Sprichst du Gärtner-Latein? - Bild: Amandad/Pixabay

Sprichst du Gärtner-Latein?

Kennst du dich mit lateinischen Pflanzennamen aus? Obwohl mein Jahrgang der letzte unserer Schule war, der noch in den Genuss des »Großen Latinums« gekommen ist (danach gab es nur noch das Latinum), und ich auch während des Studium immer wieder mit Latein in Berührung gekommen bin, stehe ich im Gartencenter oft ratlos vor den Pflanzen und kratze mir den Kopf. Was nicht allein daran liegt, dass es Tausende und Abertausende von Pflanzen auf der Welt gibt, sondern hauptsächlich daran, dass das botanische Latein nicht eins zu eins dem klassischen Latein entspricht und viele Bezüge zum Griechischen enthält. Von weiteren Termini, die ihren Ursprung in fremdländischen Namen haben, einmal ganz zu schweigen …

Umso erfreuter war ich, als ich unlängst das im letzten Sommer in der Deutschen Verlags-Anstalt in der Reihe DVA Bildband erschienene Buch »Gärtner-Latein: Von den Geheimnissen der Pflanzennamen« (Originaltitel: A gardeners’s latin. The language of plants explained) des britischen Pflanzenexperten Richard Bird entdeckt habe. Es versprach eine unterhaltsame Lektüre und eine Auffrischung meines gärtnerischen (Latein-)Wissens – Herz, was willst du mehr? Auch das hübsch gestaltete Cover gefiel mir und so habe ich beim Verlag ein Rezensionsexemplar erbeten. Schon wenige Tage später drückte mir mein Postbote schmunzelnd die Büchersendung mit meinem Wunschbuch in die Hand. Schmunzelnd, weil er weiß, wie gern ich lese, und weil ich immer ganz aufgeregt bin, wenn es darum geht, ein neues Buch zu entdecken. Auf das »Gärtner-Latein« war ich besonders neugierig. Du bist es auch? Dann sehen wir uns das Buch doch gemeinsam mal näher an!

 

»Ein Buch für lauschige Abende oder kühle Tage, das auf unterhaltsame Art Wissen vermittelt.«

(LandLust, 01-02/17)

 

Klappentext:

»Viele, auch mitunter ambitionierte Gärtner, haben Schwierigkeiten, wenn sie lateinischen Pflanzennamen begegnen, und halten sich lieber an volkstümliche Beschreibungen wie Zaubernuss und Liebesperlenstrauch. Doch selbst wenn diese Namen hübsch klingen und häufig eine poetische Note haben, sagen sie uns meistens nichts über die Herkunft oder andere wichtige Eigenschaften wie Form, Farbe oder Größe der Pflanze, die sich in den lateinischen Namen verbergen. Hier Abhilfe zu schaffen und den interessierten Gärtner auf vergnügliche Art und Weise kundig zu machen, ist das Ziel dieses Buches, das in die Geheimnisse des botanischen Lateins einführt. So erfährt man schon über den Namen, dass Digitalis purpurea (der Rote Fingerhut) purpurrot ist, dass das sanguinum in Geranium sanguinum für ›blutig‹ steht, was auch im volkstümlichen Namen Blutroter Storchschnabel zum Ausdruck kommt, und dass man sich den Kauf einer Pflanze, die debilis im Namen führt, noch einmal gut überlegen sollte!«

 

Der Autor:

Im Auftrag des National Trust hat der renommierte Pflanzenexperte Richard Bird diese humorvolle Einführung in das botanische Latein verfasst. Er ist bekannt als Redakteur britischer Gartenzeitschriften sowie als Autor zahlreicher Fachbücher zu den Themen Garten und Pflanzen.

 

Der Übersetzer:

Stefan Leppert absolvierte eine Gärtnerlehre, arbeitete im Garten- und Landschaftsbau, studierte in Osnabrück Landschaftsarchitektur und arbeitete als Garten- und Landschaftsarchitekt in verschiedenen Planungsbüros. Im Anschluss daran gehörte er fünf Jahre der Redaktion der Zeitschrift »Garten+Landschaft« an. Im Jahr 2001 gründete er ein Redaktionsbüro in Münster, veröffentlichte als freier Text- und Bildjournalist zahlreiche Zeitschriften- und Buchbeiträge im Themenbereich Gartengestaltung und Landschaftsarchitektur, ist Autor der Bücher »Hinter meiner Hecke« und »Zwischen Gartengräsern« – und beackert seit vielen Jahren einen Kleingarten bei Münster.

 

Was darfst du vom Buch erwarten?

Das kompakte, wunderschön von Dawn Cooper im besten British Gardening Style illustrierte Buch liegt gut in der Hand und entführt auf 144 cremefarbenen Seiten in die Welt der botanischen Pflanzennamen. Vokabelpauken? Fehlanzeige! Stattdessen erfährt der interessierte Leser bereits in der Einführung viel Wissenswertes darüber, warum wir eine universell gültige Nomenklatur in der Pflanzenwelt brauchen und wie diese funktioniert. An dieser Stelle ein Hoch auf Carl von Linné, der sein Klassifizierungssystem im Jahre 1753 einführte und mit dem ich viele spannende Erinnerungen aus der Biologiestunde verbinde!

An die unterhaltsam geschriebene Einführung schließen sich kleine knackige Kapitel über die wichtigsten Präfixe, Suffixe und deren Kombination in der Botanik an – wesentlich für das Grundverständnis des Linné’schen Klassifizierungssystems. Es folgt ein Abriss über das allgemeine Erscheinungsbild von Pflanzen, welches sich nicht selten in ihren Namen widerspiegelt. Damit haben wir schon eine Menge der wichtigsten Begriffe zur Hand. Doch es geht natürlich noch weiter! Und zwar mit den Farben: Schwarz und Weiß (lustig, dass der Autor gerade damit beginnt!), Rot und Rosa, Blau, Violett und Purpur, Gelb und Orange, Grün und Blau. Immer mit Beispielen den meisten von uns vertrauter Pflanzen, immer sehr anschaulich erläutert, bevor der Autor uns mit praktischen Nachschlagelisten versorgt. Das lockert das Buch ungemein auf, macht es unterhaltsam und angenehm zu lesen.

Dieses kurzweilige Lesevergnügen setzt sich im übrigen Buch fort. Sehr geschickt unterteilt Richard Bird die Pflanzenwelt in die Lebensräume Gebirge, Wald, offene Landschaft und Feuchtland und streut zwischen diese Kapitel weitere über Markierungen, Form, Textur, Größe, Erscheinungsbild, Duft und Geschmack, Blütezeit, Ähnlichkeit mit anderen Lebewesen, Himmelsrichtungen sowie Orte aller Art ein. Kapitel über Namen fremdländischen Ursprungs, klassische Namen und eine Erklärung der für viele oft verwirrenden Sortennamen runden das Buch sinnvoll ab. Ein Register am Ende des Bildbandes schließlich ergänzt den neu gewonnenen Wissensschatz und macht das Buch zu einem wertvollen Nachschlagewerk.

 

Gärtner-Latein von Richard Bird - Bild: Deutsche Verlags-Anstalt

 

Buchinformationen:

Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
Erscheinungsdatum: 29. August 2016
Sprache: Deutsch
Format: 13,7 x 2 x 20,6 Zentimeter
ISBN-10: 3421040338
ISBN-13: 978-3421040336
Preis: 14,99 Euro

 

Bananenschneckerls Resümee:

Ein wundervolles kleines Buch, das jeden Pflanzenfreund begeistern wird! Zimmerpflanzenliebhaber dürften sich ebenso angesprochen fühlen wie Gartenfeen oder Schrebergärtner mit Nutzgärten. Richard Bird schafft es auf erfrischend geistreiche Weise, Wissen und Unterhaltung zu verknüpfen. Und das Schönste: Du musst kein Latinum haben, um das Buch zu verstehen! Es geht auch nicht darum, die angebotenen Listen auswendig zu lernen, sondern sich auf das Abenteuer lateinische Pflanzennamen einzulassen. Darum, Pflanzen besser zu verstehen. Und nicht zuletzt auch darum, im Gartencenter nicht länger wie ein Depp dazustehen und auf der Suche nach einer Fachkraft durch die Gänge zu irren. Oft genug wissen diese Leutchen ja selbst nicht, was sie da verkaufen … Mei, ich weiß ab sofort, was ich nach Hause schleppe!

Ich habe das Buch in einem Rutsch in der Badewanne gelesen und freue mich nun schon riesig darauf, im Frühling neue Pflanzen zu kaufen. Natürlich wird mich der Bildband »Gärtner-Latein: Von den Geheimnissen der Pflanzennamen« von Richard Bird dabei begleiten! Wenn ich deine Neugier auf den liebevoll gestalteten Bildband geweckt habe, kannst du ihn bei deinem lokalen Buchhändler kaufen oder bei Online-Buchhändlern wie → Amazon bestellenAmazon: Gärtner-Latein: Von den Geheimnissen der Pflanzennamen (Affiliate Link). Wie gefällt dir das Buch? Hast du ebenfalls Gartenprojekte, die du schon länger verwirklichen möchtest? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

[Transparenz: Der Bildband »Gärtner-Latein: Von den Geheimnissen der Pflanzennamen« von Richard Bird wurde uns als kostenloses Rezensionsexemplar von der → Deutschen Verlags-Anstalt (DVA) zur Verfügung gestellt.]

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Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

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