WildgärtnerFreude Bienengarten

WildgärtnerFreude Bienengarten

Meine Freundin I. mag keine Bienen. Nicht, dass sie persönlich etwas gegen die fliegenden kleinen Krabbler hätte oder sie gar aufgrund ihres Streifenkleides modisch veurteilen würde. Nein, sie reagiert schlicht und ergreifend allergisch auf Bienengift. Das ist natürlich nicht witzig, wie ich aus eigener leidiger Erfahrung weiß. Auch ich reagiere sehr heftig auf Insektengifte und musste schon häufiger nach dem Stich oder Biss eines Insekts zum Arzt. Dennoch bin ich seit meiner Kindheit fasziniert von Bienen. Das gilt nicht nur für die Westliche Honigbiene (Apis mellifera), sondern auch und vor allem für Hummeln (Bombus) und Wildbienen. Hast du gewusst, dass es in Deutschland rund 560 überwiegend solitär lebende Wildbienenarten gibt? Leider steht über die Hälfte auf der Roten Liste, ist also gefährdet oder vom Aussterben bedroht – aus ökologischer Sicht eine Katastrophe. Denn Wildbienen sind intensive Blütenbesucher und somit wichtige Bestäuber von Wild- und Nutzpflanzen.

Was viele nicht wissen: Wildbienen greifen von sich aus niemanden an. Warum auch? Die Natur ist schließlich kein Horrorfilm! Nur wenige Arten der mit einem Wehrstachel ausgestatteten Bienen (Stechimmen) attackieren überhaupt Menschen zur Verteidigung ihres Nestes – und das sind ausschließlich Honigbienen und Echte Wespen. Alle anderen Arten stechen nur, wenn ihr individuelles Leben bedroht ist, zum Beispiel, wenn sie versehentlich gequetscht werden oder du mit dem Fuß auf sie trittst. Alles Dinge, die sich bei einem achtsamen Verhalten in Garten und Natur weitestgehend vermeiden lassen. Es gibt also keinen Grund, sich nicht näher mit dem Thema Wildbienenschutz zu beschäftigen. Und so habe ich mich von jeher darum bemüht, Bienen, Hummeln und anderen nektarsammelnden Insekten in unserem Münchner Stadtgarten ein reiches Blütenangebot zur Verfügung zu stellen. In den vergangenen Jahren habe ich mich dabei meist auf mehrjährige Kräuterstauden beschränkt. Heuer wagen wir ein kleines Gartenexperiment und haben zusätzlich die Samenmischung WildgärtnerFreude Bienengarten von Neudorff ausgesät.

 

Graue Sandbiene (Andrena cineraria) - Bild: Archiv

Graue Sandbiene (Andrena cineraria)

 

Wilde Freude für die Bienen:

Die Samenmischung WildgärtnerFreude Bienengarten liefert Wild- und Honigbienen sowie Hummeln sowohl Pollen als auch Nektar. Die außergewöhnliche Mischung enthält neben einjährigen auch mehrjährige heimische Wildblumen. Damit bietet sie schon im Jahr der Aussaat einen bunten Blütenteppich. Vor allem aber sorgen die mehrjährigen Arten für ein jahrelanges Wildblumenerlebnis. Die Mischung besteht aus Samen von über 25 verschiedenen bienen- und hummelfreundlichen Trachtpflanzen. Dazu zählen beispielsweise die Moschusmalve, die Wiesenflockenblume und der Natternkopf, die reich an Pollen und Nektar sind. Alle Arten sind sehr robust und samenfest. Wichtig bei der Zusammenstellung der Pflanzen war Neudorff unter anderem eine gestaffelte Pflanzenhöhe mit Rosetten bildenden Arten, die den Boden schnell bedecken und somit vor Unkrautzuflug schützen. Die Pflanzen wurden so ausgewählt, dass sie an fast allen Standorten und Bodentypen gedeihen. Sie sind geeignet für Beete, aber auch für Baumscheiben und Wegränder, benötigen keine Düngung und lediglich einen Schnitt im Frühsommer sowie zum Ausgang des Winters.

Die Neudorff’sche Samenmischung blüht von Mai bis September. Damit bietet sie auch im Hoch- und Spätsommer, wenn es in der Natur ansonsten nur noch wenig Blüten gibt, Nahrung für die nützlichen Gartenbesucher. Wird die Wiese erst nach dem Winter gemäht, bietet sie vielen Wildbienen ein gutes Überwinterungsquartier. Die Faltschachteln enthalten jeweils Saatgut für etwa zehn Quadratmeter. Die unverbindliche Preisempfehlung für eine Packung beträgt 7,49 Euro.

 

Bananenschneckerls Resümee:

So sehr ich mir eine bunte, lebendige Wildblumenwiese für unseren Stadtgarten wünsche, so skeptisch bin ich auch. Eine direkte Aussaat im Garten hat bei uns nämlich nur wenig Sinn, das hat die Erfahrung vergangener Jahre mit ähnlichen Blütenmischungen nur allzu deutlich gezeigt. Der Garten ist einfach zu klein, um ein Areal abzustecken, welches bis zum Austrieb der Pflanzen nicht betreten wird. Also sind wir einen Kompromiss eingegangen und haben die Samenmischung WildgärtnerFreude Bienengarten am vergangenen Wochenende (KW 10) in Töpfen und Kübeln sowie auf unserem »Mammutmaulwurfshügel« ausgesät – sozusagen als Backup für die von uns gesteckten Blumenzwiebeln und Knollen. Was daraus wird? Mei, das wird die Zeit zeigen! Wir erhoffen uns natürlich, mithilfe der Samenmischung das Nahrungsangebot für Nektarsammler in unserem Garten zu erweitern und das ganze Sommerhalbjahr hinweg für einen großen Blütenreichtum zu sorgen. Nun ist jedenfalls erst einmal Geduld gefragt, ohnehin eine der Haupttugenden beim Gärtnern.

In den kommenden Wochen werde ich immer wieder über die Fortschritte der Natur in unserem Garten berichten – auch darüber, ob und was aus dem »Bienengarten im Topf« geworden ist. Sollte das Experiment nämlich gelingen, dürfte dies nicht zuletzt für Balkonbesitzer interessant sein. Falls du dich ebenfalls für Wildbienen, ihre Lebensweise und ihren Schutz interessierst, empfehle ich dir unbedingt den Besuch der Internetplattform → »Faszination Wildbienen«. Und nun bin ich neugierig: Wie stehst du zu Bienen? Welche Wildbienenarten kennst du? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

[Transparenz: Die Samenmischung → WildgärtnerFreude Bienengarten wurde uns von → Neudorff als kostenloses Testmuster zur Verfügung gestellt. Auch die Produktinformationen und das blumige Artikelbild stammen von Neudorff. // Danksagung: Ein extradickes Dankeschön geht erneut an meine Freundin H. für das Abtippen meiner handschriftlichen Notizen. Ohne dich wäre ich mit meiner Handverletzung in dieser Woche aufgeschmissen – du bist die Beste!]

Comments
6 Responses to “WildgärtnerFreude Bienengarten”
  1. Hallo Sissi,

    Bienen sind so wichtig und es ist schön wenn wir etwas zum Erhalt dazu beitragen 🙂 !

    LG Katrin

  2. Ich hatte auch mal so eine Mischung gesät. Das hatte ganz gut geklappt, Wundklee, Wiesenknopf und Malven sind immer noch da und gut gewachsen.

    Das Bild zeigt aber die Graue Sandbiene (Andrena cineraria), keine Pelzbiene.

    VG

    Elke

    • Danke für den Hinweis, liebe Elke! Ich habe den Namen berichtigt. Es kam uns gestern gleich so seltsam vor, als wir das Bild aus dem Archiv gekramt haben – das Bienchen ist für eine Pelzbiene viel zu weiß/grau. Leider bin ich noch keine Bienenexpertin, aber ich arbeite daran. 😉

      XOXO

      Sissi

  3. Martina sagt:

    Liebe Sissi,

    eine Wildblumenwiese fände ich sehr schön, aber leider habe ich nur einen Balkon. Bin gespannt, was bei deinem Experiment herauskommt. Vielleicht kann ich dann auch etwas für die Bienen tun.

    Liebe Grüße von Martina

    • Auch Balkonbesitzer können viel für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Nektarsammler tun – mit Küchenkräutern wie Thymian und Oregano zum Beispiel. Die sehen nicht nur hübsch aus und entwickeln schöne kleine Blüten, sondern bringen auch mehr Würze in die Küche.

      XOXO

      Sissi

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Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

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