40 Jahre Europäisches Kosmetikrecht

Ganz unbemerkt von den meisten Kosmetikliebhabern ist am Mittwoch ein bedeutender Jahrestag begangen worden: Am 27. Juli 1976 nämlich wurde die EG-Kosmetik-Richtlinie veröffentlicht – weltweit die erste Gesetzgebung dieser Art im Bereich Kosmetik und wegweisend im Hinblick auf Sicherheit und Verbraucherschutz. Damals war ich sieben Jahre alt und habe daher zwangsläufig von der ganzen Nummer nichts mitbekommen. Heute aber interessiert mich das Thema brennend. Blicken wir also gemeinsam zurück!

Mit der Einführung einer EWG-weiten Gesetzgebung zur Regelung von kosmetischen Mitteln haben die Mitgliedstaaten der damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft bereits frühzeitig Zeichen gesetzt: Kosmetische Produkte, die tagtäglich von Millionen Verbrauchern verwendet werden, sollten hinsichtlich Zusammensetzung, Kennzeichnung und Sicherheit auf eine gemeinsame gesetzliche Basis gestellt werden.

Mit der Richtlinie existierten zum ersten Mal in den EWG-Mitgliedstaaten einheitliche und verbindliche Bestimmungen für Kosmetika – für den Verbraucherschutz ein Meilenstein. Inzwischen können Verbraucher in jedem Land der EU darauf vertrauen, dass Lippenstift, Körperlotion oder Zahncreme dem gleichen hohen Sicherheits- und Qualitätsstandard unterliegen und somit gesundheitlich unbedenklich und wirksam sind.

In den vergangenen 40 Jahren wurde diese Gesetzgebung regelmäßig erweitert und der Sicherheitsstandard stetig angehoben. Deutschland war von Anfang an maßgeblich an der Entwicklung der Kosmetikgesetzgebung beteiligt. Aus der Richtlinie ist mittlerweile eine Verordnung geworden – ein weiterer Schritt zur Harmonisierung, da die Verordnung unmittelbar EU-weit gilt und nicht erst in nationales Recht umgesetzt werden muss. Viele Länder außerhalb der EU schauen inzwischen auf den hohen europäischen Standard und übernehmen die hier geltende Gesetzgebung. Hierzu gehören neben einigen an die EU angrenzenden Staaten z. B. auch die Länder des Verbandes der Südostasiatischen Nationen (ASEAN), und nicht umsonst haben die deutschen Produkte aufgrund ihres hohen Qualitätsstandards ein hohes Ansehen bei den Verbrauchern im In- und Ausland.

»Die EG-Kosmetik-Verordnung stellt strenge Anforderungen sowohl an die Herstellung als auch an die Sicherheit und die Kennzeichnung der Produkte«, erklärt Birgit Huber, stellvertretende Geschäftsführerin des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel. »Die Hersteller stellen sich dieser Verantwortung und bieten den Verbrauchern in Deutschland sichere und wirksame Produkte an, denen sie täglich ohne Bedenken vertrauen können.«

IKW: 40 Jahre Europäisches Kosmetikrecht – wirksamer Verbraucherschutz durch sichere Produkte - Bild: IKW Industrieverband Körperpflege‐ und Waschmittel e. V.

 

Über den IKW:

Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. (IKW) mit Sitz in Frankfurt am Main wurde 1968 gegründet. Er vertritt auf nationaler wie europäischer Ebene die Interessen von über 400 Unternehmen aus den Bereichen Schönheits- und Haushaltspflege. Mit einem Umsatz von fast 18 Milliarden Euro decken die Mitgliedsunternehmen rund 95 Prozent des Marktes ab und beschäftigen etwa 500 000 Arbeitnehmer.

Der IKW ist bei wissenschaftlichen, regulatorischen oder wirtschaftlichen Themen nicht nur Ansprechpartner für seine Mitgliedsfirmen, sondern auch für Ministerien, Behörden, Verbraucher, Institutionen und Verbände sowie die Medien. Fachkundig beantworten die Experten der Kompetenzpartner Schönheitspflege und Haushaltspflege im IKW Fragen zu Haut- und Haarpflege, Schönheit und Selbstwert sowie Hygiene und Reinigung. Das klingt spannend? Dann findest du weitere viele weitere Informationen auf der übersichtlichen → Website des Industrieverbandes Körperpflege- und Waschmittel e. V.

 

Bananenschneckerls Resümee:

Mei, auf der einen Seite finde ich es toll, dass die EG-Kosmetik-Richtlinie heuer ihren 40. Geburtstag feiert. Seit ihrem Erlass wurde viel für einen besseren Verbraucherschutz erreicht. Auf der anderen Seite habe ich das nagende Gefühl, dass wir immer noch am Anfang stehen. Themen wie fairer Handel, Nachhaltigkeit, Tierleidfreiheit und Umweltschutz scheinen immer noch in den Kinderschuhen zu stecken – satte 40 Jahre nach der Veröffentlichung der EG-Kosmetik-Richtlinie! Wie kann das sein? Immerhin haben wir mindestens seit den Siebziger-, spätestens aber seit den Achtzigerjahren begriffen, dass es nur diesen einen Planeten Erde gibt und wir mit ihm ebenso verantwortungsbewusst umgehen sollten wie mit uns selbst. Auf beiden Gebieten haben wir kläglich versagt. Woran liegt das?

Wie es aussieht, bin ich nicht klug genug, um diese Frage endgültig zu beantworten und überlasse daher gern Berufeneren als mir das Feld. Vermuten kann ich allerdings, dass die Hauptursache für unser aller Fehlverhalten in der Gleichgültigkeit der Menschen begründet liegt. Viele von uns denken nur zu gern an ihren eigenen hübschen Hintern und scheren sich nicht darum, was es die Natur kostet, ihn möglichst knackig zu erhalten. Dabei sind es gerade die Heilkräfte der Natur, die viel mehr können, als alle erdölgespickten Cremetöpfchen dieser Welt. Aber wem erzähle ich das? Du wärst sicher nicht hier, wenn du das nicht längst wüsstest. Ich betrachte also das Jubiläum der EG-Kosmetik-Richtlinie mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Und hoffe, dass wir noch zu meinen Lebzeiten weitere Fortschritte machen – für eine gesündere Umwelt und noch mehr Verbraucherschutz.

Was denkst du über gesetzliche Kosmetikrichtlinien? Fühlst du dich als Verbraucher sicher, wenn du morgens und abends im Badezimmer stehst? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

[Quelle: IKW Industrieverband Körperpflege‐ und Waschmittel e. V. // Artikelbild: Iris Juana]

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Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

Ihr zur Seite steht ein erfahrenes Team von Autoren, die sich im Blog ebenfalls regelmäßig zu Wort melden. Schau am besten öfter mal bei uns vorbei!