Wer vergibt, lebt gesünder - Bild: Kai Stachowiak/Pixabay

Wer vergibt, lebt gesünder

Schon der bedeutende englische Dichter Alexander Pope (1688 bis 1744) wusste um die Bedeutung des Vergebens: »Irren ist menschlich und vergeben göttlich.« Jetzt kam heraus: Wer besonders verständnisvoll auf das Fehlverhalten seiner Mitmenschen reagiert, lebt gesünder. Das haben amerikanische Forscher herausgefunden.

 

Please forgive me!

Was in zahllosen Liebesschnulzen bekannter und weniger bekannter Schmusebarden besungen wird, fällt vielen Leuten im realen Leben oft nicht ganz so leicht. Doch solange Groll, Ärger, Wut, Enttäuschung sowie weitere »niedrig schwingende Emotionen« uns beherrschen, führt dies früher oder später zu einem Ungleichgewicht in unserem Körper. Einige Ärzte sind der Ansicht, dass viele Krankheiten ihren Ursprung in negativen Emotionen finden. »Wenn Sie in Bezug auf Vergebung nicht flexibel sind, um mit Ärger und Wut fertig zu werden, werden Sie die Auswirkungen von Stress auf die körperliche sowie geistige Gesundheit zu spüren bekommen. In diesem Fall gibt es keine adäquate Maßnahme, um die Auswirkungen des Stresses zu lindern«, erklärt Loren Toussaint, einer der Autoren der Studie vom Luther College im US-Bundesstaat Iowa.

 

Die Bereitschaft zum Vergeben …

In der Studie wurden 148 Teilnehmer aufgefordert, ihre Erfahrungen mit Stress, geistigem und körperlichem Wohlbefinden sowie ihrer Bereitschaft, zu vergeben, zu notieren. Das Ergebnis überraschte niemanden: Die Personen, die einem höheren Stressniveau ausgesetzt waren, litten unter einem schlechteren psychischen und physischem Zustand. Bei den Personen, die eine offenere Haltung zur Vergebung hatten, konnten die Forscher keine Beziehung zwischen Stress und möglichen psychischen Erkrankungen finden. Die Wissenschaftler spekulieren, dass Menschen, die flexibler und toleranter sind, besser in der Lage sind, Strategien zur Bewältigung von Stress zu entwickeln und umzusetzen.

 

Vergeben kann man lernen:

Toussaint weist darauf hin, dass der Akt der Vergebung erlernt werden kann. Viele Therapeuten konzentrieren sich bei ihrer Arbeit auf das Thema Vergeben und Versöhnen. »An seinen Emotionen zu arbeiten, vor allem der Vergebung, Ruhe und Entspannung, kann den Menschen helfen, ihre psychische Gesundheit aufrechtzuerhalten und dadurch weniger anfällig für Stress zu sein. Ich bin der Ansicht, die meisten Menschen wollen sich einfach nur gut fühlen und das ist genau das, was das Vergeben ihnen bietet: Es gibt einem die Möglichkeit, Frieden zu erreichen, der zur vollständigen Kontrolle über die eigenen Emotionen führt«, erklärt der Wissenschaftler.

 

Bananenschneckerls Resümee:

Vergebung (alternativ auch: Verzeihung) ist ein Schlüsselbegriff verschiedener Weltanschauungen, Weltreligionen und Philosophien. Er bezeichnet das Annehmen von bekundeter Reue sowie das Vergeben einer fremden Schuld (Quelle: → Wikipedia). Was aber tun, wenn sich das arme Sünderlein alles andere als reuig zeigt? Und im Gegenteil sogar versucht, die nachweislich vorhandene soziale, existenzielle und materielle Schuld von sich auf andere abzuwälzen? Ist es möglich, solch einem Menschen zu vergeben?

Wenn du in den letzten Wochen regelmäßig unser Blogzine besucht hast, dann weißt du, dass es in diesem Land eine Bloggerin gibt, die nicht nur unserem Team viel Energie gekostet hat. Auf ihrem Schuldkonto haben sich unter anderem so »hübsch ekelhafte« Dinge wie → Betrug, Verdacht auf gewerbsmäßigen Betrug, → Verleumdung und → Unterschlagung angesammelt. Doch von Einsicht oder gar Reue keine Spur! Stattdessen sitzt sie nach wie vor fett und feist in ihrem Spinnennetz und webt fleißig an ihrem Lügengespinst. Viel zu viele Firmen und Blogger haben sich schon in ihrem Netz verfangen, so auch wir. Soll, kann und vor allem: darf ich dieser Person vergeben? Ja! Ich muss es sogar.

Denn nur, wenn ich dieser Bloggerin verzeihe, kann ich mir auch selbst verzeihen: Dass ich auf ihre Lügen hereingefallen bin und die Krebsgeschwürschatten in ihrer kranken, von Neid, Missgunst, Hass und tiefem Unglück zerfressenen Seele nicht eher erkannt habe. Solange ich dieser Frau nicht vergebe, klebt an mir so etwas wie ein »dunkler Energieklumpen«, der energetisch mit ihr verbunden ist. Das aber möchte ich nicht. Wer möchte schon mit einer Lügnerin und Betrügerin verbunden sein? Erst die Vergebung befreit mich von diesem Klumpen, befreit mich von ihr.

Natürlich wird es dennoch eine Weile dauern, bis ich diese Erfahrung aufgearbeitet habe. Vergeben bedeutet nämlich nicht vergessen. Und so wird das Thema bis zum Jahresende sicherlich immer mal wieder in dem einen oder anderen Artikel aufblitzen und daneben auch strafrechtliche Konsequenzen haben. Silvester aber möchte ich damit »durch« sein und unbelastet in das neue Jahr starten. Irgendwie ist Vergeben sogar ganz leicht: Aus dem Erkennen der Schatten wurde Verständnis. Aus Verständnis entwickelte sich Mitleid. Und aus Mitleid wuchs Vergebung. Am Ende dieser Zeilen fühle ich mich wieder frei wie ein Vogel. Oder um es mit Johann Wolfgang von Goethe zu sagen: »Denn höher vermag sich niemand zu heben, als wenn er vergibt.«

Wie ist es mit dir: Bist du eher nachtragend oder schnell zur Vergebung bereit? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

[Quelle: medicalpress und eigene Recherche]

Comments
4 Responses to “Wer vergibt, lebt gesünder”
  1. Hallo Sissi,

    ich kann deinen Standpunkt gut verstehen und es ist nicht leicht, einem Menschen zu vergeben, aber auch ich hab es getan, weil ich diese Person doch irgendwo noch mochte und so fiel es mir leicht nachzugeben. 🙂

    Es gab aber auch gravierendere Ereignisse, wo ich gesagt habe, nein – keine Vergebung und ich bin gegangen, habe diesen Menschen gemieden und ich bin auch damit klargekommen.

    Jeder muss abwiegen, wie groß das Ereignis war und ob es wirklich gut ist, dann diesen Menschen zu vergeben!

    Ich bin ein Mensch der vergeben möchte, aber nur wo ich weiß, dass dieser Mensch es auch verdient und es nur ein Fehltritt war. 🙂

    Einen schönen Abend wünscht,

    Katrin

    • Mei, das kann wiederum ich gut nachvollziehen. Es gibt sicherlich viele Menschen, die unsere Vergebung gar nicht verdienen. Im vorliegenden Fall habe ich festgestellt, dass mir die betroffene Bloggerin einfach nur leid tut. Wer sich so verhält, muss psychisch schwer gestört sein. Und da vergebe ich dann lieber, als noch jahrelang einen »dunklen Energieklumpen« mit mir herumzuschleppen.

      XOXO

      Sissi

  2. nettie sagt:

    Vergeben tu ich schnell (tun tut man nicht, oder? ☺) Ich hab den Schalk im Nacken und bin durchweg der Meinung, dass mein Leben viel zu kurz ist, als dass ich mich noch mit solchen Gefühlen herumbalge. Mit meinem letzten Bericht ist der Spuk dann vorbei, der Vorteil vom Älterwerden ist unter anderem, dasss man leichter vergisst.

    Ich habe es mir eh zur Aufgabe gemacht, regelmäßig aufzuräumen. Nein, nicht nur die Wohnung oder Gruschelecken, sondern auch in meinem Umfeld. Und alles was nicht mehr passt, wird aussortiert. Ich verschwende da keinen Gedanken mehr dran, letztendlich ist es mein Leben.

    Wie heißt es doch gleich noch? „Jeder versaut sich sein Leben, so gut er kann.“ Aber ich muss ja nicht daran teilnehmen, oder?

    In diesem Sinne wünsche ich dir Ausdauer, ein gutes Nervenkostüm und – take it easy! ☺

    • »Jeder versaut sich sein Leben, so gut er kan«? Ha, das passt ja hervorragend zur Sachlage! ich richte mir mein Herbstleben gerade ganz gemütlich ein. Mit Tee, selbst gebackenen Plätzchen und einem Schokoschnegel, der Urlaub hat. Und wenn ich mir unseren frisch aktualisierten Terminkalender so ansehe, warten in den kommenden Wochen viele schöne Veranstaltung mit tollen Menschen auf mich, auf die ich mich riesig freue. Da ist keine Zeit, um Trübsal zu blasen oder schlechten Erinnerungen nachzuhängen.

      XOXO

      Sissi

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Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

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