Kranz kaputt ... Und nun? - Bild: moerschy/Pixabay

Kranz kaputt … Und nun?

Heute Nacht hat der Grinch bei uns zugeschlagen. Entweder das oder irgendein Wichtel in unserer Weihnachtswerkstatt hat den Spruch »Viele Wichtel verderben den Brei« zu wörtlich genommen. Denn dieser bereits vor Tagen liebevoll vorbereitete Artikel sollte eigentlich bereits pünktlich um acht Uhr online gehen und die Blogparade »Zeit für den Adventskranz« von Nettie und Tina abschließen. Allein: Der Beitrag war weg. Einfach futsch. Mitsamt allen Bildern. Als mich Netties Notruf gegen elf Uhr auf dem Handy erreichte, saß ich gerade gemütlich beim Kaffeetrinken mit einer Freundin. Da war guter Rat teuer.

Natürlich könnte ich jetzt bis heute Abend warten und den Beitrag neu schreiben. Da mir aber die Zeit zum Basteln fehlt und ich die anderen Teilnehmer der Blogparade nicht warten lassen möchte, wage ich den Sprung ins kalte Wasser und rekonstruiere meine DIY-Idee spontan am Rechner meiner Freundin. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Ebenso ratlos wie ich es gerade bin, blickten im letzten Jahr gleich drei meiner Mädels auf die Überreste ihrer Adventskränze. In zwei Fällen hatte der sportlich engagierte Nachwuchs zugeschlagen. Im dritten Fall waren es die Katzen meiner Freundin, die wohl wenig Geschmack an ihrer Adventsdekoration aus Kerzen, Nüssen und Tannengrün gefunden haben. Verletzt wurde zum Glück niemand.

 

Wichernscher Adventskranz einmal anders:

Doch was tun, wenn der Adventskranz zerstört ist, alle Geschäfte geschlossen haben und die Schwiegereltern zum Adventskaffeetrinken erwartet werden? In der Weihnachtszeit gehört ein Adventskranz einfach dazu! Eine meiner Freundinnen erinnerte sich an den → Wichernschen Adventskranz. Der Legende nach war es nämlich der evangelisch-lutherische Theologe, Erzieher und Mitbegründer der Inneren Mission Johann Hinrich Wichern (1808–1881), der im Jahre 1839 den Adventskranz erfand. Wichern betreute seinerzeit arme Kinder im Rauhen Haus, einem alten Bauernhaus. Als diese ihn während der Adventszeit immer wieder fragten, wann denn endlich Weihnachten sei, baute der gute Mann aus einem alten Wagenrad einen Holzkranz mit 20 kleinen roten und vier großen weißen Kerzen als Kalender. Jeden Tag zündete er eine kleine Kerze an, an den Adventssonntagen eine große. So konnten die Kinder die Tage bis Weihnachten zählen. Wicherns Idee fand so begeisterten Anklang, dass sich daraus im Laufe der Jahre unser heutiger Adventskranz entwickelte.

Zwar hatte meine Freundin kein Wagenrad zur Hand, besitzt dafür aber einen schier unerschöpflichen Kerzenvorrat. Flugs kramte sie darin herum und baute den Wichernschen Adventskranz in einer gewagten Kreation aus 24 fliederfarbenen kleinen und vier tiefvioletten großen Kerzen auf ihrem Kaminsims nach. Zwar ohne Tannenzweige, dafür aber mit jeder Menge silber- und lilafarbenen Kugeln, einer Lichterkette, violetten Rentieren und und und … Das Ergebnis war überwältigend. Und der beste Beweis dafür, dass ein »Kranz« nicht immer rund sein muss. Nicht zuletzt ist diese Weihnachtsdekoration auch eine schöne Alternative zum traditionellen Adventskalender, oder?

 

Adventskranz aus Lebkuchenteig:

Meine zweite Freundin ging einen komplett anderen Weg. Zum einen lebt sie mit ihrer Familie in einer Viereinhalb-Zimmer-Wohnung und besitzt keinen Kamin. Zum anderen liebt sie es klassisch und mag es, wenn der Adventskranz dekorativ auf dem Esstisch steht. Mit den kläglichen Überbleibseln ihres Adventskranzes ließ sich allerdings nicht mehr viel anstellen. Einige wenige Tannenzweiglein konnte sie retten und steckte sie in eine schöne Vase. Damit war der weihnachtliche Duft schon mal gerettet. Und der Adventskranz? Den hat sie ganz einfach aus Lebkuchenteig gebacken, mit reichlich Zuckerguss verziert und zuletzt mit vier hübschen Teelichten bestückt. Das Ergebnis sah ungefähr so aus:

 

Adventskranz aus Lebkuchenteig - Bild: PublicDomainPictures/Pixabay

Adventskranz aus Lebkuchenteig

 

Adventskranz »to go«:

Meine dritte Freundin ist weder back- noch basteltechnisch besonders begabt. Und ja, das darf ich hier so offen erzählen: Sie ist die Erste, die Witze darüber macht. Nicht zum Lachen zumute war ihr allerdings, als sie eine Stunde vor dem Eintreffen ihrer überkritischen Schwiegereltern ohne Adventskranz dastand. In Gedanken hörte sie bereits das verächtliche Schnauben ihrer Schwiegermutter: Wie konnte sie es wagen? Eine gute Hausfrau hat schließlich allzeit eine Alternative parat! Da ich mich früher selbst mit einer »Schwiegermutter aus der Hölle« herumplagen musste, eilte ich meiner Freundin sofort zu Hilfe und brachte ihr einen Adventskranz »to go«. Der ist im Handumdrehen gemacht und besteht aus wenigen kleinen Dingen, die du normalerweise sowieso daheim hast.

Zugegeben: Auf den ersten Blick macht der Adventskranz »to go« nicht allzu viel her. In unserem Fall war Frau Schwiegermama jedoch dermaßen beeindruckt davon, dass ich mir die Mühe gemacht habe, meiner Freundin zu helfen, dass sie gnädig darüber hinwegsah, dass der Adventskranz eigentlich nur aus vier Teelichten und einer Zündholzschachtel bestand. Hüstel … Vermutlich hast du den Adventskranz »to go« schon öfter im Netz gesehen. Zuckersüß verpackt, eignet er sich perfekt als kleines Mitbringsel zum Adventskaffee, als Wichtelgeschenk oder weihnachtliche Gabe für deine Paketboten. Oder, oder, oder … Und da ich die Idee so niedlich finde, habe ich in diesem Jahr gleich ein sattes Dutzend davon gebastelt und verschenkt.

Material für einen Adventskranz »to go«:
– 4 Teelichte
– 1 Zündholzschachtel
– Masking Tape
– 1 Zellophantütchen
– 1 Mini-Tortenspitze oder weihnachtlicher Bastelkarton
– Tacker
– Schere
– Gelstift
– auf Wunsch zum Dekorieren: Minikugeln, Tannenzweige, Lametta …

Zusammenstellung des Adventskranzes »to go«:
Beklebe zuerst die Teelichte und dann die Zündholzschachtel mit Masking Tape. Stapele anschließend je zwei Teelichte übereinander, stelle sie auf die Zündholzschachtel und stecke das Ensemble in ein Zellophantütchen. Wenn du magst, kannst du nun noch weihnachtliche Streudeko, Minikugeln, Lametta oder ähnliche Kleinigkeiten mit ins Tütchen geben. Falte nun die Tortenspitze auf die Hälfte, verschließe damit das Zellophantütchen und tackere das Ganze fest. Alternativ kannst du auch aus weihnachtlich bedrucktem Bastelkarton einen Verschluss basteln. Zum Schluss mit einem farblichen passenden Gelstift Adventskranz »to go« auf den Tütenverschluss schreiben – et voilà, schon ist dein Adventskranz zum Mitnehmen fertig!

 

Alle Beiträge der Blogparade auf einen Blick:

14.11.2016: → Vom Strohling zum Lichterkranz (Nettie)

15.11.2016: → Adventskranz mal anders (Heike)

16.11.2016: → Märchenhaftes Adventsgesteck (Vivi)

17.11.2016: → Der Kranz für Kranzlose (Heike)

18.11.2016: → Kranz kaputt … Und nun? (hier bist du gerade)

 

Bananenschneckerls Resümee:

Sicher möchtest du dir meinen Adventskranz »to go« auch ansehen. Ich werde meinen Weihnachtswichteln heute Abend Beine machen und sie auf die Suche nach den Bildern schicken. Notfalls setze ich mich am Wochenende hin und lege eine neue Bastelrunde ein. Ich hoffe, unsere drei Kranzideen haben dir gefallen und du schaust auch einmal bei den anderen Teilnehmern der Blogparade »Zeit für den Adventskranz« vorbei.

Falls du nun neugierig bist, wie heuer der Adventskranz im Schneckenhaus aussieht, muss ich dich vertrösten: Noch ist keine Entscheidung gefallen. In den letzten Jahren hatten wir meist ein großes Gesteck im Flur. In diesem Jahr wünschen wir uns eher etwas Ausgefalleneres, was besser zu uns Schneckenverrückten passt. Mal gucken … Wie wird dein Adventskranz in diesem Jahr aussehen? Klassisch? Modern? Experimentell? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

 

Comments
3 Responses to “Kranz kaputt … Und nun?”
  1. Perdita Otto sagt:

    Wenn ich Eure Berichte so lese, was Ihr alle bastelt und backt zu Weihnachten, stelle ich mir laut und deutlich die Frage: Was stimmt nicht mit Dir, Perdita? Habe bislang keine Antwort bekommen. 😉

    Liebe Grüße vom Grinch

    • Hihi … So »grinchig« finde ich dich gar nicht, liebe Perdi! Es gibt halt Weihnachtsverweigerer wie dich und Weihnachtsschnecken wie uns. Jeder ist anders und das macht das Leben doch so schön bunt!

      XOXO

      Sissi

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  1. […] Obwohl ich aufgrund des im digitalen Nirwana verschwundenen Artikels über pfiffige → Last-Minute-Adventskränze ordentlich unter Strom stand, habe ich es mir nicht nehmen lassen, wenigstens ein bisserl in der […]



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Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

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