Feigensenf - Bild: Sissi St. Croix

Feigensenf

Bist du ebenfalls ein Mensch, der gern überall seinen Senf dazugibt? Dann habe ich heute das perfekte Rezept für dich: Feigensenf – ein fruchtig-scharfer Genuss für alle Senfliebhaber. Und um dem Ganzen eine besonders edle, festliche Note zu verleihen, verfeinern wir den Senf mit einem ordentlichen Schuss Portwein. Feinschmecker genießen ihren Feigensenf meist zu Camembert, Blauschimmelkäse oder Ziegenkäse. Grundsätzlich kanst du ihn aber natürlich zu fast jeder Käsesorte servieren. Einige meiner bayerischen Freunde futtern ihn sogar zu Weißwurst und Leberkäse, was ich persönlich eher eklig finde, aber ich esse ja auch nun mal kein Fleisch. Apropos Fleisch: Ich habe mir sagen lassen, dass mein Feigensenf ganz hervorragend zu Wildgerichten und Entenbrust schmeckt. Ausprobieren werde ich das zwar nicht, doch vielleicht hast du ja Lust auf einen senfigen Versuch?

Gar nichts falsch machen kannst du, wenn du deinen selbst gemachten Feigensenf in Salatdressings, zum Würzen von pikanten Soßen oder als Brotaufstrich verwendest. Grundsätzlich kannst du ihn zu allen herzhaften Gerichten auf den Tisch stellen, die nach ein bisserl Fruchtaroma rufen: Feigen sind sehr anpassungsfähige Früchtchen.

Früher mochte ich übrigens keinen Senf. Ging gar nicht. Unter keinen Umständen. Schon den Geruch empfand ich als unangenehm. In meinen Zwanzigern (hach, wie lange ist das her?) war ich dann oft und gern als Restauranttester unterwegs und bekam irgendwann einen wunderbaren Fisch mit einer ausgesprochen exquisiten Senfsoße serviert. Ihr Aroma war dermaßen betörend, dass ich sämtliche Vorurteile vergaß und begeistert drauflosschlemmte. Im Anschluss an das köstliche Mahl lüftete ich mein In­ko­g­ni­to und bat den Küchenchef um das Rezept für seine wunderbare Senfsoße. Welches ich auch bekam. Leider darf ich es dir nicht verraten – versprochen ist versprochen! Seitdem bin ich jedenfalls den kleinen scharfen Senfkörnern verfallen und mache meinen Senf regelmäßig selbst.

Doch keine Angst! Für das nun folgende Rezept musst du deinen Senf keinesfalls selbst anrühren – gekaufter mitelscharfer Senf genügt vollkommen. Für alle Senffreunde werde ich aber dennoch im neuen Jahr das eine oder andere Senfgrundrezept online stellen. Denn gerade jetzt im Winter tun uns die Inhaltsstoffe der braunen oder gelben Senfkörner gut. Aber dazu, wie gesagt, mehr im kommenden Jahr. Für den Moment begnügen wir uns mit fertigem Senf aus dem Glas. Viel Spaß beim Nachwerkeln!

 

Feigensenf im Glas - Bild: Sissi St. Croix

Feigensenf im Glas

 

Mein Rezept für Feigensenf:

Zutaten für eine Portion:
– 400 g frische Feigen (alternativ: getrocknete Feigen, die rund fünf Stunden in warmem Wasser eingeweicht wurden)
– 200 ml roter Portwein
– 100 g brauner Bio-Rohrohrzucker
– 4 EL Aceito Balsamico
– 1 TL Bio-Zimtpulver (z. B. von Azafran)
– 150 g mittelscharfer, körniger Senf
– zum Abschmecken: selbst gemachtes Vanillesalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung des Feigensenfes:
Die frischen Feigen unter fließendem Wasser abspülen, behutsam trockentupfen und grob zerteilen. Zusammen mit dem Portwein, dem Zucker, dem Aceito Balsamico und dem Zimt pürieren. In einen hohen Topf geben (Spritzgefahr!) und aufkochen. Die Hitze verringern und auf kleiner Flamme rund zehn bis 15 Minuten köcheln lassen, bis die Masse leicht eindickt. Nun den Senf hinzufügen, alles gründlich verrühren und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Weitere fünf Minuten köcheln lassen und noch heiß in saubere Schraubgläser abfüllen. Nach Möglichkeit eine Woche durchziehen lassen, der Feigensenf schmeckt aber auch schon jetzt!

Tipp:
Ungeöffnet ist der selbst gemachte Feigensenf ungefähr sechs Monate haltbar, angebrochen hält er sich im Kühlschrank rund vier bis sechs Wochen. Aufgrund seines tollen Geschmacks wird er bei uns aber nie so alt …

Unser Schnabuliertipp für vier hungrige Senf- und Feigenliebhaber:
Acht Scheiben selbst gebackenes → Baguette auftoasten, mit Ziegenkäse belegen und mit deinem frischem Feigensenf bestreichen. Im vorgeheizten Backofen (Ober-/Unterhitze: etwa 200°C, Heißluft: etwa 180°C, Gas: Stufe 3-4) backen, bis der Käse leicht geschmolzen ist. Hmmm … Wenn das nicht die perfekten Horsd’œuvres sind, um die Wartezeit bis zum Beginn des Festmahls an Heiligabend zu überbrücken!

 

Frisch aufgelöffelt: Feigensenf - Bild: Sissi St. Croix

Frisch aufgelöffelt: Feigensenf

 

Bananenschneckerls Resümee:

Fruchtiger Feigensenf ist eine wahre Delikatesse für Kenner und im Feinkostgeschäft entsprechend teuer. Mit meinem Rezept dagegen kannst du ihn relativ preisgünstig ganz leicht selbst herstellen und für große Augen bei den damit Beschenkten sorgen. Sind mit Liebe gemachte Geschenke aus der eigenen Küche nicht viel wertwoller als teure Leckereien aus dem Lebensmittelladen? Die Gourmets unter deinen Lieben werden das sicher ebenso sehen. Ich bin gespannt, wie dir mein Feigensenf schmeckt und freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

 

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Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

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