Warum Modeblogger nerven - Bild Patrick Buschl Internet Marketing

Warum Modeblogger nerven

Zu einem perfekten Sommer gehören nicht nur strahlender Sonnenschein und Urlaub, sondern auch trendige Sommermode samt passenden Accessoires. Das wissen auch die Unternehmen. Und so häufen sich seit Tagen in meinem E-Mail-Postfach die Werbenachrichten der Modemarken. Die einschlägigen Frauenzeitschriften sind vollgestopft mit der aktuellen Sommermode, ebenso die Regale der Kaufhäuser und Boutiquen. Selbst beim Besuch meiner Lieblingsblogs springen mir bunte Bilder mit immer ausgefalleneren sommerlichen OOTDs entgegen – outfit of the day heißt die magische Formel, mit der die deutsche Modebloggerwelt uns verzaubern möchte.

Verstehe mich bitte nicht falsch – ich liebe Mode! So wie wohl die meisten Frauen, vielleicht sogar noch ein bissl mehr. Nicht ohne Grund habe ich Dutzende von Modeblogs abonniert, besuche Modenschauen und lese fleißig die Onlineausgaben der VOGUE, ELLE, Cosmopolitan und Co. Dennoch hege und pflege ich meinen eigenen Stil, jage nicht den neuesten Trends hinterher. Modisch gesehen ruhe ich in mir selbst und habe schon vor langer Zeit meinen eigenen Weg gefunden, nicht selten dabei sogar selbst neue Trends gesetzt. Ich bin sozusagen total Mode-Om, hihi …

Heute morgen allerdings hat es mir beim Anklicken des jüngsten Newsletters der Zeitschrift freundin den Schalter rausgehauen. Schlimm genug, dass mir Modemagazine vorschreiben wollen, was ich in diesem Sommer im Keller verbannen sollte und was ich tragen muss, um mich nicht dem Gespött meiner Mitmenschen preiszugeben! Diesmal geht die Redaktion des Magazins sogar noch einen Schritt weiter und verrät uns, welche Kleidungsstücke in diesem Sommer zu den absoluten Must-haves gehören. Anders als gewohnt, sind die lieben Journalisten aber nicht allein auf ihre Ideen gekommen, sondern zitieren aus einer Umfrage, die das Portal StyleLounge gemeinsam mit deutschen Modebloggern gestartet hat. Welche Blogger das sind, erfährt der geneigte Leser leider nicht. Ein journalistischer Kardinalsfehler! Denn beim Zitieren von »Expertenwissen« sollte aus moralischen Gründen stets die Quelle angegeben werden. Abgefragt wurden laut freundin.de die Favoriten bei Kleidern, Oberteilen, Röcken und Schuhen sowie Farben und Muster. Hosen scheint in diesem Sommer keiner tragen zu wollen. Seltsam? Aber so steht es geschrieben …

 

Was ist in diesem Sommer – laut deutschen Modebloggern – angesagt?

Ganz oben auf der Liste stehen helle Töne und Streifenmuster. Ne, ist klar … Irgendwie sogar logisch und alles andere als überraschend, geschweige denn originell: Helle Farbnuancen gehören nun einmal zum Sommer wie frische Erdbeeren, Picknicks und selbst gemachte Holunderblütenlimonade. Doch ginge es nach unbenannten 64 Prozent der befragten deutschen Blogger, kommen in diesem Sommer vor allem Weiß und Beige ganz groß raus, während ich alles in Schwarz und Grau erst einmal einmotten darf. Hallo? Dann müsste ich ja nackt herumlaufen! Denn meine derzeitige Hauttönung könnte man mit ein bissl Wohlwollen durchaus als »Beige« durchgehen lassen. Damit läge ich als »Naturbeige« wenigstens voll im Trend! Sissi, trendy wie nie zuvor …

Etwas anderes bleibt mir vermutlich auch gar nicht übrig (mir tun nur meine Familie und Freunde so leid, die sich die nackten Tatsachen dann ansehen müssen), bestehen doch 99 Prozent des Inhalts meines Kleiderschrankes aus schwarzen Klamöttchen. Weiß und Beige finde ich zwar wunderschön, aber in einem »tierischen« Haushalt mit Garten, der überdies laufend vom Nachwuchs meiner Freunde heimgesucht wird, würden diese hellen Töne nicht lange strahlend hell bleiben. Und wenn ich an meine liebe Freundin Isa von → Isas Welt denke, komme ich beim Gedanken an Weiß und Beige für ihre Garderobe aus dem Kichern gar nicht mehr heraus …

Isa hat nämlich vier Kinder. Die Älteste ist schon erwachsen und außer Haus, aber ihre drei Jungs sind richtige Rabauken. Vor allem ihr Jüngster, von mir liebevoll Philly the Kid genannnt, hat es mit seinen zweieinhalb Jahren bereits faustdick hinter den Ohren. Da wird Knetgummi schon mal kreativ zu Bodylotion umfunktioniert oder Nutella zu Haarbalsam. Du kannst dir sicher vorstellen, dass Kleidungsstücke in Weiß und Beige eher nicht in Isas buntes Leben passen und auch sonst nicht allzu mütterfreundlich sind. Aber die wenigsten Modeblogger haben schon selbst Kinder und wissen um deren Sorgen und Nöte. Sie sind jung und hip und trendbewusst, ohne Verpflichtungen, und leben gern mal am realen Leben vorbei.

Apropos bunt: Buntes liegt laut freundin.de und StyleLounge mit 37,5 Prozent weit abgeschlagen hinter Weiß und Beige im Feld der Zuneigung der befragten Modeblogger. Zu dumm nur, dass ich rote Schuhe und Accessoires liebe und mir erst im letzten Jahr knatschig apfelgrüne Lacksandalen mit Korkplateaus gegönnt habe. Und gut, dass ich so gern barfuß laufe – Zeit, einen neuen Trend zu setzen, meinst du nicht auch? Schwarz und Grau sind vollkommen tabu. Hach, ich liebe es, Tabus zu brechen! Danke, liebe unbekannte Modeblogger, dass ich dies nun in der Sommersaison 2016 so ausführlich tun darf!

Zu den gestreiften Oberteilen, die immerhin rund 50 Prozent der deutschen Modeblogger in diesem Sommer tragen wollen, mag ich mich eigentlich gar nicht äußern. Ich bin der Meinung, dass Streifen nur Zebras, Streifenhörnchen und Stinktieren sowie einigen tropischen Fischen gut stehen. Aber bitte, tragt, was ihr wollt! Komisch nur, dass etliche Lifestyle-Magazine erst im letzten Herbst verkündet haben, dass gestreifte Shirts endgültig out sind. Vielleicht sollten diese Blogger ab und zu auch mal einen Blick in Modezeitschriften werfen … Mich hat die Flut an Bildern von Ringelshirts in Blau-Weiß auf Instagram jedenfalls schon im letzten Sommer genervt und ich würde eher tot umfallen, als mich in Streifen zu kleiden. Nadelstreifen ja, Ringelstreifen nein! Bei meiner beachtlichen Oberweite wäre das ein »busiastischer« Overkill.

Immerhin 36 Prozent der befragten Modeblogger setzen auf Unifarben. Welche das sind, wird bedauerlicherweise nicht verraten. Zu blöd! Muss ich als Modeinteressierte nun davon ausgehen, dass damit Weiß und Beige gemeint sind? Wobei Weiß ja eigentlich wie mein geliebtes Schwarz eine Nichtfarbe ist … Du siehst mich irritiert. Glücklich hingegen bin ich darüber, dass nur zwölf Prozent der Blogger auf Pünktchen stehen und wir diese daher vermutlich wohl eher selten auf Instagram und Co. zu sehen bekommen. Kleine Punkte mag ich nur auf Marienkäfern. Schade finde ich, dass Karos in diesem Sommer ein Schrank- und Ausgehverbot bekommen – meiner Meinung nach sind Karos klassisch und gehen immer!

Interessant zu wissen ist, dass Maxikleider bei 40 und Jeanskleider bei 32 Prozent der Blogger auf der Liste ihrer Lieblingsteile stehen. Maxikleider mag ich ebenfalls sehr und habe auch das eine oder andere im Schrank. Die verstecken meine strammen Waden so schön! Jeanskleider sind in meinen Augen nur etwas für Mädels mit Size Zero, kommen also für mich und rund 98 Prozent der restlichen Frauenwelt voraussichtlich nicht infrage. Sie tragen einfach zu dick auf.

Eher unbeliebt sind bei den befragten Modebloggern Trägerkleider (16 Prozent) sowie Leder-, Seiden- und Strandkleider (jeweils acht Prozent). Bei den Röcken liegt der Jeansrock ganz vorne, der wiederum meist nur schlanker gebauten Frauen steht. Ich habe zwar einen, aber der ist eine meiner wenigen Schrankleichen. Warum? Mei, ich sehe darin aus wie eine Schlange, die einen Gymnastikball verschluckt hat: Hinten Arsch, vorne Bauch, das Ganze eine dicke Kugel. Muss nicht sein! Auf den hinteren Plätzen sind übrigens Röcke in Wildlederoptik (28 Prozent) und Wickelröcke gelandet (24 Prozent).

Richtig schräg wird es in diesem Sommer bei den Schuhen. Satte 50 Prozent der Blogger wollen Sandalen tragen, was angesichts steigender Temperaturen nur natürlich ist. Vorausgesetzt, die Füße sind gut gepflegt, hüstel …, sonst will das nämlich keiner sehen! Aber müssen es ausgerechnet Gladiator- und Plateausandalen sein? Vor allem geschnürte Gladiatorsandalen wurden von etlichen Modemagazinen längst (und zu Recht!) als passé‘ geoutet – wieso holen die Mädels die nun wieder aus dem Schuhschrank?

Ebenso unverständlich ist mir der anhaltende Sneaker Hype (36 Prozent). Insbesondere dann, wenn die Dinger im Metallic Look glänzen, aussehen, als seien sie einer Star-Wars-Folge entsprungen und 500 Euro kosten. Bin ich deppert oder was? Wenn mich meine Leser nur mögen, weil ich glänzende Schühchen trage, springe ich lieber freiwillig unbekleidet in die Isar, als meine Füße da reinzustecken. Allzu alltagstauglich finde ich die Dinger nämlich nicht. Und was, bitte, haben Modeblogger gegen Ballerinas? Nur 16 Prozent mögen sie und dann sollten sie bitte metallisch funkeln oder zum Schnüren sein. Klar doch …

Ich stelle mir gerade vor, wie Isa mit Philly the Kid auf High Heels zum Spielplatz stöckelt und Sandburgen baut. Das ist doch eine ihrer leichtesten Übungen! Und natürlich steht jede von uns darauf, sich ihr Wadenfleisch mit irgendwelchen Lederbändern abzuschnüren. Das drückt überhaupt nicht, hinterlässt auch keine Spuren. Echt nicht! Ehrlich nicht. Entschuldige, wenn ich jetzt ein bissl sarkastisch werde, aber die Tochter einer Freundin trägt ständig solche geschnürten Schuhe. Und was ich da bei ihr an Blessuren und Fissuren schon sehen musste, war einfach nur eklig. Bondage de luxe! Sexy ist etwas anderes, das darfst du mir glauben.

Da hilft es dann auch nicht, wenn sich die StyleLounge persönlich auf unserer → Facebook Fanpage meldet und versucht uns weiszumachen, dass metallische Töne ja fast grau sind: »Metallic ist ja fast grau „smile“-Emoticon Auf www.stylelounge.de gibts weitere graue und schwarze Teile en masse. Oder für den Sommer vielleicht auch ein grau-blaur«. Öhm … Lassen wir die grauenhafte Rechtschreibung und Interpunktion mal außen vor – geht’s noch? Warum sollte ich graue und schwarze Klamotten kaufen, wenn die doch angeblich absolut out sind? Wissen die da eigentlich, was sie wollen und kommunizieren? Und natürlich hat das Unternehmen auch gleich noch – natürlich ganz uneigennützig – einen Link gepostet, damit unsere Follower schön brav-blöd über sie in diversen Shops einkaufen. So dumm sind wir aber nicht, oder? Das Portal ist mit seinen Preisvergleichen sehr nützlich, aber die zitierten Umfrageergebnisse sind ein trauriger Witz!

 

Worauf will ich hinaus?

Modeblogger wissen viel, aber nicht alles. Aktuell greifen zwar immer mehr Modeinteressierte, die sich schnell über aktuelle Trends informieren wollen, lieber zu ihrer Maus und surfen im Netz, als nach einer Modezeitschrift. Aber das heißt noch lange nicht, dass Blogger allwissend sind. Umfragen wie die der StyleLounge finde ich beunruhigend. Damit sollen Kaufanreize gesetzt werden. Nicht mehr und nicht weniger.

Doch warum sollte ich blind irgendwelchen Trends anonymer Modeblogger folgen, die nicht einmal namentlich genannt, geschweige denn verlinkt werden? Wären »große« Modeblogger wie Anna Frost dabei, könnte man diese auch nennen, oder? Warum hat die StyleLounge es versäumt, ihre Quellen öffentlich zu machen? Soll ich etwa auf das hören, was irgendwelche kleinen, weltfremden Modemöchtegerns in ihren irgendwo abgegriffenen rosa Glitzer-Sneakers daherplappern? Nö, das fällt mir doch im Traum nicht ein! Es spricht Bände, dass das Unternehmen mit Zahlen protzt und bei leiser Kritik sofort mit kaufanregenden Links kontert, anstatt den befragten Modebloggern den ihnen gebührenden Respekt zu zeigen.

In anderen Ländern wird wesentlich besser mit Modebloggern umgegangen. Beispielsweise in Skandinavien, Südeuropa oder den USA, wo Blogger teilweise schon den Stellenwert von Journalisten haben. Nicht, dass sich das so ohne Weiteres 1:1 auf Deutschland übertragen ließe … Das ist mir durchaus bewusst. In der deutschsprachigen Blogosphäre bewegen sich viel zu viele Hausfrauen- und Maggitütenblogger, denen es nur darum geht, möglichst viele Produkte abzugreifen und nicht darum, ihre Leser offen und ehrlich zu informieren. Solch ein Verhalten finde ich verabscheuenswürdig. Ebenso wie Modeblogger, die ihre Outfits, Partybilder und vermeintlichen Modetrends in ihren Social-Media-Kanälen posten, um endlich, endlich das ersehnte Täschchen von Chanel in den Händen zu halten.

Viel lieber sind mir da schon die Modeblogger, die konsequent nur ihre eigenen Outfits posten und mit ästhetischen Fotos, sympathischen Texten und ausgefallenen Stylings überzeugen. Also die Blogger, die ihr Blog als persönliches, modebegeistertes Sprachrohr benutzen und mit fast schon philisophisch zu nennendem Ansatz bloggen. Komischerweise finde ich solche Blogger eher unter den Plus Size Bloggern als unter den bekannten Hungerharken. Oder mit anderen Worten: Die Welt braucht weniger produktgeile Mellys, Claudis und Angies und stattdessen mehr Modeliebhaberinnen wie beispielsweise die kongeniale → Theodora Flipper.

 

Unternehmen müssen umlernen!

Vielleicht denkst du jetzt, dass ich neidisch auf den Erfolg anderer Blogger bin. Nö, bin ich nicht. Mir war und ist immer am wichtigsten gewesen, von dir gelesen zu werden! Wenn ich eine erfolgreiche Modebloggerin hätte werden wollen, hätte ich das sicher auch mit meinen 40+ hinbekommen. Dafür gibt es nämlich eine eigene Zielgruppe, was viele Unternehmen nicht mal zu ahnen scheinen. Sei’s drum! Aber mich hat es von Anfang an abgestoßen, wie viele Modebloggerinnen es nur darauf anlegen, auf Events zu kommen und dort Geschenke abzustauben. Diese Goodie Grabber, wie ich sie nenne, vermiesen den Ruf aller Modeblogger, die mit sehr viel Leidenschaft und Hingabe ihre Blogs füttern.

Bösartige Zungen behaupten gern, Modeblogger hätten nichts als Mode im Kopf und wären ansonsten Hohlbirnen. Das kann ich nicht bestätigen. Die meisten von ihren arbeiten hart. Von ihren Blogs können nur die wenigsten Blogger leben. Wo Tausende vom roten Teppich träumen, stolzieren nur wenige auf ihren High Heels über das internationale Parkett. Wo ich vier bis sechs Stunden für einen Testbericht brauche, legen Modeblogger noch mal locker ein paar Stündchen für Shootings und Bildbearbeitung obendrauf. Neben ihrem Brotberuf, wohlgemerkt! Auch die Modeunternehmen stehen unter Zugzwang, laden aber bedauerlicherweise viel zu oft die Falschen ein. Das schadet letztendlich dem Ruf der Blogger, die tatsächlich einen inhaltlichen und journalistischen Anspruch haben. So, wie auch die Umfrage der StyleLounge dem Ruf der anonymen Modebloggerinnen geschadet hat. Ja, die befragten Mädels waren dabei und haben entweder Geld oder schicke Klamotten für ihre Antworten auf die Umfrage bekommen. Wer sie sind, weiß aber keiner. Dumm gelaufen, oder?

 

Bananenschneckerls Resümee:

Es wäre schön, wenn sich Modebloggerinnen nicht mehr für jeden kostspieligen (wenn auch vielleicht gut gut bezahlten?) Müll prostituieren und die Modeunternehmen den wirklichen Wert ihrer Blogs erkennen würden. Ich finde es traurig, wenn man seine Stimme dafür hergibt, diesen oder jenen Trend zu promoten, ohne wirklich dahinter zu stehen. Umfragen wie die der StyleLounge sagen letztendlich nichts aus, solange ich die dahinter steckenden Bloggerinnen nicht kenne. Auf mich wirkt das irritierend und befremdlich. Vor allem dann, wenn eine Moderichtung als »neu« gefeiert und bejubelt wird, die ich schon in den Achtzigern als bizarr und nicht tragbar empfunden habe … Nackte Zahlen interessieren mich nicht – ich will wissen, warum Bloggerin X diesen oder jenen Style gut findet. Wie siehst du das? Ich freue mich wie immer über deine Rückmeldungen und Kommentare!

XOXO

Sissi

 

Comments
21 Responses to “Warum Modeblogger nerven”
  1. Sabine sagt:

    Ich muss jetzt mal einen kleinen, provokativen Kommentar dagegen setzen…Ich frage mich schon, warum du solche, dich nervenden Artikel, überhaupt bis zum Ende liest und dann auch noch so detailliert und engagiert darüber berichtest!? Eigentlich ärgern dich lt. Fazit ja „nur“ die fehlenden Quellenangaben und die Leute, die sich für diesen Müll prostituieren…

    Du selbst trägst sowieso was du willst, und so halte ich es auch. Und ich mag (und habe) auch Jeansröcke, Streifen und Chucks, ich fühle mich wohl damit, Ballerinas mochte ich dagegen noch nie. Darauf kommt es doch an, alle Be- und Verurteilungen, was man tragen kann oder was unmöglich aussieht, was „in“ oder „out“ ist etc., was kinderlose, junge Frauen oder Mütter tragen, ist mir sowas von egal.
    Was ich ernsthaft nicht verstanden habe, ist die Aussage über Mütter und helle Klamotten: Wenn kleine Kinder mit Nutella rumschmieren, oder sich die Mutter versehentlich auf irgendwas draufsetzt, ist es besser, sie trägt dunkle oder bunte Sachen. Dann merkt niemand, dass das Kaugummi, oder mit Sand paniertes Eis, an der Hose klebt, weil es sich so schön ins Blumenmuster einfügt?

    Ich habe eine Freundin, die sich ihre Klamotten grundsätzlich nur selber näht und strickt. Ziemlich abgefahren, bunt und gegen jeden Mainstream, dafür 100% zu ihr passend, authentisch eben. Das ist für mich wirklich Mode, dagegen ist alles andere langweilig. Okay, das kann längst nicht jeder, aber die wenigsten wollen sowas auch, bloß nicht auffallen… Schade, wir könnten mal mutiger sein. Darüber könnte ich jetzt glatt mal einen Post verfassen… 🙂

    LG Sabine

    • Oooch, so provokant finde ich deinen Kommentar gar nicht. Jeder hat doch das Recht auf seinen Blick auf die Welt, oder? Deiner muss sich nicht mit meinem decken. Das wäre auch langweilig!

      Ich lese gern Artikel zuende, so irre viel Zeit kostet das schließlich nicht. Außerdem hätte es ja sein können, dass die erwähnten Blogger am Ende doch noch genannt worden wären. Warum ich über das Thema gebloggt habe? Das steht im Artikel. 😉

      Zu deiner Frage, warum Mütter meist keine hellen Klamotten tragen wollen, lasse ich eine liebe Freundin – selbst Mama – antworten: Helle Stoffe sind empfindlicher, Flecken lassen sich schlechter daraus entfernen als aus dunkleren Stoffen.

      Wer sich seine Mode selbst anfertigen kann, ist natürlich fein heraus. Da beneide ich deine Freundin glatt ein bisschen … Der Rest von uns muss sich damit begnügen, seinen eigenen Stil mit gekauften Textilien zu finden.

      XOXO

      Sissi

  2. Franzy sagt:

    Oh mein Gott 😀 ich hau mich weg „»busiastischer« Overkill“ so geil 😀

    Ja schlimm oder!? Ich halte mich schon seit Jahren nicht mehr an diese „Tipps“. Ich Weis auch nicht was so toll an Ringelshirts sein soll. Ich hab die nur während der Schwangerschaft getragen, weil mir da egal war ob ich fett aussehe. Sowas kann man nur mit einer size 0 tragen und wenn der Bauch nach innen wachst.

    Diese geschnürten Sandalen finde ich auch ganz grässlich. Ständig rutscht der rotz oder man schnürt sich die Füße ab. Gern mag ich Schuhe mit Keilabsatz und dabei ist mir egal was andere sagen. Ich kann Stunden in den Dingern laufen und seh nicht so klein aus 😀

    Vielen Dank für diesen tollen und zum Denken anregenden Post!

    Sonnige Grüße

    Franzy

    • Schön, dass ich dich unterhalten konnte! Manche Dingen müssen einfach beim Namen genannt werden. Und dabei bin ich noch nicht mal auf die ehtische und ökologische Verantwortung gewisser Modefirmen eingegangen oder darauf, dass Street Style schon lange keiner mehr ist …

      XOXO

      Sissi

  3. Patrick sagt:

    Gute Meinung. Vor einger Zeit haben die StyleLounge-Leute etwas ähnliches mit Herrenmode gemacht. Da wurde auch nur irgendeine Umfrage zitiert, fertig aus.

  4. Schöner Artikel, sagt eine die früher lange in der Branche als Unternehmerin tätig war. Ich lese keine Modeblogs, weil die meisten von jungen Frauen , die meine Töchter sein könnten geschrieben werden. Achja, ich bin bekennende Beige-Trägerin, seit Jahren und meine Mama, 74 schimpft mich immer wenn ich auf Instgram ein Foto von mir in , eh klar, beige, veröffentliche. Sie meint nämlich, beige mache alt und unsichtbar 😉 Liebe Grüße aus Salzburg, Claudia

    • Jetzt hast du mich herzhaft zum Lachen gebracht, liebe Claudia! Manchen Frauen steht Beige ja ganz wunderbar, da ist es gleich, was die Mama sagt. 😉 Aber ich finde es toll, dass sie dir in ihrem Alter auf Instagram folgt – Hut ab!

      XOXO

      Sissi

  5. Julia sagt:

    Dem ist nichts hinzuzufügen. Bin absolut d’accord!

    Hoffe nur, dass er den/die ein oder andere/n TrashbloggerIn zum Nachdenken bringt – sprich: auch bei denen ankommt, die’s betrifft.
    Ist leider wie überall am „freien Markt“: cheap sells. Wer sich zu billig hergibt, ruiniert faire Möglichkeiten für alle… trauriger Trend, das und ich hoffe, er wird bald wieder in der Versenkung verschwinden.

    Hat Spaß gemacht, den Post zu lesen, danke. LG Julia 🙂

    • Ich fürchte, meine Generation wird es nicht mehr erleben, dass wieder Klasse statt Masse zählt … Im Moment scheinen sogar eher immer mehr Firmen auf den Zug aufzuspringen und sich bei gewissen Modebloggerinnen einzuschleimen, während echte Journalisten so langsam aussterben … Schade drum. Sprachlich und inhaltlich degeneriert unsere Gesellschaft immer mehr. Wieso nur muss ich dabei an den Untergang des alten Roms denken …?

      XOXO

      Sissi

  6. Anna sagt:

    Beige und Weiß kommt sehr gut in meinem Schrank an. Warum? Weil ich ein gepflegtes, sauberes Kind habe, das nie mit Marmeladenhänden oder Matsch an den Klamotten nach Hause kommt. *ironie off*

    Ich stimme dir einfach mal voll und ganz zu. Ich liebe Mode, bin aber eher der Typ „Mommy Stil“, weil es eben praktisch sein muss. Es reicht ja, das Kind jede Woche 2 eigene Maschinen Wäsche bekommt… Da muss ich nicht noch extra mehr dazu machen. Und wer sieht bitte in einem Jeans Rock gut aus? Ich nicht! Genauso wenig wie in Streifen… Dann sehen meine Problemzonen ja noch größer aus, als sie sind. Das mag doch keine Frau!

    Man könnte fast behaupten: Modeblogger sind gar keine Frauen, denn praktisch ist davon nichts. Nicht für Mütter (die es auch in den jungen 20er Jahren gibt) und nicht für Menschen, die älter sind als 20. Wieso man dann eine Umfrage mit Modebloggern machen muss, verstehe ich nicht. Ich habe aus gutem Grund Modeblogs aus meinem Feed verbannt, weil ich 1. nie so gut in den Klamotten aussehe, selbst wenn ich genau das selbe kaufen würde und 2. wiederholt sich jedes Jahr alles aufs neue bei den Modebloggern. Kaum Innovation, kaum eigener Stil….

    Sehr schöner Artikel liebe Sissi. Ich habe ihn gerne gelesen und musste einfach ein Kommentar da lassen.

    Lg Anna

    • Danke, liebe Anna! Dein dir eigener Style passt wunderbar zu dir, da brauchst du dich wirklich nicht an irgendwelchen »Vorzeigeweibchen« zu orientieren. Und kindgerecht ist dein Stil auch noch. Ein glückliches Kind ist wichtiger als eine getunte Mama!

      XOXO

      Sissi

  7. Chaoshoch4 sagt:

    Sissi, I Love You <3

    Viel mehr kann ich dazu schon gar nicht mehr sagen 🙂 Aber ich verspreche dir, das du bei mir im Schrank, nur weiße Tanktops findest, welche unter anderen farbigen Shirts getragen werden. High Heels, oder Sandalen aller Art (egal ob FlipFlops oder den Römer Gladi) wirst du vergeblich suchen. Ziemlich genau ein paar Crocs findest du, und das sind meine Hauspuschen 😀
    Ballerinas hingegen, sind meine Sommerfavoriten, jedes Jahr aufs neue.

    Liebe Grüße,
    Bea

    • Ach Bea, du bist ja goldig! Und auch ich bleibe Ballerinas treu, obwohl ich schon seit nunmehr 34 Jahren weiß, dass diese weder meinen Waden noch meinen Knöcheln schmeicheln. 😉

      Mir doch egal!

      Sie sind süß, sie sind bequem und ich liebe sie einfach. Punkt.

      XOXO

      Sissi

  8. Nancy sagt:

    Ich gehe meist nicht nach der Mode. Ich schaue was mir gefällt und der Rest kann mir gestohlen bleiben. Super informativer Artikel Sissi 🙂

  9. Felix Pohl sagt:

    Normalerweise lese oder kommentiere ich aus tiefster Überzeugung keine Blogs, die sich in irgendeiner, wie auch immer, gearteten Weise mit dem Thema „Mode“ und „Lifestyle“ auseinander setzen. Langweilt mich. Nicht mein Thema. Aber:

    „Es wäre schön, wenn sich Modebloggerinnen nicht mehr für jeden kostspieligen (wenn auch vielleicht gut gut bezahlten?) Müll prostituieren und die Modeunternehmen den wirklichen Wert ihrer Blogs erkennen würden. Ich finde es traurig, wenn man seine Stimme dafür hergibt, diesen oder jenen Trend zu promoten, ohne wirklich dahinter zu stehen. “

    Absolut korrekt und das ist ein Grundsatzproblem der meisten Blogs. Prostitution für Euros und Testartikel. Das gesamte Konstrukt der Business Blogs ist quasi das Paradebeispiel für haufenweise Nonsens! Das Ganze hat mich so dermaßen genervt, dass ich dazu einen eigenen Blog ins Leben gerufen habe. Vielleicht täte so etwas der gesamten Modeblogger-Szene auch mal gut?

    So. Jetzt habe ich doch einen Mode-Artikel kommentiert. Mist… 🙂

    • Ja, so geht es, lieber Felix. Da will man nicht kommentieren und tut es doch. 😉

      Ich stimme dir unumwunden zu, dass sich in der Blogosphäre viel zu viele Blogger tummeln, die sich für Kosmetika, Mode, Technik oder was auch immer regelrecht verkaufen. Auch ich musste mich schon solchen Vorwürfen stellen und habe eine Zeitlang sogar darüber nachgedacht, auf Tests ganz zu verzichten. Nicht ohne Grund schreibe ich immer öfter Artikel wie den obigen, was wesentlich mehr Spaß macht, als sich mit den zum Teil abstrusen Ansinnen irgendwelcher Unternehmen zu beschäftigen … Aber das ist wieder eine andere Geschichte!

      Letztendlich betrachte ich mich eher als Trendscout und Influencer, weniger als Testerin, und bewahre mir so meine Unabhängigkeit. Wenn mir etwas gefällt, sage ich das, wenn nicht, dann spare ich auch nicht mit konstruktiver Kritik. Ich muss nicht alles testen, geschweige denn im Blog vorstellen. Ich suche mir die Produkte aus, die mir gefallen und von denen ich denke, dass sie auch meine Leser interessieren. Und wenn ich keine Lust auf einen Testbericht habe, sinniere ich lieber über Modeblogger oder stelle ein appetitliches Rezept online. Mein Blog, meine Regeln.

      Dein Blog habe ich eben aufgerufen und bin sicher, dass ich dort immer mal wieder eine vergnügliche Zeit verbringen werde. Wir lesen uns!

      XOXO

      Sissi

  10. Isabell sagt:

    Oh ja, ich steh auch auf Unifarben, besonders Beige … das dauert 3,2,1 … dreckig … ja genau, 3 Sekunden, dann sind die ersten Datscher an der Hose, reden wir mal nicht davon, auf was man sich versehentlich so draufsetzt, wenn man in der Hektik nicht genau hinschaut 😀

    PS: Ich bin auch Hausfrau und blogge, aber wehe du hörst nicht auf meinen guten Rat 😀 *schimpf* 😉

Trackbacks
Check out what others are saying...
  1. […] sind ja eine Klasse für sich und Sissi, das Bananenschneckerl ist ziemlich sauer auf deren […]



Leave A Comment

ARCHIV

April 2016
M D M D F S S
« Mrz   Mai »
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
252627282930  

WER SCHREIBT HIER?

Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

Ihr zur Seite steht ein erfahrenes Team von Autoren, die sich im Blog ebenfalls regelmäßig zu Wort melden. Schau am besten öfter mal bei uns vorbei!