Augen auf beim Brillenkauf! - Bild: Sissi St. Croix

Augen auf beim Brillenkauf!

Kennt ihr das? Ihr kauft Dinge, die ihr nicht braucht oder zahlt zuviel dafür. Ich passe beim Einkaufen immer sehr gut auf, hole vorher Informationen ein, spreche mit Freunden und Familienmitgliedern, vergleiche Preise. Doch wenn es um Anschaffungen wie eine neue Brille geht, bin ich stets ein wenig verunsichert. Brauche ich wirklich schon eine Gleitsichtbrille? Benötige ich eine gesonderte Bildschirmarbeitsbrille, weil ich so viel Zeit vor dem Rechner verbringe? Oder genügt eine neue Brille mit passenden Gläsern, vielleicht ergänzt um eine Lesebrille? Mit solchen und ähnlichen Fragen sah ich mich konfrontiert, als ich kurz vor dem Jahreswechsel bemerkte, dass meine alte Brille einen Sprung im Rahmen aufwies.

Seufzend machte ich mich daher am 30. Dezember auf den Weg zu → Fielmann im Münchner → Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) – und wäre trotz der vielen verlockenden Modelle in den Regalen am liebsten gleich wieder umgedreht: Der Laden war rappelvoll! Offensichtlich hatte sich in dieser Filiale die gesamte brillentragende Menschheit eingefunden. Vergeblich suchte ich einen freien Mitarbeiter und entschied, mich zunächst allein umzusehen. Relativ schnell entdeckte ich zwei, drei Modelle, die zu meinem Typ zu passen schienen, hätte mir aber dennoch ein wenig Beratung gewünscht, denn ohne die eigene Brille auf der Nase konnte ich mein Gesicht im Spiegel nur als verschwommenes Etwas wahrnehmen …

Da! Endlich näherte sich mir ein geschniegelter junger Mann (Wieso wirken eigentlich immer alle Optiker wie frisch der nächstgelegenen Sparkasse entsprungen? Seriös und sexy sieht anders aus!) und fragte nach meinem Begehr. Ich informierte ihn darüber, eine neue Brille erwerben und vorher einen Sehtest machen zu wollen. »Der nächste freie Mitarbeiter kommt gleich zu Ihnen«, lautete seine nicht unfreundliche, aber eilends heruntergeleierte Erwiderung. Daran hatte ich gewisse Zweifel, warteten doch noch etliche andere Kunden auf eine persönliche Beratung – Kunden, die definitiv schon im Laden gewesen waren, als ich ihn vor gut einer halben Stunde betreten hatte.

Ich suchte mir ein ruhiges Eckchen und vertrieb mir die Wartezeit mit dem Stöbern im Internet. Smartphone sei Dank! Dabei erfuhr ich, dass es in Deutschland rund 40 Millionen Brillenträger gibt (gefühlte zwei Millionen waren mit mir im Raum), diese jährlich gemeinsam über fünf Milliarden Euro beim Optiker lassen und dass ein Gestell mitsamt Korrekturgläsern im Schnitt 400 Euro kostet. Wohlgemerkt: im Schnitt. Die Preise variieren und die meisten Gestelle zum Nulltarif, mit denen ja nicht nur Fielmann wirbt, sind zwar durchaus recht niedlich, aber nicht besonders robust. Legt man dann noch Wert auf Gleitsicht, kratzresistente leichte und/oder selbst tönende Kunststoffgläser, Superentspiegelung und Lotuseffekt, kann man mit Leichtigkeit auch 1 500 Euro auf den Ladentisch legen. Wenn man dazu bereit ist und es sich leisten kann. Meine Sache ist das nicht – für mich ist eine Brille in erster Linie ein notwendiges Übel und nur in zweiter Linie ein modisches Accessoire. Auch war mir sehr deutlich bewusst, dass ich mir über kurz oder lang eine Zweitbrille leisten will und eine neue Sonnenbrille mit Korrekturgläsern leisten muss. Also setzte ich mein Limit bei 200 Euro und hoffte das Beste.

Nach einem kurzen Intermezzo mit einer schon etwas betagteren Mitarbeiterin, die offensichtlich keinen Sehtest durchführen konnte oder wollte, entführte mich schließlich eine junge Frau mit flotter Brille in knalligem Blau auf der Nase in einen Nebenraum, wo ich mit der klassischen Buchstaben- und Zahlentafel konfrontiert wurde. Autsch! Es sah so aus, als hätten sich meine Augenwerte massiv verschlechtert. Mein Mut sank. Dennoch stand ich tapfer Dutzende von Messungen und »So besser oder so?«-Fragen durch und erfuhr von der geduldigen jungen Dame am Ende der Untersuchung, dass meine Fehlsichtigkeit »grenzwertig« ist. Sollte heißen: Ich könnte eine Gleitsichtbrille tragen, würde aber auch mit einer gewöhnlichen Korrekturbrille plus Lesebrille zurechtkommen.

Innerlich schimpfte ich auf mein Alter, beschloss, zunächst auf Gleitsichtgläser zu verzichten und zeigte der Fielmann-Mitarbeiterin die von mir ausgesuchten Modelle. Zu meiner Enttäuschung konnte ich sie nicht dazu bewegen, ehrlich ihre Meinung zu äußern. Schade, von Optikern erwarte ich nicht nur eine sachlich fundierte, sondern auch eine offene, typgerechte Beratung. Nicht immer kommen Kunden in Begleitung; in solchen Fällen wäre es schön, auf Geschmack und Stilempfinden eines erfahrenen Optikers zurückgreifen zu können.

Letztlich fand ich dann aber auch allein mein Traummodell, das sogar meine drei Lieblingsfarben vereinte: Schwarz, Rot und Violett. Das Gestell war zu einem angemessenen Preis zu haben und schien ausreichend solide gebaut zu sein. Bei der abschließenden Auswahl der Gläser schmetterte ich jeden Versuch der jungen Frau, mir ein überflüssiges Extra anzudrehen, gelassen und freundlich ab. Superentspiegelung zum Beispiel braucht kein Mensch, es sei denn, sie ist achtfach und damit quasi unbezahlbar … Wobei ich betonen möchte, dass sie darauf höflich reagierte und nicht penetrant insistierte, wie ich es schon bei anderen Optikhäusern erleben musste.

 

Bananenschneckerls Resümee:

Insgesamt habe ich mich bei Fielmann recht gut aufgehoben gefühlt. Bemängeln muss ich allerdings, dass nicht ausreichend Mitarbeiter zur Verfügung standen, um dem Kundenansturm gerechnet zu werden. Für mich ein nicht nachvollziehbares Manko. Immerhin ist es für den Einzelhandel keine Neuigkeit, dass Kunden nach Weihnachten meist prallere Geldbörsen haben. Die mangelnde Mitarbeiterzahl hat sich dann leider auch negativ in den Punkten Höflichkeit und Beratung niedergeschlagen. Denn: Entspannte Verkäufer betreuen ihre Kunden besser! Ein absolutes No-Go für mich war der Umstand, dass meine Kundenberaterin mich nach Ende des Verkaufsgespräches an der Kasse »ablieferte«, ohne sich zu verabschieden! Auf mein ihr daraufhin bewusst freundlich hinterhergerufenes »Danke und auf Wiedersehen!« reagierte sie nur mit einem schwachen Nicken. Nicht so toll, oder? Und der arrogante junge Mann an der Kasse verhielt sich einfach … – unsäglich. Immerhin aber wurde die versprochene Lieferzeit von etwa sieben Tagen eingehalten – am 30. Dezember 2013 habe ich meine neue Brille bestellt, am 8. Januar 2014 konnte ich sie abholen (lassen). Für eine vorher nicht angepasste Brille (Dass dies auch schon vor der Abholung gemacht werden kann, erfuhr ich am 10. Januar – dazu aber später mehr.) saß mein neues Nasenfahrrad erstaunlich gut. Gut gefallen hat mir auch, dass die Mitteilung, dass meine Brille abholbereit in der Filiale auf mich wartet, per SMS kam – ein toller Service!

Hier ist mein Fielmann-Fazit im Überblick:

 

Kriterium Schneckenhäuschen Bemerkung
Ambiente 3 / 5 praktisch, aber unpeppig
Produktsortiment 4 / 5 modern und vielfältig
Preisgestaltung 5 / 5 gut und günstig
Service & Beratung 2 / 5 abgeschlaffte Mitarbeiter
Lieferung/Abholung 4 / 5 pünktlich

 

Insgesamt ein eher durchschnittliches bis bedenklich stimmendes Ergebnis. Zwar bietet Fielmann eine gute Auswahl zu vernünftigen Preisen, aber das Verhalten der Mitarbeiter machte mich nur bedingt glücklich. Ich habe mich aber trotzdem am 10. Januar mit einer lieben Freundin bei Fielmann getroffen, um vorsichtshalber eine Zweitbrille zu besorgen. Falls Sie, lieber Filialleiter, nun beim Lesen dieser Zeilen blass um die Nase geworden sind, so kann ich Sie beruhigen: Mein zweiter Besuch bei Ihnen war eine wesentlich angenehmere Shopping-Erfahrung! Was ich dabei alles erlebt habe, erzähle ich in Kürze in meinem Blog.

Seid ihr ebenfalls Brillenträger? Wo kauft ihr eure Brillen? Ich freue mich wie immer über eure Rückmeldungen und Kommentare!

XOXO

Sissi

 

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Sissi ist ein echter Workaholic und als Lifestyle Scout stets auf den Spuren der neuesten Trends unterwegs. Könnte sie es sich aussuchen, träfe man die Wahlmünchnerin allerdings mit den Füßen im Sand und dem Kopf in den Wolken - ihr Tablet immer in Reichweite. Als Autorin und Bloggerin liegen ihr die Themen gesunde Ernährung und Naturkosmetik besonders am Herzen. Schminktechnisch bleibt sie sich bei aller Liebe zu Trends seit Jahren treu. Ihr Markenzeichen: ein roter Lippenstift.

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