Mysteriöse Müdigkeit: Neue Erkenntnisse beim chronischen Erschöpfungssyndrom

Mysteriöse Müdigkeit

Na, bist du heute ausgeschlafen? Dann geht es dir besser als rund 200 000 bis 400 000 Menschen, die nach Hochrechnungen in Deutschland an CFS erkrankt sein sollen. Das chronische Erschöpfungssyndrom (Chronic Fatigue Syndrom = CFS) wird mittlerweile als Zivilisationskrankheit angesehen. An CFS erkranken Menschen aller Altersgruppen, sozialen Klassen und ethnischen Gruppen. Das häufigste Auftrittsalter liegt zwischen 30 und 45 Jahren. Etwa zwei Drittel der Betroffenen sind Frauen. Immer mehr Menschen leiden unter dem komplexen Krankheitsbild, dessen Ursachen bisher weitgehend unbekannt sind. Forscher der Cornell University haben jedoch vor Kurzem auffällige Veränderungen im Mikrobiom des Darms sowie Entzündungsmarker im Blut entdeckt, die in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle spielen.

 

Woran merke ich, dass ich an CFS erkrankt bin?

Als Leitsymptom des CFS gilt eine mindestens sechs Monate andauernde oder rezidivierende Müdigkeit sowohl psychischer als auch mentaler Natur, die in dem Maße erhöht ist, dass sie die Begleitsymptome dominiert. Auch Schlafstörungen, Kopf- und Gliederschmerzen, schmerzhaft geschwollene Lymphknoten sowie Konzentrationsschwierigkeiten sind Beschwerden, die auftreten können. Als besonders gefährdet gelten Personen, die »auf der Überholspur« leben und einen ungesunden Lebensstil pflegen. Auch bestimmte Berufsgruppen wie Ärzte, Krankenschwestern, Geistliche oder Lehrer weisen ein erhöhtes Risiko auf. CFS kann auch infolge eines Burnouts entstehen.

 

Diagnose oft schwierig:

Bislang gibt es keine eindeutigen Verfahren, die eine exakte Diagnose liefern. Anhand der Anamnese muss der Arzt andere Krankheiten wie etwa Anämie, eine Schilddrüsenunterfunktion oder Diabetes ausschließen. Den Amerikanern ist es nun in Studien gelungen, CFS in Stuhl- und Blutproben von Betroffenen zu erkennen. Dabei untersuchten sie die mikrobielle DNA, um herauszufinden, welche Bakterienarten die Darmflora von CFS-Patienten besiedeln. »Unsere Untersuchung zeigte, dass die Darmflora bei Patienten mit chronischem Müdigkeitssyndrom deutlich verarmt war, was möglicherweise zu Magen-Darm-Erkrankungen und Entzündungskrankheiten wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa führt«, so Maureen Hanson, eine der Autorinnen der Studie. Vor allem Bakterien, die als entzündungshemmend gelten, waren in deutlich geringerer Anzahl vorhanden. Zur gleichen Zeit haben die Wissenschaftler erhöhte Wert für die getesteten Entzündungsmarker im Blut entdeckt. Sie gehen davon aus, dass Bakterien unter Umständen durch die undichte Darmschleimhaut in den Blutkreislauf gelangen und dort eine Immunreaktion hervorrufen.

 

Ursache oder Wirkung?

Nach wie vor ist unklar, ob es sich beim veränderten Mikrobiom um eine Ursache oder vielmehr die Folge der Krankheit handelt. In Zukunft könnte man dieses Verfahren jedoch als Ergänzung zu anderen nicht-invasiven diagnostischen Methoden verwenden. »Wenn man herausfindet, wie sich die Zusammensetzung der Darmflora auf den Patienten auswirkt, könnte man eine Ernährungsweise mit Präbiotika sowie Probiotika entwickeln, die die Therapie unterstützen«, so Dr. Ludovic Giloteaux.

 

Bananenschneckerls Resümee:

Zum Glück ist meine Darmflora so fit wie der sprichwörtliche Turnschuh. Auch sonst ist das chronische Erschöpfungssyndrom für mich kein Thema, wenn es allerdings auch schon zwei, drei Mal in meinem Leben Phasen gab, in denen ich mich an Rande des Burnouts befand. Über die Jahre bin ich klüger geworden. Ein Leben auf der Überholspur kann für eine gewisse Zeit ganz lustig sein. Vor allem, wenn damit beruflicher Erfolg und Anerkennung verbunden sind. Wenn einen aber der eigene Lebensstil krank macht, dann wird es höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen. Daher gönne ich mir regelmäßig Ruhephasen und achte darauf, dass mein armes Hirn nicht multimedial dauerbeschallt wird.

Leider sieht es in meinem Bekannten- und Freundeskreis ein bissl anders aus. Sicher, es ist normal, dass frisch gebackene Eltern durch chronischen Schlafmangel am Rande des Nervenzusammenbruchs stehen, Körper und Geist irgendwann schlapp machen, wenn monatelang der Schlaf fehlt. Wer dann aber gleichzeitig noch ein Haus baut, beruflich durchstarten will und natürlich auch keine Party auslässt, darf sich nicht wundern, wenn am Ende das chronische Erschöpfungssyndrom hohnlächelnd auf dem Sofa Platz nimmt.

Es scheint in den letzten Jahren schick geworden zu sein, keine Schwächen zuzugeben. Das funktioniert aber immer nur eine gewisse Zeit lang. Anstatt also »auf allen Hochzeiten zu tanzen«, sollten wir besser tief in uns hineinlauschen und ein Päuschen einlegen, bevor der Zusammenbruch droht. Ist es wirklich sooo schwer, eine Verabredung mit der Begründung abzulehnen: »Du, diese Woche war anstrengend. So verlockend das Picknick auch klingt, wir bleiben lieber daheim und verbringen einen ruhigen Familientag im Garten«? Anscheinend schon. Früher habe ich Menschen bewundert, die – scheinbar mühelos – 24/7 aktiv sind. Heute sehe ich das gelassener und versuche, meine Tage nicht mehr so vollzustopfen.

Wenn du das Gefühl hast, dass du an CFS erkrankt sein könntest, empfehle ich dir auf jeden Fall den Gang zum Hausarzt oder Heilpraktiker. Es nützt nichts, die Augen vor der Wahrheit zu verschließen. Ein sehr lieber Bekannter von uns hat damit zu lange gewartet und bekam unlängst die Quittung: Herzinfarkt. Seitdem krempelt er sein Leben komplett um. Besser spät als nie, sage ich da! Viele weitere Informationen zum Thema chronisches Erschöpfungssyndrom findest du übrigens beim → Arbeitskreis CFS Aktuell.

Gönnst du dir genügend Auszeiten oder lebst du eher auf der Überholspur? Ich freue mich wie immer über deine Rückmeldungen und Kommentare und wünsche dir einen gesunden Sommer!

XOXO

Sissi

[Quelle: medicalpress]

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Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

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