gefunden, die ich vor dem Auswildern nochmals mit Vergnügen gelesen habe. Vielleicht ging es dir ja ebenso? Anfangs ist mir das Aussortieren meiner Bücher sehr schwer gefallen. Inzwischen aber macht es mir Spaß – auch, weil ich weiß, dass ich mit meinen ausgelesenen Büchern anderen Menschen eine Freude machen kann.

Noch ein Tipp zum Schluss: Verstaue alle aussortierten Bücher, die du verschenken möchtest, in einem Korb im Flur und bringe sie schnellstmöglich aus dem Haus. So gerätst du nicht in Versuchung, sie erneut in die Hand zu nehmen und vielleicht doch wieder ins Bücherregal zu stellen. Und nun bin ich neugierig, was du heute aussortiert hast. Teile doch deinen Aufräumerfolg unter dem Hashtag #AFF auf Instagram oder Twitter mit uns. Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

 

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  1. […] mich beim Shoppen am Riemen, denn sonst besäße ich inzwischen vermutlich ebenso viele Schuhe wie → Bücher. Was ziemlicher Quatsch wäre, denn meistens trage ich doch nur meine jeweils aktuellen […]

  2. […] CD-Käufer. Mir sind die schillernden Scheiben schlicht zu teuer; ich stecke mein Geld lieber in → Bücher und Reisen. Und auch die Bücher kaufe ich seit Jahren meist se­cond­hand, hole sie mir kostenlos […]



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Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

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