Duelle mit Spiegelbildern - Mara-Daria Cojocaru und Tania Maljarchuk

Duelle mit Spiegelbildern

Am Vorabend des Finales des Eurovision Song Contest in Münchens Partnerstadt Kiew treffen sich Tania Maljarchuk aus der Ukraine und Mara-Daria Cojocaru aus München zu Lesung und Diskussion in den Kellergewölben des Einstein Kultur und erzählen unter dem Motto »Anstelle einer Unterwerfung von Hasen und anderen Europäern« davon, wie sich persönliche und politische Beziehungen in Krisen- und Kriegszeiten, urbane Selbstverständigung und Utopie hier wie dort verschränken, was kultureller Austausch bewirken und Gesellschaften in der postfaktischen Zukunft zusammenzuhalten vermag.

»Duelle mit Spiegelbildern« ist eine Veranstaltungsreihe der Karin-Struck-Stiftung e. V. Diese Veranstaltung findet statt mit Unterstützung des Kulturreferates der Landeshauptstadt München, der Bayerischen Staatskanzlei und des Vereins Bayern liest sowie in Kooperation mit dem Arbeitsforum Ukraine e. V., dem buch.laden Lothringer 17 und dem Einstein Kultur. Unter dem Motto »Das Private ist das Politische« werden Künstler eingeladen, im Sinne von Karin Strucks kritischer Attitüde mit den Mitteln der Sprache und anderen Kunstgenres in Lesungen und Performances Gender und Gesellschaft global aufs zu Korn nehmen und Duelle und Debatten mit gesellschaftlichen Spiegelbildern in Gang zu setzen.

 

Über Tania Maljartschuk:

Tania Maljartschuk wurde 1983 in der ukrainischen Stadt Iwano-Frankiwsk geboren. Dort studierte sie Philologie an der Nationalen Wassyl-Stefanyk-Universität der Vorkarpaten. Danach arbeitet sie als Journalistin für verschiedene Fernsehsender, darunter Kanal 5 in Kiew und veröffentlicht in den Zeitschriften »Krytyka« und »Tschtetwer«. Im Jahre 2004 erschien ihr erstes Buch »Endspiel Adolfo oder eine Rose für Lisa« beim Verlag Lilea. Zwei Jahre später folgte »Von oben nach unten«. Der Erzählband »Neunprozentiger Haushaltsessig« wurde 2009 veröffentlicht. Die darin gesammelten Kurzgeschichten drehen sich um Betrug und Tod, Sehnsucht und Träume. 2013 folgte ihr Roman »Biografie eines zufälligen Wunders«, der das von Willkür und Gewalt geprägte Leben eines Mädchens namens Lena im ukrainischen San Francisco thematisiert. Mit ihrem Text »Zeige mir dein Europa, und ich sage dir, wer du bist« nahm sie 2006 als ukrainische Vertreterin am Essay-Wettbewerb »Mein Europa« von Young Euro Connect teil. 2011 war sie zwei Monate lang Artist-in-Residence des Literaturhauses NÖ in Krems. Im gleichen Jahr zog sie nach Wien. 2014 erregte sie Aufsehen bei einer Lesung im Rahmen der Doppelveranstaltung »Bewegliche Territorien« zum Seminar Kulturmanagement des Fortbildungsprogrammes »Buch- und Medienpraxis« an der Goethe Universität. Zusammen mit den ukrainischen Autoren Jurij Andruchowytsch, Jurko Prochasko und Serhij Schadan las sie am 5. Februar im Literaturhaus Frankfurt und diskutierte am Folgetag über die politische Lage in der Ukraine. Interviews in Rundfunk und Fernsehen folgten. Zuletzt erschien der Erzählband »Von Hasen und anderen Europäern«. Darin verschränkt die Autorin persönliche und politische Ebenen: Frauenleben in Kiew und Beziehungswirklichkeiten, Zerrissenheit zwischen Neigung zu Europa und Zwangsbeziehung zu Russland – spannende, harte, intellektuell subtile Geschichte(n).

 

Tania Maljartschuk

 

Über Mara-Daria Cojocaru:

→ Mara-Daria Cojocaru wurde 1980 in Hamburg geboren. Sie hat in München an der Ludwig-Maximilians-Universität Politikwissenschaft, Theaterwissenschaft und Recht studiert und promovierte 2011 mit einer Arbeit zur politischen Philosophie. Sie ist Dozentin für praktische Philosophie an der Hochschule für Philosophie München. In den Jahren 2015/16 gastiert sie als DFG-Forschungsstipendiatin am Philosophie-Department Sheffield. Weitere Auslandsaufenthalte führten sie nach Südafrika und in die USA. Zusammen mit Michael Reder, Monika Betzler und Julian Nida-Rümelin veröffentlichte sie unter anderem Schriften »Zur Praxis der Menschenrechte«, zur »Zukunft der Demokratie« und zur »Ästhetik und Kunstphilosophie«. Im Jahr 2015 war sie Finalistin beim Literarischen März in Darmstadt. 2008 erschien ihr erster Lyrikband »Näherungsweise« in der Lyrikedition 2000. Seit 2009 steuert sie auch regelmäßige Beiträge zum Jahrbuch der Lyrik bei. Ihr zweiter Gedichtband »Anstelle einer Unterwerfung« erschien im Herbst 2016 bei Schöffling & Co.

 

Mara-Daria Cojocaru

 

Über die Initiatorin Sarah Ines Struck:

Initiatorin und Moderatorin der Veranstaltungsreihe seitens der Karin-Struck-Stiftung e. V. ist Autorin, Kulturvermittlerin und Kommunikatorin → Sarah Ines Struck. Die Tochter der Schriftstellerin Karin Struck wuchs als Schwester von drei Brüdern unter anderem in Münster und Hamburg auf. Seit 1998 ist sie Wahlmünchnerin. Sie studierte Germanistik/Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Orientalische Philologie und Philosophie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Künstlerisch arbeitet Sarah Ines in den Genres Diary, Poetry, Fiction und Szenisches sowie in und an Cross-Art-Projekten mit bildender Kunst und Musik. Sie veröffentlicht erfolgreich seit 1990/2002. Ihr Lyrikdebüt »liebe geht durch die haut« erschien 2007 im Storia Verlag. Sie wirkte mit an den Poeticartsprojekten »Madonna sagt …« von Augusta Laar (München 2003) und »Aphrodite’s Library« von Mary Plant (Zypern 2003). Sie konzipierte zusammen mit dem Klangkünstler Kalle Laar das Projekt »Taunusremix«, das 2013 im Hessischen Literaturforum im Mousonturm in Frankfurt uraufgeführt wurde. Im Jahr 2016 gestaltete sie mit weiteren Künstlern das Performance-Projekt »Emanationen – Zukunft der Erinnerungen – Was wir Gutes ausstrahlen« anlässlich fünf Jahren Fukushima. Aktuell arbeitet sie an den Poetry-Performance-Projekten »Isar Loreley« und »Women are not present«. Überdies war sie Mitveranstalterin des Schamrock-Festivals der Dichterinnen 2012 und 2014 in München und Wien. Beim Festival 2016 kuratierte sie einen Länderschwerpunkt Indonesien, beim Festival 2018 wird sie einen Länderschwerpunkt Ukraine kuratieren. Als Vorständin der Karin-Struck-Stiftung e. V. verwaltet sie den im Literaturarchiv Monacensia der Landeshauptstadt München liegenden Nachlass der Schriftstellerin Karin Struck und initiiert und veranstaltet die Lesereihe »Duelle mit Spiegelbildern«.

 

Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

Datum: Freitag, 12. Mai 2017
Beginn: 20:30 Uhr
Ort: Einstein Kultur, Gewölbe 2
Eintritt: VVK 7,30 Euro, an der Abendkasse 8,00 Euro
Vorverkauf: via → eventim und an allen CTS-Vorverkaufsstellen
Anfahrt: U4/U5 Max-Weber-Platz Tram 15, 16, 19, 25, Bus 190, 191

 

Bananenschneckerls Resümee:

Was für eine tolle Nummer! Sowohl die Veranstaltungsreihe »Duelle mit Spiegelbildern« als auch die beiden Autorinnen Tania Maljartschuk und Mara-Daria Cojocaru genießen meinen höchsten Respekt. Ehrensache also, dass ich mir diese Veranstaltung trotz eines prall gefüllten Terminkalenders im Mai nicht entgehen lassen werde. Auch Initiatorin Sarah Ines Struck mag ich sehr: eine tolle Frau mit einer beeindruckenden Persönlichkeit. Und trotz aller literarischen Erfolge eine Frau, welche dir auf Augenhöhe begegnet und keinerlei Allüren pflegt. Ich mag sie sehr – als Mensch und als Künstlerin. Wie ist es mit dir: Besuchst du gern Veranstaltungen wie die »Duelle mit Spiegelbildern«? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

[Quelle: → Einstein Kultur]

Comments
One Response to “Duelle mit Spiegelbildern”
  1. Hallo Sissi,

    das hört sich gut an und ich wünsche Dir viel Spaß im Mai 🙂

    LG Katrin

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Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

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