Alle Jahre wieder: Neujahrsvorsätze - Bild: Ulrike Mai/Pixabay

Alle Jahre wieder: Neujahrsvorsätze

Im neuen Jahr wird alles anders, oder? Wir legen mehr Geld auf die hohe Kante, ernähren uns gesünder und machen mehr Sport. Aber klar doch! »Neujahrsvorsätze sind Startschüsse für Rennen, die sowieso nicht stattfinden«, sagt der Schweizer Schauspieler Hansjörg Bahl. So ganz Unrecht hat der gute Mann nicht. Neujahrsvorsätze sind zwar schnell gefasst und ernst gemeint, geraten aber meist ebenso schnell wieder in Vergessenheit. Wieso nur nehmen wir uns Jahr für Jahr so viele wichtige Dinge vor und ziehen sie dann doch nicht durch? Wenn ich mich im Freundeskreis umblicke, sind davon vor allem unrealistische Vorhaben betroffen.

 

Was willst du wirklich?

Anstatt dir also beispielsweise vorzunehmen, 30 Kilo abzuspecken und dich optisch in eine Anwärterin für die nächste Staffel GNTM zu verwandeln, macht es mehr Sinn, dir genau zu überlegen, was du eigentlich willst. Möchtest du dich wirklich verändern oder reagierst du lediglich auf den Schönheitswahn unserer Gesellschaft? Sind deine Ziele deine Ziele? Oder hechelst du nur irgendwelchen Trends hinterher, möchtest es deiner Familie recht machen oder den Erwartungen deines Partners entsprechen? Bevor dir deine Motivation nicht klar ist, solltest du keine Neujahrsvorsätze fassen. Das bringt nämlich nichts. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

 

Sei konkret!

Hüte dich auch vor allzu vagen Formulierungen. Um beim obigen Beispiel zu bleiben: Was bedeutet »dünner werden« oder »mehr Sport« für dich? Wie willst du eine gesündere Ernährung (und ohne die funktioniert Abnehmen nun einmal nicht!) und den Besuch im Fitnessstudio in deinen vermutlich ohnehin vollgepackten Tagesablauf einbauen? Erst, wenn du einen konkreten und realistischen Plan aufstellst, haben deine Neujahrsvorsätze eine Chance auf Realisierung.

Du könntest dir beispielsweise vornehmen, das Frühstück durch einen frisch gepressten Obstsaft zu ersetzen oder mittags auf das Kantinenessen zu verzichten und stattdessen einen leckeren Salat mit ins Büro zu nehmen. So entfällt lästiges Kalorienzählen und dein »Zeitvorrat« wird auch nicht durch wildes Diätkochen angerissen. Den Wunsch nach »mehr Sport« könntest du durch dreimaliges wöchentliches Joggen mit einer Freundin konkretisieren. So hast du einen festen Plan und verbringst zugleich auch mehr Zeit mit deiner Freundin. »Mehr Zeit für Freunde und Familie« ist nämlich auch einer dieser unkonkreten Wünsche, die Jahr für Jahr auf der Hitliste der Neujahrsvorsätze landet. »Mehr Zeit« ist aber bedauerlicherweise ebenso wenig messbar wie »dünner werden« oder »mehr Sport« … Und damit zum Scheitern verurteilt.

 

Lege Etappenziele fest!

Nehmen wir einmal an, du möchtest wirklich 30 Kilo abnehmen. Das geht nicht über Nacht. Also macht es Sinn, dieses Riesenprojekt in viele kleine, überschaubare Schritte einzuteilen und diese am besten auch schrftlich festzuhalten. Zwei Unterprojekte könnten in diesem Fall ein Ernährungsplan und wöchentliches Wiegen sowie das schon angesprochene regelmäßige Sporteln mit einer Freundin sein. Am Ende jeder Woche ziehst du Resümee und guckst, was du schon erreicht hast und wo es vielleicht (noch) hakt. Dann schadet es nicht, gegebenenfalls den Kurs zu korrigieren. Drei Mal in der Woche Joggen ist dir zu viel und/oder zu langweilig? Dann mach zwei Mal Joggen und ein Mal Yoga draus – Hauptsache, du bewegst dich und hast dabei die Unterstützung deiner Freundin! Am Monatsende ziehst du erneut Bilanz und gönnst dir vielleicht sogar eine Belohnung. Denn wer ein Zwischenziel erreicht hat, darf sich gern selbst auf die Schulter klopfen und belohnen. Das kann eine kleine Belohnung in Form neuer Laufschuhe oder eine große in Form eines SPA-Wochenendes mit deinem Partner sein. Halt ganz nach Lust, Laune und Geldbeutel. Schöner Nebeneffekt: Der Genuss deiner Belohnung motiviert dich zum Weitermachen!

 

Aufschreiben ist ein Muss!

Jedes Vorhaben bekommt mehr Gewicht, wenn du es aufschreibst. Dadurch ordnen sich zugleich auch deine Gedanken und du erkennst Fehler im System, bevor du sie machen kannst. Auch hier wieder ein Beispiel: Wenn du wie ich ein absoluter Morgenmuffel bist, macht es wenig Sinn, dich um sechs Uhr in der Früh zum Joggen zu verabreden! Das kann dann nämlich einfach keinen Spaß machen, ganz gleich, wie motiviert du bist. Oder du merkst rechtzeitig, dass du dir für das neue Jahr schlicht zu viel vorgenommen hast. Drei Mal in der Woche sporteln, montags Chinesischunterricht, mittwochs der Kurs für gesunde Ernährung und jeden Freitag mit der Clique ins Kino? Hallo? Wo bleibt da Zeit für deinen Partner und dich? Womit wir wieder beim Thema »konkrete, realistische Ziele« wären. Aufschreiben hilft, den Überblick zu behalten. Wie du das machst, bleibt ganz dir überlassen. Mir hilft ein »Jahresbuch«. Andere heften sich ihre Ziele an die Wand, damit sie diese immer im Auge haben. Hier muss jeder seinen eigenen Weg finden.

 

Setze dich (liebevoll) unter Druck!

Sprich mit deiner Familie und deinen Freunden über deine Vorhaben. Es ist unglaublich, welche Macht sozialer Druck haben kann. Oft ist das ein unerwünschter, negativer Effekt. Du kannst diesen Druck aber in etwas für dich Positives verwandeln und nutzen. Vor allem dann, wenn du deine Lieben darum bittest, sich in regelmäßigen Abständen nach der Umsetzung deiner Pläne zu erkundigen. Das kann dich genau dann motivieren, wenn du auf einer Durststrecke bist und gerade am liebsten alles hinschmeißen würdest.

 

Lebe im Heute!

Ja, ja, ich weiß schon … Du wachst am Neujahrstag verschlafen, wenn nicht gar verkatert auf und beschließt, deine Neujahrsvorsätze erst ab dem 2. Januar zu realisieren. Schließlich ist das Jahr ja noch sooo lang. Blödsinn! Fange nicht erst morgen an, sondern sofort. Schnüre deine Laufschuhe und geh joggen. Denn wer kräftig feiern kann, kann auch kräftig laufen. Das pustet den Kopf frei und verleiht dir Power für den Tag. Und vergiss nicht, dass Durststrecken und Rückschläge dazu gehören. Schaffst du es aber über die Anfangseuphorie hinaus, deine guten Vorsätze bis in den April hinein zu retten, hast du gute Karten, sie auch für den Rest des Jahres am Leben zu erhalten. Der Mensch ist und bleibt nun einmal ein Gewohnheitstier. Lebe jeden neuen Tag nach dem Motto »Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens« – mach was draus!

 

Bananenschneckerls Resümee:

Lustig: »Eigentlich« wollte ich an den Feiertagen gar nicht bloggen. Dann aber hatte ich Lust, im Rahmen einer kleinen Challenge auf Instagram an meinem Artikel für den 1. Januar zu werkeln. Beim Nachdenken über die Aufgabe ist dann dieser Text entstanden. So viel zu meinen Vorsätzen für heute, hihi … Aber auch das gehört zum Leben: sich Raum zu lassen für Spontaneität. Meine eigenen Neujahrsvorsätze habe ich übrigens noch nicht aufgeschrieben. Traditionell mache ich dies meist am Silvestermorgen – auch, um mit dem jeweils vergangenen Jahr abzuschließen. Und gerade dieses Jahr hatte es mal wieder so richtig in sich … Welche Vorsätze hast du für das kommende Jahr? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

 

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2 Responses to “Alle Jahre wieder: Neujahrsvorsätze”
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  1. […] Mitte Januar … Da war doch noch etwas? Ach ja: Die Sache mit den → Neujahrsvorsätzen. Blöd nur, dass die meisten guten Vorsätze bereits nach kürzester Zeit wieder über Bord […]

  2. […] guten Vorsätzen halte und Tipps für deren Einhaltung habe ich dir bereits in der letzten Woche → verraten. Nun wird es höchste Zeit, dir ein bisserl mehr über meine Ziele für das Jahr 2017 zu […]



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Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

Ihr zur Seite steht ein erfahrenes Team von Autoren, die sich im Blog ebenfalls regelmäßig zu Wort melden. Schau am besten öfter mal bei uns vorbei!